Foto: Martin Häusler/EMI Music Germany

Ein Trio singt sich ins Guinnessbuch der Rekorde

Epoch Times30. September 2010 Aktualisiert: 30. September 2010 16:09

Per Zufall kann man ihnen beim Einkaufsbummel in deutschen Städten begegnen: Samuel Harfst mit seiner Akustikgitarre, neben ihm sein Bruder Dave mit einem Cajon und Dirk Menger mit einem Cello. Das Trio, das unter dem Namen seines Sängers, Gitarrist und Songwriter Samuel Harfst auftritt, spielt einfühlsame Songs über Liebe, das Leben und tiefe Gefühle oder einfach nur über den Alltag. Pünktlich mit der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Alles Gute zum Alltag“ stellten sie einen Weltrekord auf. Vor der Musikmesse Popkomm in Berlin und von den guten Wünschen von Bürgermeister Klaus Wowereit angespornt absolvierten die Musiker der Band „Samuel Harfst“ das längste Straßenkonzert der Welt und gehen dafür nun ins Guinnessbuch der Rekorde ein. 24 Stunden hielten es die Gießener Musiker durch, trotz Erkältung des Leadsängers.

Epoch Times: Herzlichen Glückwunsch zum Weltrekord! Obwohl ihr es gewohnt seid auf der Straße zu spielen: Wie kam es zu der Idee so etwas zu starten und wie war das Gefühl es geschafft zu haben?

Samuel Harfst: Also ganz ehrlich wir waren selber etwas überrascht, dass wir es geschafft haben. Ich hatte mir zwei Tage vor dem Rekord eine starke Erkältung eingefangen und musste ein Antibiotikum einnehmen. Die Idee kam, nachdem wir an einem normalen Samstag schon mal fast 8 Stunden gespielt hatten und Leute uns im Spaß sagten, dass das ja schon fast rekordverdächtig wäre. Als der Veröffentlichungstermin für unser neues Album „Alles Gute zum Alltag“ näher rückte, dachten wir es sei ein würdiger Zeitpunkt, um zu schauen, ob wir das Zeug zu Weltrekordlern haben.

Nach den 24 Stunden in Berlin waren wir dann sehr glücklich, sehr erstaunt und vor allem sehr müde. Ohne die Unterstützung von den netten Zuhörern und Unterstützer vor Ort wäre die Nacht bestimmt noch härter gewesen. Jetzt fühlt es sich gut an, dass man eine so schöne Erinnerung mit tollen Menschen teilt und wohl nie vergisst.

Epoch Times: Euer aktuelles Album beinhaltet keine englischen Songs mehr. Habt ihr vor dies so beizubehalten – also nur noch in deutscher Sprache zu singen?

Harfst: Ich schreibe immer noch in beiden Sprachen. Das nächste Album wird ziemlich sicherlich noch mal  deutsch. Danach schauen wir weiter.

Epoch Times: Wer schreibt die Texte und was inspiriert Euch dabei? Zum Beispiel der Song „Alles Gute zum Alltag“ – wie ist dieser entstanden?

Harfst: Ich schreibe zurzeit den Großteil aller Songs alleine wenn man darunter Text und Melodie versteht. Dirk und David sind dann natürlich sehr aktiv in der Sound-, Akkord- und Arrangement-Findung und wir schrauben meistens solang bis jeder seinen Platz in dem Lied gefunden hat. Alles was mein Herz berührt hat gute Chancen früher oder später, direkt oder indirekt als eine Liedzeile aus meinem Mund zu kommen. Alles Gute zum Alltag ist eine Ode an die vielen kleinen und großen Momente im Alltag die es Wert sind gefeiert zu werden und dankbar für sie zu sein.

Epoch Times: In eurem Booklet sind die verschiedensten Musiker aufgelistet. In eurer Band sind aber nur 3 Musiker fest dabei. Sind die anderen Freunde der Band? Oder warum haben auf dem Album so viele Musiker mitgewirkt?

Harfst: Ganz bunt gemischt. Von Studiomusikern, die wir erst im Studio wirklich kennen gelernt haben, bis zu gut befreundeten Musikern, die bei einem Treffen spontan ihr Instrument zückten und sich entschieden, sich auf dieser Produktion zu verewigen.

