Fats Domino – von „I‘m Walking“ bis „Blueberry Hill“

Epoch Times15. März 2008 Aktualisiert: 15. März 2008 1:23
Triumph purer Lebensfreude

Nicht auszudenken, wenn Fats Domino 1949 bei dem Unfall in einer Bettenfabrik tatsächlich wie zunächst befürchtet seine Finger verloren hätte: Die Karriere des gewichtigen Mannes aus New Orleans mit Hits von „I‘m Walking“, „Blue Monday“, „Blueberry Hill“, „Jambalaya“ wäre zu Ende gewesen, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Doch glücklicherweise ist alles anders gekommen und der Meister des „Good Time Rock‘n‘Roll“ konnte unversehrt am 26. Februar seinen 80. Geburtstag feiern. Er war der Mann, der erstmals einem weißen Publikum die Tanzvariante von schwarzem Blues und Jazz eröffnete. Eine Glanzleistung der schwarzen Musik, die damals noch in etlichen US-Staaten Rassentrennung und andere Diskriminierungen erdulden musste. Dominos R&B-Hits in den 50ern gehören zu den ersten, die es auch in die allgemeinen Billboard-Charts schafften – ein Triumph purer Lebensfreude.

Seine größten Erfolge feierte der Pianist und Sänger in den 50er Jahren und änderte seinen 1949 etablierten Stil nie. Und der hatte es aber in sich. Damals spielte Antoine Domino in den Honky-Tonk-Bars von New Orleans Klavier – für drei Dollar die Woche. Dort wurde er von dem Bandleader und Produzenten Dave Bartholomew entdeckt und für Imperial Records unter Vertrag genommen. Mit Bartholomews Band spielte Domino das Album „The Fat Man“ ein – der Titelsong wurde der erste von 61 Domino-Liedern in den amerikanischen R&B-Charts bis 1964. Dabei war es Dominos Dominanz und Präsenz, die der Popmusik eine neue Dimension ermöglicht: Der „Performer“ wird zum Star und tritt aus dem musizierenden Kollektiv heraus – sozusagen ein Fixstern, um den die anderen Mitspieler kreisen. Bei der Verleihung eines Grammys für sein Lebenswerk wurde das 1987 ausdrücklich gewürdigt: Domino sei „eine der wichtigsten Verbindungen zwischen R&B und Rock‘n‘Roll, einer der einflussreichsten Performer, dessen Klavier- und „Down Home“-Singstil Generationen anderer Musiker den Weg gebahnt hat“, hieß es damals.

Fast vergessen bis „Katrina“

Domino war fast vergessen, als 2005 der Hurrikan „Katrina“ über seine Heimatstadt New Orleans hereinbrach. Seine Instrumente und Goldenen Schallplatten gingen in den Fluten verloren. Man erinnerte sich wieder an den großen alten Mann des Rock‘n‘Roll, die Plattenfirma EMI besorgte Ersatz für die Goldauszeichnungen für „Going to the River“, „Blue Monday“ und „Valley of Tears“ und bei einer Feierstunde im August vergangenen Jahres wurde er auch noch gleich als „Amerikanische Musiklegende“ ausgezeichnet – eine Ehrung, die als erster Johnny Cash erhalten hatte.

Als es darum ging, mit einem Benefiz-Album Geld für Musiker einzuspielen, die wie Domino durch „Katrina“ Instrumente und Probenräume verloren haben, war der Liederkatalog des Meisters erste Wahl. Auf dem Doppelalbum „Goin‘ Home“ – A Tribute To Fats Domino“ (erschienen Ende 2007) kann man hören, wie Elton John, Tom Petty & The Heartbreakers, B.B. King, Lenny Kravitz, Bonnie Raitt, Randy Newman, Robert Plant, Corinne Bailey Rae, Norah Jones, Neil Young, Lucinda Williams, Willie Nelson, Bruce Hornsby, Herbie Hancock und noch einige andere Musiker aus allen Genres mit Dominos Musik verwurzelt sind. (Uwe Käding/ap/stm)




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