200. Todestag eines großen Musikers

Von 1. Juni 2009 Aktualisiert: 1. Juni 2009 13:58

„Einigkeit und Recht und Freiheit …“ Immer wenn es in Deutschland besonders feierlich zugeht und es dabei den Deutschen die Tränen in die Augen treibt, ist er im Geist dabei – Joseph Haydn. Mit seiner „Kaiserhymne“, der die Melodie der deutschen Nationalhymne entstammt, setzte er sich selbst ein Denkmal, das ihn im Gedächtnis von vielen Millionen lebendig erhält.

Zugleich ist er auch der Komponist der „Abschiedssinfonie“, die zum Gedächtnis seines 200. Todestages, dem 31. Mai 1809, für ihn eine besondere Bedeutung gewinnt. Als Haydn wenige Tage vor dem Einmarsch Napoleons in Wien aus dem Leben schied, war der französische Feldherr und Kaiser der erste, der den Verstorbenen durch eine Ehrenwache auszeichnete.

Denn nie war Haydn in den siebzig Jahren seines musikalischen Schaffens umstritten. Seine musikalische Karriere reicht vom sechsjährigen Chorknaben im Burgenland über den elfjährigen Kapellsänger am Stephansdom in Wien – über einen Kopisten, Korrepetitor, Tanz- und Gelegenheitsmusiker – bis hin zum 1. Kapellmeister am Hof seines Förderers, des Fürsten Esterházy in Eisenstadt.

Allein 104 Sinfonien schuf er während seines langen Musikerlebens. Dazu 83 Streichquartette, 50 Klaviersonaten, zahlreiche Solokonzerte und Kammermusik, Opern und Oratorien, allen voran „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“. Mit diesem eindrucksvollen Gesamtwerk sicherte er sich einen hervorragenden Platz in der europäischen Musikgeschichte.

So verlief sein Lebenslauf entlang einer kulturhistorisch höchst faszinierenden Wegstrecke, in deren Verlauf er eine eigene Musiksprache entwickelte, die ganz Europa zum neuen Sprechen brachte. Bahn brechend war vor allem sein Beitrag zur Entwicklung der Sonatenform, mit der er die Großen seiner Zeit musikalische prägte.

So war er väterlich befreundet mit Wolfgang Amadeus Mozart und legte mit seinem Vorbild die Basis für dessen musikalisches Schaffen. Ebenso beeinflusste er Ludwig van Beethoven, besonders in seiner Sinfonik, dem er Unterricht in der Kompositionslehre erteilte.

Als Fürst Esterházys Nachfolger das Haydn-Orchester auflöste, erhielt Haydn das Angebot, in London seine Sinfonien mit großem Orchester aufzuführen. Damit war er während mehrerer Reisen nicht nur sehr erfolgreich, sondern nutzte die Zeit auch für wichtige Neukompositionen, zum Beispiel „Die Londoner Sinfonie“ und die legendäre „Sinfonie mit dem Paukenschlag“.

Zahlreiche Ehrungen wurden Haydn bereits zu Lebzeiten zuteil. Ehrenbürgerschaften und Ehrenmitgliedschaften in vielen musikalischen Zentren und Vereinigungen in Europa. Und ebenso bietet der 200. Todestag Haydns auf den Musikbühnen in aller Welt genügend Gelegenheit, des großen Meisters in angemessener Form zu gedenken. Beispielsweise in einer umjubelten „Haydn-Gala“ mit der „Deutschen Kammerphilharmonie Bremen“ unter Trevor Pinnock  in der Kölner Philharmonie am 27. Mai 2009. Sie zeichnete, mit Dietmar Schönherr als Sprecher, in Auszügen aus berühmten Sinfonien, Opern-Ouvertüren, Arien aus Opern und Oratorien sowie Liedern und Texten von und über Haydn in Dankbarkeit und Anerkennung ein erfülltes Komponistenleben nach.

(AP Photo/Ronald Zak)
(AP Photo/Ronald Zak)

 

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