Guildo Horn liebt es, auf der Bühne zu stehen.Foto: Horst Ossinger//dpa/dpa

Der „Coronaranzen“: Guildo Horn kann Corona-Krise nichts Positives abgewinnen

Epoch Times28. Juni 2020 Aktualisiert: 4. Juli 2020 1:01
Am meisten fehlen ihm die Konzerte: Die Corona-Krise sei für seine Band ein mittlerer Totalschaden, meint Guildo Horn.

Sänger und Entertainer Guildo Horn (57) vermisst in der Corona-Krise vor allem richtige Konzerte mit seinen Fans.

„Das ganz nahe, schweißtriefende Horngetue auf der Bühne fehlt mir zusehends. Ich werde auch immer bauchiger um den Bauch, trage quasi einen Coronaranzen“, sagte Horn.

Er habe zwar auch ein paar Drive-In-Konzerte gespielt und Danke-Ständchen für Social Media und fürs Radio gesungen – aber das sei nicht dasselbe.

Er könne dieser Ausnahmezeit nichts Positives abgewinnen: „Beruflich ist das Ganze hier ein mittlerer Totalschaden für meine Band, meine Crew und mich. Wie überall in der Unterhaltungs- und Kulturbranche eben.“ Als „Lebenskünstler“ würden sie als erste und als letzte wieder „angeknipst“. „Hoffentlich aber bald mal wieder.“

„Jeder ist relevant“

Und: Die Unterteilung in systemrelevant und nicht habe ihn „geschmerzt“. „In einem Gesellschaftssystem ist jeder relevant!“, sagte Horn. Und als Künstler „in diesen strammen Zeiten“ allemal.

Die größte Belastung im Lockdown sei für ihn „der moderne Zweikampf Homeoffice, Homeschooling“ gewesen. Mit zwei kleinen Kindern sei dies eine „extrem große Aufgabe“. „Ständig am Start sein zu müssen, geht ganz schön an die Energiereserven“, sagte Horn, der 1998 mit der Band „Die Orthopädischen Strümpfe“ beim Eurovision Song Contest (ESC) in Birmingham mit „Guildo hat euch lieb!“ den siebten Platz belegte.

Immerhin habe er in der Krise gelernt, „innerhalb von den fünf Minuten, die mir manchmal nur zur Verfügung standen, vier Texte zu schreiben“, sagte der gebürtige Trierer.

Und: „Weil ich hier gezwungen war, mich selber musikalisch zu begleiten, kann ich jetzt besser Gitarre spielen und bin obendrein mit der Technik meines Homestudios vertraut geworden. Dafür ist mein Resthaar bis hin zum Inneren des Torsos ergraut.“

Seine Reisepläne für den Sommer habe er mit seiner Frau gestrichen: „Eigentlich wollten wir gen Schweden, aber wir haben es uns plötzlich anders überlegt.“

So werde er zuhause im Bergischen Land die Zeit genießen. „Im Grünen, am Waldrand, weit ab von vielen Menschenansammlungen mit meiner Kleinfamilie, meiner Bierdeckelsammlung und meinen fünf Laufenten.“ (dpa)


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