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Geschichten voller Weisheit: „Männlich links, weiblich rechts“

Von 16. Januar 2022 Aktualisiert: 15. Januar 2022 22:55
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Alte Weisheitsgeschichten erinnern uns an die Traditionen und moralischen Werte, die auf der ganzen Welt geschätzt werden. Wir hoffen, dass die Geschichten und Botschaften in unserer Reihe „Geschichten voller Weisheit“ dazu beitragen, die Herzen und den Geist unserer Leser zu beflügeln.

In China scheint der Brauch, die linke Seite als männlich und die rechte Seite als weiblich zu betrachten, alle Aspekte des täglichen Lebens der Menschen zu durchdringen. Wie kam es zu diesem Brauch? Die Legende besagt, nachdem Pangu, der Vorfahr des chinesischen Volkes, zu einer Gottheit geworden war, hätten sich seine Körperteile und Organe in Sonne, Mond, Sterne, Berge, Flüsse, Seen – in alle Dinge der Erde und alles Leben verwandelt. In dem Buch „Wu Yun Nian Li Ji“, das Xu Zheng während der Zeit der Drei Reiche schrieb, heißt es, dass die Sonne und der Mond der chinesischen Nation aus den beiden Augen von Pangu entstanden seien. Der Sonnengott war Pangus linkes Auge, der Mondgott sein rechtes Auge. Das ist der Ursprung des traditionellen chinesischen Brauchs „männlich links, weiblich rechts“.

Dieser Brauch ist eng mit der Philosophie der damaligen Menschen verbunden. Nach dem traditionellen Konzept sind Yin und Yang die beiden entgegengesetzten Seiten aller Dinge. Zum Beispiel kann alles nach Größe, Länge, oben oder unten, links oder rechts und so weiter unterschieden werden. Große, lange, obere und linke Dinge werden als Yang eingestuft, kleine, kurze, untere und rechte Dinge als Yin. Das Yang ist fest und stark, das Yin weich und schwach. In Bezug auf das Temperament ist das Männliche maskulin und gehört zu Yang – links, während das Weibliche sanft und weich ist und zu Yin gehört – rechts. Das Konzept „männlich links, weiblich rechts“ zeigte sich auch beim Messen des Pulses in der traditionellen chinesischen Medizin: Bei Männern wurde der Puls am linken Handgelenk, bei Frauen am rechten Handgelenk gemessen.

Tatsächlich stammt das Konzept „männlich links, weiblich rechts“ aus der Yin-Yang-Theorie der taoistischen Schule. Dinge, die der Sonne zugewandt sind, wurden als Yang klassifiziert, und das Gegenteil als Yin. Später wurde das Konzept auch auf das Klima, den Ort, die Bewegungsform und so weiter ausgedehnt. Die Theorie von Yin und Yang besagt, dass alle Dinge in der Natur zwei gegensätzliche Seiten haben, die einander ergänzen. Die Bewegung der Einheit der Gegensätze ist die grundlegende Ursache für das Entstehen, die Entwicklung, die Veränderung und den Verfall von Dingen. Im fünften Artikel des Buches „Huang Di Nei Jing Su Wen“ heißt es: „Yin und Yang ist der Weg des Himmels und der Erde, das Gesetz aller Dinge, die Mutter aller Veränderungen und der Anfang von Leben und Tod.“

Yin und Yang können zur Beschreibung von Gegensätzen und zur Analyse der beiden entgegengesetzten Seiten der Materie verwendet werden. Im Allgemeinen werden Dinge, die sich heftig bewegen, nach außen, nach oben, warm oder hell sind, als Yang betrachtet. Dinge, die relativ ruhig, nach innen, nach unten, kalt oder trüb sind, gelten als Yin. Was Himmel und Erde betrifft, so wird der Himmel, der hell und klar ist, als Yang betrachtet. Die Erde, die schwer und trübe ist, gilt als Yin. Wasser gehört zu Yin, da es kalt und feucht ist, während Feuer zu Yang gehört, da es heiß und brennend ist.

Die Yin-Yang-Theorie besagt, dass die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser das grundlegende Verhältnis der Veränderungen darstellen. Die fünf Elemente befinden sich in ständiger Bewegung und treiben die gegenseitige Förderung und die gegenseitige Hemmung an. Diese Theorie hatte einen großen Einfluss auf die Entwicklung der traditionellen Philosophien in China. Astronomie, Meteorologie, Chemie, Mathematik, Musik und Medizin führen ihre Entwicklung auf die Theorie von Yin und Yang zurück.

Eine solche Beschreibung findet sich in der „Taichi-Tabelle“ von Zhou Dunyi: „Grenzenlose Leere erzeugt Taichi; die Bewegung des Taichi erzeugt Yang; wenn die Bewegung extrem wird, verwandelt sie sich in Stille, und die Stille erzeugt Yin; wenn die Stille extrem wird, verwandelt sie sich wieder in Bewegung. Bewegung und Stille sind die Ursprünge des jeweils anderen; Yin und Yang sind differenziert und stehen als Gegensätze.“ Daher „erzeugt Taichi Yin und Yang“ und „wenn die beiden miteinander interagieren, entsteht die Vielfalt der Dinge. Dinge erzeugen andere Dinge und die Veränderungen sind endlos.“ Dies ist die beste und umfassendste Erklärung des Konzepts von Yin und Yang durch die alten Gelehrten des „Buches der Wandlungen“. Das Konzept „männlich links, weiblich rechts“ ist ebenfalls eine Art, Yin und Yang in der traditionellen Kultur auszudrücken.

Diese nacherzählte Geschichte wurde mit Genehmigung des Sound of Hope Radio Network transkribiert und abgedruckt. Sie wurde ursprünglich von Xiao Yu verfasst und auf Minghui.org veröffentlicht. Copyright © 2012. Alle Rechte vorbehalten.

Diese nacherzählte Geschichte wurde mit Genehmigung des Sound of Hope Radio Network transkribiert und abgedruckt. Sie wurde ursprünglich von Xiao Yu verfasst und auf Minghui.org veröffentlicht. Copyright © 2012. Alle Rechte vorbehalten.



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