Fühlen oder nicht Fühlen – Ein Essay

Von 14. September 2018 Aktualisiert: 16. September 2018 8:25
Denn gleich den meisten zivilisierten Menschen weltweit habe auch ich eine von Gottes grössten Mysterien erkannt, nämlich dass ein Hund, wie so viele andere Tiere auch, zu einer Gefühlsskala fähig ist, die sich von der meinen nur durch seine einfache und unkomplizierte Beschaffenheit unterscheidet.

Liebe die Tiere! Gott schenkte ihnen die Rudimente des Denkens und die Gabe der ungetrübten Freude. Lass sie in Ruhe, belästige sie nicht, beraube sie nicht ihres Frohsinns. Arbeite nicht gegen Gottes Plan!                                                        Fjodor Dostojewski   Die Brüder Karamasow

Wunderbare Worte eines wahren Olympiers der Weltliteratur, die sich jeder Mensch uneingeschränkt zu Herzen nehmen sollte.

Wobei der Begriff Mensch einer präziseren Definition bedarf. Denn genaugenommen ist die vielbeschworene Family of Man noch nie eine solche gewesen, auch wenn Scharlatane wie zum Beispiel Franz Boas (1858 -1942) oder Leo Strauss (1899 – 1973) uns vom Gegenteil zu überzeugen suchen. Deren unsinnigen Sottisen sind hier jedoch kein Thema, auch nicht spezifische Hautschattierungen oder andere sippenbedingte Eigenarten, sondern nur das Vermögen oder Unvermögen, menschlich im wahren Sinne des Wortes zu sein. Nämlich Mitgefühl zu entwickeln, sei es für einen geschundenen Mitmenschen, für ein gequältes Tier oder, ad extremis, für einen Regenwurm, der sich nach einem sommerlichen Regenschauer auf eine Asphaltstrasse verlaufen hat.

Gemessen an diesen Kriterien, zeichnet sich eine deutliche Dichotomie innerhalb der gesamten Gattung ab, und um die Verzweigungen auf einen allgemeinverständlichen Nenner zu bringen, klassifiziere ich sie einfach als Menschen oder Unmenschen.

Beide Kategorien werden früher oder später kollidieren, und vom Ausgang der Schlacht hängt es ab, ob ein weit entferntes Utopia einmal Wirklichkeit werden kann oder nicht. Denn sollten die Heerscharen des Lichts aufgrund ihrer geringeren Anzahl unterliegen, folgt ein Rückfall in unkontrollierte Barbarei und hieraus resultierend eine soziologische Katastrophe, die vermutlich ein generelles Abdanken des homo sapiens zur Folge haben wird.

In meinem zehnten Lebensjahr galoppierte Karl May in dasselbe und erweiterte meine Vorstellungswelt mit Helden, Regionen und ihrer Bewohner, die vortan zu einem essentiellen Bestandteil meines jungen Lebens gehören sollten. Die herrlichen Abenteuer allesamt für bare Münze nehmend, verschlang ich einen Band nach dem anderen und entwickelte dergestalt farbenfrohe Denkmuster, in denen insbesondere Kara ben Nemsi als christlicher Supermann und leuchtendes Vorbild meine gänzlich unschuldigen Vorstellungen des Vorderen Orients romantisch befeuerten.

Das änderete sich erst, als mein Lesestoff qualitativ besser und in seinem Realitätsbezug konsequenter wurde. Hier ist mir ein Szene in Erinnerung geblieben, die meiner Faszination für die Welt des geheimnisumwobenen Orients einen erheblichen Stoss versetzte. Dies geschah, als ich Lawrence Durrels Alexandria Quartet las, eine Sammlung von vier lose verbundenen Romanen, die am Vorabend des Zweiten Weltkrieges im von England besetzten Egypten ihren Lauf nehmen. Unter den generell erhebenden und elegant abgefassten Episoden findet sich eine, die an schierem Horror kaum zu überbieten ist. Sie beschreibt den Moment, als der englische Protagonist sich versehentlich in irgendeinem Innenhof wiederfindet und Zeuge wird, wie eine Bande von grinsenden und scherzenden Arabern einem gefesselt auf dem Boden liegenden Kamel bei lebendigem Leibe alle vier Beine mit schweren Äxten abhacken und es langsam verbluten lassen.

