Pianistin Dr. Elida Dakoli.Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Elida Dakoli

Eine „schlechte Biografie“

Von 16. November 2021 Aktualisiert: 13. November 2021 20:47

Die amerikanisch-albanische Pianistin Dr. Elida Dakoli, die im kommunistischen Albanien aufgewachsen ist und deren Familie von der Partei als „mit schlechter Biografie“ bezeichnet wurde, überwand die politische Verfolgung und nutzt nun die Geschichte ihrer Familie, um die Menschen davor zu warnen, dass „der Sozialismus eine Verschleierung des Kommunismus ist“.

Als Urenkelin eines der Gründer des ersten albanischen Mehrparteienkongresses im Jahr 1921 musste Dakoli erleben, wie ihre musikalischen Bemühungen von ihren Mitschülern und Lehrern sabotiert wurden. Ganz davon zu schweigen, dass sie um das Erbe des hart erarbeiteten Vermögens ihrer Familie gebracht wurde, das ihren Großeltern 1945 von der damals neuen kommunistischen Regierung entzogen worden war.

Nach dem Fall des Kommunismus in Albanien im Jahr 1991 änderte sich die Situation für Dakoli. Seitdem ist sie als internationale Konzertpianistin, Musikerin, Pädagogin, Unternehmerin, Autorin und Menschenrechtsverteidigerin tätig.

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Vor Kurzem wurde Dakoli Mitglied des Nationalen Beirats der Victims of Communism Memorial Foundation (VOC; zu Deutsch etwa: Gedenkstiftung für die Opfer des Kommunismus). Als Gründungsbotschafterin der VOC appellierte sie erfolgreich an den texanischen Kongress, ein Gesetz zum Gedenken an die Opfer kommunistischer Regime zu verabschieden. 

Im Mai dieses Jahres war Texas der vierte US-Bundesstaat, der den 7. November offiziell als „Gedenktag für die Opfer des Kommunismus“ anerkannte.

Für Dakoli ist dieser Gedenktag von großer Bedeutung. Sie wies darauf hin, dass sich der Sozialismus bei der jüngeren Generation heutzutage alarmierenderweise zu einem Trend entwickele, obwohl Karl Marx in seinem „Manifest der Kommunistischen Partei“ deutlich gemacht habe, dass der Sozialismus der erste Schritt zum Kommunismus sei.

„Unser Ziel ist es, neue Generationen über die Ideologie, die Geschichte und das Erbe des Kommunismus aufzuklären, um sicherzustellen, dass die Millionen, die unter kommunistischen Regimen gelitten haben und immer noch leiden, nicht vergessen werden.“

Politische Verfolgung

Dakolis Urgroßvater war ein bekannter Rechtsanwalt und Bürgermeister von Durrës, der Hauptstadt Albaniens. Der Patriot und führende Verfechter der Demokratie wurde 1943 als Abgeordneter in den neuen albanischen Kongress gewählt. Doch am 4. Oktober 1943, nur wenige Tage vor der Eröffnung des Kongresses, wo er die Eröffnungsrede halten sollte, wurde ein Attentat auf ihn verübt.

„Er war auf dem Weg nach Hause, als er auf der Straße zweimal angeschossen wurde“, sagte Dakoli. „Die beiden Schüsse haben meinen Urgroßvater nicht getötet. Wie durch ein Wunder überlebte er und war auf dem Weg der Besserung. Er starb jedoch, als eine Krankenschwester seine Milch vergiftete.

Obwohl er ständig bewacht wurde, gelang es den Kommunisten, ihr Ziel zu erreichen und einen Freiheitskämpfer zu töten.“

Dakoli betont, dass die Kommunistische Partei angeblich für die „sogenannte Freiheit“ des Landes kämpfe. Ihr Hintergedanke sei jedoch die „Eliminierung der Elite des Landes“ gewesen.

Dakoli erklärt, dass „der erste Schlag für ihre Familie“ mit der öffentlichen Bekanntgabe des „Enteignungsbeschlusses 278“ am 14. Januar 1945 kam, der anordnete, dass alle beweglichen und unbeweglichen Güter von der neuen Regierung beschlagnahmt werden sollten.

„Das bedeutete, dass die Regierung die Geschäfte und das Gold meiner Familie, unsere Häuser in der Stadt und die Olivenfelder auf dem Land beschlagnahmte“, berichtet sie. „Sogar die Möbel und die Kleidung waren technisch gesehen Eigentum des kommunistischen Staates.“

1946 wurden Dakolis Großvater Sadik verhaftet und ihre Großmutter Jaja mit ihren vier Kindern – darunter auch Dakolis damals vier Jahre alter Vater Eqrem – mitten in der Nacht auf die Straße gesetzt.

Während ihr Großvater Arbeitssklave in einem Gulag war, lebten Dakolis Großmutter, ihr Vater und seine Geschwister mit dem Bruder der Großmutter und dessen Familie in einem Zimmer. Ihr Großvater starb 1951 hinter Gittern.

