Gedanken über die Architektur im Alten Griechenland

Von 25. Mai 2009 Aktualisiert: 25. Mai 2009 15:51

Wir wissen, dass griechische Architektur körperliche Perfektion, Balance, Symmetrie betont und auf einem mathematischen Verständnis von Ästhetik basiert.

Die alten Griechen hatten ein Sprichwort, das uns daran erinnert, und einige Jahre später von Vitruv, einem römischen Mathematiker aufgegriffen wurde: „Er [der Architekt] sollte schreiben können, Fähigkeiten im Zeichnen haben und in der Geometrie ausgebildet sein. Er sollte in der Lage sein, Geschichten zu erzählen, genau den Philosophen zuhören können, nicht unwissend der Medizin, der Musik, Antworten auf Rechtfragen haben, und vertraut mit der Astrologie und der Ordnung des Himmels.“

In der hellenistischen Zeit beobachteten die bildenden Künstler den menschlichen Körper, um ihn in seiner Perfektion darstellen zu können. Aber warum sollte sich ein Bildhauer sich in der Musik auskennen können?

Die Art und Weise, wie die griechischen Athleten die Scheibe warfen wurde „rythmos“ genannt, was so viel wie Regelmäßigkeit, Rhythmus bedeutet. Ein griechischer Athlet kannte die genaue Mechanik des Körpers und dessen Rhythmus, den er in Kombination mit der Rotation seines Körpers beim Werfen aufbringen musste, um den besten Wurf zu machen.

Ebenso wie Sportler den Körperrhythmus verstehen müssen, müssen sich Architekten auch in  Musik auskennen, denn mit Musik können sie die Essenz ihrer Handlungen besser verstehen, was dem Bildhauer dazu nützlich sein kann, den menschlichen Körper in Aktion darzustellen und die Essenz dessen, was ein Gebäude sicher macht, zu verstehen.

Die strategische Platzierung von Gebäuden

Gebäude müssen strategisch Erdbeben aushalten. Der Parthenon, der Tempel auf der Akropolis, mit seinem Alter von 2500 Jahren, ist ein Zeugnis des „Einfallsreichtums“ von Architekten. Die Erbauer waren auch insbesondere sehr auf den Ort der Aufstellung bedacht, um die beste Sicht von allen Seiten zu haben.

Architekten befragten das Orakel, wo sie ein Gebäude erreichten sollten. Manchmal erhielten sie Zeichen von einer bestimmten Gottheit, die ihnen aufzeigte, wo und was zu erbauen sei. Als die Perser im Jahr 480 v. Chr. bei ihrem Eroberungskampf den Parthenon zerstörten und den dort wachsenden heiligen Ölbaum verbrannten, wollten die Athener das Gebäude nicht wiederaufbauen, aus Sorge, dass sie daran erinnert werden, was die Perser getan hatten. Aber als am nächsten Tag der Geschichte zufolge der heilige Ölbaum wieder erschien, so als ob nichts passiert sei – war dies ein Zeichen, dass die Göttin wollte, dass der Parthenon wieder aufgebaut werden sollte.

Werke, aus Frömmigkeit erschaffen

Warum konnten die alten Griechen so schöne Skulpturen und Gebäude schaffen, die manchmal in unseren Augen als unglaublich erscheinen und uns darüber Staunen lassen, was Menschen tun können? Das Wort „Skulptur“ heißt in der griechischer Sprache „agalma“, dieses kommt von dem Verb „agallo.“ Agallo bedeutet Zufriedenheit und Freude.

Kunst wurde dafür eingesetzt, Achtung gegenüber den Göttern zu zeigen und ihnen gegenüber Zufriedenheit zu erfüllen, und damit sich das Stück das einem Gott gewidmet ist als würdig erweist, muss es einwandfrei dargestellt werden, um die vollkommensten Lebewesen abzubilden.

Die gleiche Einstellung leitete die Griechen, was immer sie taten, vor allem, wenn es für die Götter war.

Der Parthenon, der der jungfräulichen Göttin Athena gewidmet ist, hat als Basis keine geraden Linien in seiner Struktur – vielmehr ist es die Kreisförmigkeit, die das Gebäude aus der Ferne des Horizonts erkennen lässt. Der Grund für diesen Ansatz ist, dass Kreise die Ewigkeit symbolisieren, denn Götter sind ewig. Wie wir sehen können, in allem, was die alten Griechen taten, kombinierten sie die Theorie mit dem Respekt gegenüber dem Himmel und der Wissenschaft, um ein perfektes Kunstwerk zu erschaffen. Für den Künstler war die Herstellung der Skulptur ein Reinigungsprozess seiner Seele. Wenn er seine Arbeit beendet hatte, wusste er, dass Götter und Menschen gleichermaßen Freude empfinden werden, wenn sie diese Skulptur sehen.

Erschienen in The Epoch Times Deutschland NR. 18/09

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