Jahre später, während eines Ausfluges zu den Kiffplantagen von Ketama in Marokko, wurde ich ebenfalls rein zufällig Zeuge, wie ein an den Vorderpfoten aufgehängter Hammel entsprechend den Reinheitsvorschriften des islamischen Halal mit einem speziell hierfür vorgesehenen Messer geschächtet wurde. Die entsetzlichen Schreie des Tieres und der Horror in seinen brechenden Augen verfolgen mich bis zum heutigen Tag. Sie führten vermutlich auch dazu, dass ich kurz darauf einige unverschämt wegelagernde Dorfpolizisten als Söhne eines verflohten orientalischen Warzenschweins bezeichnete, was mir eine Schlägerei und drei Wochen Knast in Tangers örtlichem Gefängnis einbrachte. Erfahrungen, nebenbei gesagt, von denen Karl May nur hätte träumen können. Ein beträchtliches Bakschisch, aufgeteilt unter dem Polizeichef, dem Richter und dem Anwalt, sorgte schliesslich für meine Freilassung und überstürzte Abreise.

Woraufhin mein Wunsch, islamische Länder zu bereisen, volkommen versiegte und mich zu einem überzeugten Gegner ihrer kulturellen Eroberung Europas machte. Ein Sentiment, dass sich noch verstärkt, wenn ich zum Beispiel lese, wie vor einigen Jahren eine Gruppe von Muslimen ein junges deutsches Mädchen mit einem abgebrochenen Flaschenhals vergewaltigten und es so zu einer lebenslangen, immer selbstmordgefährdeten Krankenhausinsassin machten. Und ein Vorgang wie viele andere, wenn auch nicht ganz so schreckliche, Vergewaltigungen, die von unserer elenden und rundum korrupten Systempresse mit kaum einem Wort erwähnt werden.

Ein weiterer Realitätsschub in diesem ganz spezifischen Zusammenhang ereignete sich, als ich als Teenager O Jerusalem von Dominique Lapierre and Larry Collins las. Bereits vollständig indoktriniert und zutiefst beschämt über die Verbrechen, die meinem Vaterland von genau derselben Systempresse angelastet wurden und immer noch angelastet werden, schluckte ich die glorreichen Schilderungen von Israels schwerer Geburt als willkommenens Gegenmittel. Es führte zu einer vagen Erleichterung, ausgelöst durch die Erkenntnis, dass diejenigen, die vor kurzer Zeit noch in den Lagern geschmachtet hatten, plötzlich Waffen in die Hände nahmen und sich in heldenhafte Krieger verwandelten. Filme wie Exodus liessen jedes schuldbeladene christliche Herz höher schlagen, und dies nicht zuletzt deshalb, weil der blonde Held mit den stechenden blauen Augen alle früheren und tiefverwurzelten Vorurteile ad absurdum führte.

Und Bücher wie O Jerusalem waren unschlagbare Bestseller.

Letzteres ist eine packende Geschichte der vorläufig letzten Eroberung dieser Heiligen Stadt. Insbesondere der Kampf um die Kontrolle der Strasse, die sich aus der Ebene kommend durch die judäischen Hügel schlängelt und dann in Jerusalem endet, wird genau beschrieben. Verbissen verteidigt von arabischen Scharfschützen, die hierzu überhaupt kein irdisches Recht hatten, abgesehen vielleicht von der Tatsache, dass es ihr eigenes Land war, wurden die angreifenden zionistischen Brigaden immer wieder unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Bis jemand irgendwo einen Bulldozer auflas und weiter südlich einen provisorischen Pfad freischaufelte, der es so den Angreifern ermöglichte, ungehindert bis zur Stadt selbst vorzudringen und sie schliesslich zu befreien.