Dann ist da natürlich noch Timothey James Lucey, mit dem ich schon seit einigen Jahren zusammen produziere und sehr gut befreundet bin. Live wechseln wir dann zu dritt zwischen 5 Instrumenten. Ich spiele ab jetzt bei unseren eigenen Konzerten auch wieder E-Gitarre, was das Programm noch abwechslungsreicher macht.

Epoch Times: Gibt es Vorbilder für Euch, die eine Art Wegweiser bei Eurer musikalischen Arbeit sind?

Harfst: Johnny Cash, David Gray, Amos Lee, Pete Murray, Coldplay, und viele andere großartige Musiker die mit ihrer Musik dem Hörer eine neue Welt eröffnen.

Epoch Times: Auf Eurer neuen CD sind 3 Musiker auf den Bildern zu sehen – ursprünglich wart ihr zu 4. Ist ein Musiker abgesprungen?

Harfst: Dominik Schweiger der früher regelmäßig mitspielte, hat sich vor einiger Zeit für ein Vollzeit-Studium entschieden und ist seit dem nur noch sporadisch dabei, wenn es terminlich funktioniert.

Epoch Times: Ihr seid ein eingespieltes Team und kennt Euch schon einige Jahre. Gibt es manchmal dennoch Konflikte untereinander und wie geht ihr damit um?

Harfst: Klar, kleinere Meinungsverschiedenheiten gibt es immer. Ich glaube wichtig ist es zu vermeiden, dass sie unnötig große Bedeutung bekommen. Der Zeitpunkt für Kritik ist extrem wichtig und dann sollte sie konstruktiv bleiben.

Gemeinsam mit seinem Bruder nahm Samuel Harfst 2006 in Deutschland mit „Simply For You“ eine erste CD auf. Mittlerweile wurden 25.000 CDs auf Straßenkonzerten und Festivalauftritten verkauft. Das fünfte und aktuellste Album „Alles Gute zum Alltag“ mit 14 Songs kann unter der Webadresse samuelharfst.de für 15 EUR angefordert werden.Gemeinsam mit seinem Bruder nahm Samuel Harfst 2006 in Deutschland mit „Simply For You“ eine erste CD auf. Mittlerweile wurden 25.000 CDs auf Straßenkonzerten und Festivalauftritten verkauft. Das fünfte und aktuellste Album „Alles Gute zum Alltag“ mit 14 Songs kann unter der Webadresse samuelharfst.de für 15 EUR angefordert werden.Foto: EMI Music Germany

Epoch Times: In welche Musikrichtung würdet ihr Euch selbst einordnen?

Harfst: Schwer zu sagen. Mochte dieses Schubladen-Denken noch nie. Ganz nach dem Motto „Über Musik zu reden ist wie über Architektur zu tanzen.“ Es wird also kein Weg daran vorbei führen sich die Musik selber anzuhören, um sich ein Bild zu machen.

Epoch Times: In Australien begann Eure musikalische Reise als Straßenmusiker. Was war die Motivation, sich mit den Instrumenten auf die Straße zu stellen und Musik zu machen?

Harfst: Ganz ehrlich – Geldprobleme und der Versuch diese mit etwas, das man gerne tut, zu beheben. Wir waren wirklich an einem Punkt, an dem wir uns zwei Wochen durchgehend von den billigsten Fertignudeln ernährten. Dann machte es irgendwann so viel Spaß, dass wir es seitdem nie lange lassen können.

Epoch Times: Wo würdet ihr Euch gerne in 2 Jahren sehen?

Harfst: Ich bin froh, dass ich uns jetzt noch nicht in zwei Jahren sehen kann. Habe schon genug mit mir jetzt zu tun und würde mich wahrscheinlich hauptsächlich über meine Frisur wundern, die ich dann haben werde.

Epoch Times: Gibt es ein besonderes Erlebnis oder Erkenntnisse, die für Euren Lebensweg bedeutsam sind/waren und ihr unsern Lesern gerne mitteilen möchtet?

Harfst: Mir fällt es oft am leichtesten die Dinge, die mir wirklich wichtig sind in Musik und Text zu packen. Aber mir ist es generell wichtig immer für Wahrheit offen zu sein egal wo sie mir begegnet. „Wer sucht der wird finden und wer anklopft dem wird aufgetan.“

Alles Gute zum Alltag: http://www.youtube.com/watch?v=s1fWv1qKNL8

Foto: Martin Häusler/EMI Music Germany

 

 



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