Kraftvoll und freundlich: Auftakt zum Oktoberfest in München.Foto: Tobias Hase/dpa

Flanieren und feiern und der Versuch, 120.000 Maßkrüge zu klauen: 6,2 Millionen Gäste beim Oktoberfest

Epoch Times3. Oktober 2017 Aktualisiert: 3. Oktober 2017 17:57
Das Münchner Oktoberfest geht zwar ohne Besucherrekord zu Ende, aber die Festleitung lobt eine "Wiesn zum Genießen". Es war sicher, gemütlich, entschleunigt - und weitgehend friedlich.

Gut sechs Millionen Besucher, mehr als sieben Millionen Maß Bier – das Münchner Oktoberfest kehrt zu alter Form zurück. Schausteller, Gäste und Marktkaufleute seien zufrieden – „und damit auch die Festleitung“, sagte Wiesnchef Josef Schmid (CSU) am Dienstag zum Abschluss des Volksfestes.

„Es ist eine gmiatliche Wiesn, eine wunderbare Wiesn, eine Wiesn zum Flanieren, eine Wiesn zum Genießen.“ Die Suche nach Entschleunigung in einer hektischen Zeit habe sich auch auf der Wiesn bemerkbar gemacht.

Entspannte Gelassenheit

Die Entdeckung von entspannter Gelassenheit bei den Besuchern bemerkte auch die Polizei. An den Eingängen, die dieses Jahr aus Sicherheitsgründen erst um 09.00 Uhr öffneten, hätten die Besucher allmorgendlich diszipliniert Schlange gestanden, ohne Gedränge – und auch kaum alkoholisiert.

Rund 6,2 Millionen Besucher kamen nach der vorläufigen Bilanz in diesem Jahr auf das Volksfest. Das waren rund 600.000 mehr als im vergangenen Jahr. Dennoch sind die Zahlen deutlich entfernt von früheren Extrem-Jahren mit an die sieben Millionen Besuchern, mit ungemütlichem Gedränge und überfüllten Zelten.

„Keiner will eine überhitzte Rekordwiesn“, sagte Schmid. „Flanieren und feiern“ sei stattdessen in diesem Jahr angesagt gewesen.

Der Versuch, 120.000 Maßkrüge zu klauen

Die Besucher verzehrten 127 Ochsen und 59 Kälber; sie tranken 7,5 Millionen Maß Bier – und versuchten, 120.000 Maßkrüge zu klauen. Aufmerksame Ordner schritten ein.

Grapschereien und Diebstähle, Maßkrugschlägereien und Alkoholvergiftungen – Polizei und Rettungskräfte mussten auch dieses Jahr zu vielen Hundert Einsätzen ausrücken. Dennoch zogen auch sie eine positive Bilanz. „Das war ein friedliches Oktoberfest“, sagte der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins.

Es gab einen Rückgang bei den Körperverletzungen, allerdings mit 49 Fällen besonders viele Maßkrugschlägereien. Die Beamten der Wiesnwache registrierten auch eine Zunahme bei Drogendelikten sowie bei den Sexualdelikten. Hier verdoppelte sich die Zahl fast auf 67 (Vorjahr: 34). Der Grund sei aber vor allem die Ausweitung von Kontrollen und Videoüberwachung, sagte da Gloria Martins.

Die Beamten konnten oft einschreiten, bevor Schlimmeres geschah – etwa, wenn sich Männer an betrunkene Frauen heranmachten, die auf dem Hügel hinter den Zelten schliefen. Zudem gebe es bei Sexualdelikten eine höhere Sensibilität – und mit der Änderung des Strafrechts fallen inzwischen etwa Taten unter Sexualdelikte, die vor einem Jahr als Beleidigung zählten.

Ungeklärt blieb der Grund für die Zunahme der Trunkenheitsfahrten rund um das Fest: 353 Wiesn-Besucher wurden mit zu hohen Promille-Werten erwischt, 231 mussten den Führerschein abgeben.

Gut angekommen sei die erste offizielle Oktoberfest-App, sie sei rund 80.000 Mal heruntergeladen worden, hieß es weiter bei der Festleitung. Wie jedes Jahr, wenngleich später als sonst, tauchten im Wiesn-Fundbüro Krücken und ein Gebiss auf. Immerhin Bier könne man auch ohne Zähne trinken, sagte Wiesnchef Schmid.

USA, Großbritannien und Österreich

Die meisten ausländischen Wiesn-Besucher kamen aus den USA, gefolgt von Gästen aus Großbritannien, Österreich, Frankreich und der Schweiz und – wenngleich etwas weniger als früher – aus Italien. Es feierten aber auch Besucher aus Saudi-Arabien, Uruguay oder Simbabwe mit.

Das Oktoberfest dauerte dieses Jahr 18 Tage, da es bis zum Tag der Deutschen Einheit verlängert wurde. Es war damit die längstmögliche Wiesn. Nächstes Jahr werden es wieder zwei Fest-Wochen sein, die Wiesn wird voraussichtlich von 22. September bis 7. Oktober dauern.

Die Vorbereitungen beginnen schon jetzt: Nach der Wiesn ist vor der Wiesn. (dpa)



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