Viel später im Leben, nach einem herzhaften Pint kühlen Weins im Trappistenkloster von Latroun, wanderte ich selbst ein Stückchen die Strasse entlang, um mir ein genaueres Bild der damaligen Ereignisse zu machen. Als ich neben den zerschossenen Wracks der Lastwagen stand, alle staatliche Monumente und mit Rostschutz braun eingefärbt, schienen sie wiederum ein Beweis dafür zu sein, wie weit Vorstellung und Wirklichkeit doch auseinander liegen können.

Was die glorreichen Eroberer selbst betrifft, waren die meistens Mitglieder der Haganah und wurden später auf mancherlei Art berühmt. Dies mit Ausnahme eines Brigadekommandeurs namens Shaltiel oder so ähnlich, von dem ich danach nie wieder gehört habe. Der Mann ist mir immer noch gut in Erinnerung, denn es war er, der auf den Flanken des Mount Scopus als Dank für die Eroberung Jerusalems ein neugeborenes Lamm opferte.

Ebenfalls gut erinnere ich mich daran, wir mir ein kalter Finger den Rücken hinunter lief, als ich diese Zeilen las. Meine Bewunderung für die furchtlosen Helden schwand abrupt dahin und gab mir statt dessen ein Gefühl, als hätte ich in einen tiefen Abgrund geblickt, der unüberbrückbar schien. Denn einem neugeborenen Lamm den Hals durchzuschneiden und es langsam verbluten zu lassen als Hommage an einen blutdürstigen Gott, dem der Sieg zu verdanken war, schien ein Rückfall in die finsterste Vergangenheit der Menschheit zu sein. Und ein Akt so barbarisch und archaisch, dass ihn keine zivilisierte Gesellschaft in irgend einer Form dulden konnte.

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Nun scheint es nicht so zu sein, dass Blutopfer dieser Art noch weit verbreitet sind. Was jedoch ganz konsequent von orthodoxen Juden betrieben wird, ist das rituelle Gegenstück zum muslimischen Halal, Schechita genannt. Es bedeutet in seiner deutschen Übersetzung Schächten und ist so grausam und unmenschlich wie eingangs beschrieben. Zwar hat der Gesetzgeber versucht, dem einen Riegel vorzuschieben, jedoch werden immer wieder Fälle bekannt, in denen das Gesetz massiv unterlaufen wurde.

In diesem Zusammenhang mag daran erinnert werden, dass sich der Ausdruck er schrie wie eine gesengte Sau von der in Deutschland einstmals wohl weitverbreiteten aber längst verbotenen Angewohnheit ableitet, den Schweinen vor dem Abstechen die Borsten bei lebendigem Leibe abzufackeln, weil dies den Speck schmackhafter machte.

Jetzt stellt sich im Grunde die interessante Frage, wen genau wir betäubten und umnachteten Mitteleuropäer uns in unser vorläufig noch wohlgepolstertes Nest geholt haben, und was genau man von Fremden erwarten kann, die in ihren sogenannten heiligen Schriften wiederholt aufgefordert werden, die „Christen zu erschlagen, wann immer sich die Gelegenheit bietet(Koran, Sure 9:5) oder ganz eindeutig darauf hingewiesen werden, dass „die Ausrottung der Christen ein notwendiges Opfer ist“  (Zohar, Shemoth).

Fehlt nicht im psychologischen Konstrukt dieser Unmenschen seit Urzeiten die Fähigkeit, überhaupt einen Funken von Mitgefühl zu entwickeln, sei es für ein Tier oder einen Mitmenschen schlechthin? Was erwartet uns, unsere Kinder und Enkelkinder, wenn wir einmal rein rechnerisch in die Minderheit geraten sind?

Die Antwort ist höchst einfach, und nur ein delirisch-infantiler Gutmensch wird an ihr zweifeln: Genau das, was die Propheten der Unmenschen ihnen aufgetragen haben!

Was nun die Tiere anbelangt,  darf nicht vergessen werden, dass wir christlichen Europäer ebenfalls erhebliche Schuld auf uns laden, wenn auch wohl grösstenteils unwissentlich.