Eine „schlechte Biografie“

Dakoli verriet, dass eine Person im kommunistischen Albanien nur dann eine „schlechte Biografie“ hatte, wenn sie mit jemandem verwandt war, der nicht mit den kommunistischen Ansichten übereinstimmte.

„Eine ‚schlechte Biografie‘ zu haben, bedeutete, ein Bürger zweiter Klasse und ein ‚Volksfeind‘ zu sein“, sagt sie. Mit dieser Bezeichnung, so Dakoli, bestrafte das kommunistische Regime politisch Andersdenkende nicht nur mit dem eigenen Leben, sondern auch mit dem Leid ihrer Familien über Generationen hinweg.

„Diejenigen mit einer ‚schlechten Biografie‘ hatten nicht die gleichen Privilegien wie der Rest“, fügt sie hinzu. „Ihre beruflichen Möglichkeiten waren begrenzt, da es den meisten nicht gestattet war, eine weiterführende Ausbildung oder Karriere einzuschlagen. Sie waren oft gezwungen, aufs Land zu ziehen und dort das staatseigene Land zu bewirtschaften.“

Dakoli erinnert sich an Albanien während des Kommunismus als einen Ort, an dem die Menschen in Angst lebten und niemandem trauen konnten. Selbst wenn jemand keine „schlechte Biografie“ hatte, waren die Lebensbedingungen dennoch sehr schlecht.

Doch Dakolis tägliche Hürden als Kind in den 70er und 80er Jahren gingen weit über ein Leben in ärmlichen Verhältnissen hinaus. Die junge Dakoli, die seit ihrem sechsten Lebensjahr mit ihren musikalischen Ambitionen hohe Ziele anstrebte, hatte als aufstrebende Pianistin das erste Hindernis, dass sie kein Klavier besaß.

„Sie galten als Privateigentum und nur die elitären Parteimitglieder konnten eines besitzen“, sagt sie. „Daher hatte ich ein langes Blatt Papier mit aufgezeichneten Tasten, das ich zum Üben benutzte. Das war in den ersten Jahren mein Klavier. Aber meine Eltern ermutigten mich immer, mir vorzustellen, in einem Konzertsaal zu spielen.“

Später wurde Dakoli in der Schule eine Zeit zugewiesen, in der sie üben konnte. Aber wegen ihrer „schlechten Biografie“ wurde ihr die früheste Zeit zugewiesen. Jeden Morgen weckte ihre Mutter sie um 5 Uhr früh und zog sie, die noch im Halbschlaf war, an. Und eine Stunde später brachte ihr Vater sie vor der Arbeit mit dem Fahrrad zur Schule. Außerdem musste sie jeden Tag auf „eine neue Form der Sabotage“ gefasst sein.

„Am ersten Tag der neuen Trainingseinheit war das Licht aus“, erinnert sie sich. „In der nächsten Sitzung passierte es wieder und ich konnte beim Üben nichts sehen. Wir entdeckten, dass Kinder oder ihre Eltern angefangen hatten, die Glühbirnen aus den Deckenleuchten zu entfernen.“

Von diesem Tag an brachte Dakolis Familie ihre eigenen Glühbirnen mit, aber irgendwann funktionierten auch diese nicht mehr, da der Hauptschalter abgeschaltet worden war. „Also brachten wir einen Elektriker mit, nur um zu üben“, erklärt sie.

„Mein Vater hat mich immer ermutigt, die positiven Seiten der Dinge zu sehen und Rückschläge als neue kleine Abenteuer zu betrachten. Er scherzte immer: ‚Jetzt ist es an der Zeit, deine Stärke zu zeigen und wie ein echter Künstler aufzutreten, der sich vor nichts fürchtet.‘ Diese Mentalität, Rückschläge als Abenteuer zu betrachten, war ausschlaggebend für meinen heutigen Erfolg.“

Für Dakoli war die Aufnahme an der Akademie der Künste, der einzigen Musikhochschule des Landes, als eine von fünf Pianisten die erste große Überwindung der Repression.

Aufklärung

Dakoli wies darauf hin, dass Studien immer wieder zeigen, dass Amerikas Schüler und Studenten die grundlegenden Fakten über die Geschichte des Kommunismus und das Leid und den Schaden, den er Millionen von Menschen zugefügt hat, nicht kennen.

„Eine ganze Generation von Amerikanern kennt die wahre Natur und Geschichte des Kommunismus nicht und erwärmt sich für kollektivistische Ideen, weil sie die Fakten nicht kennt“, meint sie. „Der Sozialismus wird zum Trend der Großartigkeit erhoben. Die Realität ist, dass es so etwas nicht gibt. Dieser Perfektionismus, der sich Sozialismus oder Kommunismus nennt, ist nur eine Ideologie und nicht die Realität.“

Dakoli appelliert: „Machen wir den 7. November zum Gedenktag für die über 100 Millionen Menschen, die im Kampf für Meinungs- und Religionsfreiheit ihr Leben gelassen haben.

Seien Sie Sie selbst, finden Sie Ihre Einzigartigkeit – und denken Sie daran, dass der Sozialismus ein Deckmantel für den Kommunismus ist, der nichts von alledem zulassen wird. Fallen Sie nicht darauf herein!“



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