Der Olymp zu Gast in Mannheim

Von 2. September 2010 Aktualisiert: 2. September 2010 8:28

Mannheim – Nachdem die Ausstellung „Die Rückkehr der Götter – Berlins verborgener Olymp“ zwischen 2008 und April 2010 in Berlin und davor auch in Brasilien zu Gast war, sind die Kunstwerke seit Juni am Rhein, nämlich in Mannheim, angekommen. In Kooperation mit der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin ist die Ausstellung bis zum 13. Juni 2011 im Reiss-Engelhorn-Museum zu sehen.

Der menschengroß erscheinende Fuß zu Beginn der Ausstellung zeigt die Dimension dieses Themas: Eine Gottheit ist erhaben. Sie ist nicht nur in der Größe, sondern auch in ihrer Macht dem Menschen überlegen. Die mythische Residenz der antiken Götter, der Olymp, der auch als Götterberg bezeichnet wird, hängt als Bild an der Wand und verstärkt den Eindruck dieser Erhabenheit. Im heutigen Nordosten Griechenlands gelegen, an der Grenze zu Makedonien und Thessalien, ist er das höchste Gebirge Griechenlands.

Neben den griechischen Vatergottheiten Zeus, Poseidon und Hades, die man oft nur schwer voneinander unterscheiden kann, sind Statuen der griechischen Göttinnen vertreten: Hera, Göttin der Ehe, und Demeter, Göttin der fruchtbaren Erde. Die übergroße Statue von Demeter ist eine römische Kopie aus dem Jahre 450 v. Chr.

Aphrodite, beliebtes Sinnbild für Schönheit und Liebe, begegnet dem Besucher gleich mehrfach. Dargestellt wird die Liebesgöttin, die in der römischen Mythologie als Venus bezeichnet wird, unter anderem im Moment der Geburt (Marmor, ca. 140-190 n. Chr.): aus dem Meer entstiegen, sich die Haare auswringend; oder ebenfalls halb bekleidet und schamhaft zur Seite blickend, zeigt sie uns ihre Weiblichkeit.

Der übergroße Apollon in Marmor aus dem 2. Jh. n. Chr. steht gleich daneben: mit dem fülligen Körper eines schönen Knaben, welcher eine Leier in den Händen hält. Er gilt als Anführer der Muse, der die Kraft besitzt, durch Lied und Tanz das Unheil zu verbannen.

Insgesamt 150 Objekte, darunter Marmorskulpturen, Bronzestatuetten, Terrakotten, Vasen, Gebrauchsgegenstände und Schmuck, teilweise in restauriertem Glanz oder als Kopie, können von den Museumsbesuchern bestaunt werden.

Ein Teil des Pergamonaltars (als Gipsabdruck) erlaubt dem Besucher einen letzten Blick: auf den Kampf der olympischen Götter gegen die Giganten. Der „Große Altar“ mit einem 113 Meter langen Marmorfries wurde von König Eumenes II. (197 – 159 v. Chr.) auf einer Terrasse in der hellenistischen Stadt Pergamon (jetzt Bergama) an der Westküste der heutigen Türkei errichtet. Die Deutung, was uns diese Darstellung sagen möchte, bleibt dem Zuschauer selbst überlassen. Ist es nur ein Bild,  wie  sich die damaligen Menschen die mythische Welt vorstellten, oder gilt es gar als Ermahnung , sich nicht mit den Göttern anzulegen? Es sind die Gottheiten, die siegen, was in der Ausstellung selbst  leider nicht thematisiert wird.

Öffnungszeiten
Die – So 11:00-18:00 Uhr,
Mo geschlossen
an Feiertagen 11:00-18:00 Uhr geöffnet, außer 24/12, 31/12

Adresse
Reiss-Engelhorn-Museen

D5 Museum Weltkulturen
68159 Mannheim

Foto: SMB/Antikensammlung, Johannes Laurentuis
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