Denn hierzulande werden jährlich Millionen von Schweinen in Käfigen aufgezogen, die teilweise so eng sind, dass sich die Tiere nicht einmal darin umdrehen können. Hier verbringen sie ihr kurzes entsetzliches Leben, aufgepfropft mit Hormonen und Antibiotika, und nur ein gnädiger Tod kann sie von ihren Leiden erlösen. Leiden, die sich nach und nach auf jene übertragen, die jahrelang ahnungslos oder gedankenlos das fluchbeladene Fleisch konsumiert haben und sich dann wundern, warum sie genau so fett werden wie die Mastschweine selbst und irgendwann an Magenkrebs oder Herzversagen zugrunde gehen.

Auch hier lauert wieder eine Frage, die sich ganz nahtlos in den generellen Fundus der vielen und angeblich aberwitzigen Verschwörungstheorien einfügt, bei näherem Betrachten aber beängstigende Schlussfolgerungen aufwirft. Denn es muss jedem staatlich bestellten Ernährungswissenschaftler, jedem Veterinär und jedem praktizierenden Arzt klar sein, dass diese Art der Tierhaltung zumindest in den minderbemittelten Bevölkerungsschichten die Weichen für eine gesundheitliche Katastrophe stellt.

Was die Tiere selbst anbelangt, mag noch erwähnt werden, dass ihre Intelligenz und emotionale Kapazität sich durchaus mit der eines Hunde messen lässt. Jeder ordentliche Biobauer, der seinen Schweinen ein natürliches Ambiente gewährt, kann dies bestätigen.

Um dem Argument etwas nachzuhelfen, erlaube ich mir, meinen Hund zu erwähnen. Er ist es, der hier an einem regnerischen Tag gedankenverloren in die Weite blickt und von endlosen Wiesen und Wäldern träumt. Er war der Elfte in einer lebenslangen Reihe von Gefährten und ist vor wenigen Jahren gestorben. Und obwohl ich weiss, dass seine wundervolle kleine Seele ohne Umwege in die Arme unseres gütigen Schöpfers zurückgekehrt ist, schmerzt mich sein Verlust noch immer ganz ungemein.

Denn gleich den meisten zivilisierten Menschen weltweit habe auch ich eine von Gottes grössten Mysterien erkannt, nämlich dass ein Hund, wie so viele andere Tiere auch, zu einer Gefühlsskala fähig ist, die sich von der meinen nur durch seine einfache und unkomplizierte Beschaffenheit unterscheidet.

(c) M.v.P.

Genau wie ich war mein Freund grösster Freude fähig, aber auch tiefster Trauer. Er strahlte eine innere Ruhe und stille Würde aus, um die ihn ein Philosoph beneiden würde. Er war bereit, mein Leben mit dem seinen zu verteidigen, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Und er beschenkte mich mit einer grenzenlosen Liebe, die so rein und vollkommen war wie die eines Kindes.

Ein Hund hat die Seele eines Philosophen, weist Plato einigermassen überzeugend in der Republik nach. Daher scheint es nicht so abwegig, wenn Alexander von Humboldt zu dem Schluss kommt, dass Grausamkeit gegen Tiere eines der kennzeichnendsten Laster eines niederen und unedlen Volkes ist.

Wohingegen Friedrich Fröbel, Pädagoge und Erfinder des Kindergartens, die erzieherische Verantwortung eines höheren und edlen Volkes folgendermassen definiert hat: Am Tier zuerst übt sich das Kind in Barmherzigkeit oder in Grausamkeit, und erwachsen wird es dann barmherzig und hilfsbereit, oder unbarmherzig und selbstsüchtig gegen seine Mitmenschen sein.

Um das Vorhergesagte auf einen einfachen Nenner zu bringen, sei zum Abschluss vielleicht noch ein Auspruch eines unserer liebenswertesten christlichen Heiligen angefügt.

Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers – unsere Brüder.

Franz von Assisi

Alle Gemälde, Portraits und Zeichnungen sind als Poster erhältlich. Preise finden sich hier : http://www.manfredvonpentz.net/

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