Erhabene Bilder in Edelstein

Von 3. August 2007 Aktualisiert: 3. August 2007 10:50
Ausstellung im Alten Museum Berlins

Mit den etwa 14.000 geschnittenen Edelsteinen und Glaspasten besitzt die Berliner Antikensammlung eine der größten Gemmensammlungen der Welt. Im Alten Museum wird bis zum 28. Oktober mit der Ausstellung „Mythos und Macht – erhabene Bilder in Edelstein“ eine umfangreiche Auswahl gezeigt. Ein Anblick, der sonst im Tresor im Verborgenen bleibt.

Ein Stück Luxus

In Edelstein geschnittene Bilder – Kameen genannt – gelten seit ihrer Erfindung als Inbegriff von Luxus. Die ersten Kameen sind seit dem dritten Jahrhundert v. Chr. bekannt. Im Gegensatz zur Gemme, deren vertieft in den Edelstein geschnittenes Bild seit dem zweiten Jahrtausend v. Chr. als Siegel diente, war die im Relief geschnittene Kamee stets ein reines Schaustück. Sie konnte in Diademen, Ohrringen, Halsketten, Broschen oder Fingerringen als Schmuck getragen werden. Die großen Exemplare mit vielfigurigen Szenen waren zumeist
politische Schaustücke und wurden in Metallrahmen präsentiert.

Kostbare Funde

Die Datierung von Kameen ist ein besonders schwieriges Kapitel – nicht nur was die Unterscheidung zwischen antik und nachantik betrifft. Viele von ihnen wurden zudem für eine Zweitverwendung überarbeitet, auch weiß man über die Künstler wenig. Umso bedeutender sind Fundkomplexe wie der aus Petescia in den Sabiner Bergen, der 1876 nach Berlin kam: Der kostbare, um 20 n. Chr. verborgene Schatz umfasst neben Goldschmuck und Silbergefäßen auch 14 zeitlos schöne goldene Fingerringe mit geschnittenen Edelsteinen in Smaragd, Chrysolith, Granat, Aquamarin, Karneol, Karneolonyx und Sardonyx. In einem Mädchengrab, das über 70 wertvolle Beigaben enthielt, wurden etwa zur gleichen Zeit vier goldene Fingerringe, vier Kameen sowie sechs kleine Gegenstände aus reinstem Bergkristall niedergelegt.

Zu sehen sind in der Ausstellung Themen wie Mythen von Herakles im Kampf mit dem Nemeischen Löwen bis hin zur Demonstration der Macht von Kleopatra bis Napoleon.

www.smb.spk-berlin.de

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