Gehobene Fahrstuhlmusik

Von und 11. Mai 2010 Aktualisiert: 11. Mai 2010 7:23
De Phazz touren wieder und spielten ihr Konzert im ausverkauften Wiener Porgy & Bess

Die Kombination von elektronischen Beats und Sounds mit Instrumenten ist seit Ende der 90er-Jahre kein Novum mehr. Auch die Einbindung von Soul, Funk und Groove überrascht nicht wirklich. Aber das soll sie auch gar nicht mehr. Schließlich zeichnet De Phazz seit der Gründung 1997 genau diese Stilrichtung aus.

Somit bewerben De Phazz ihr neues, achtes Studioalbum LaLa 2.0  auf ihrer Tour durch Zentraleuropa und besuchten auch das ausverkaufte Porgy & Bess in Wien. Der Altersschnitt des meist pärchenweise erscheinenden Publikums ließ auf Fans der ersten Stunde schließen.

Mastermind Pit Baumgartner hat eine dynamische und routinierte Band zusammengestellt, lässt Bässe wummern und Beats grooven (so solle es sein) und bildet damit das solide Rückgrat für die Stimmen von Pat Appleton und Karl „Shaft“ Frierson. Die beiden wechseln sich nach jedem zweiten Song ab – und mindestens genau so oft ihr Outfit – bringen Funk und Soul in die Musik und ausgelassene Stimmung unter die  Leute: „Are you wearing your dancing shoes?“ De Phazz spielen ein gutes, wenngleich wenig abwechslungsreiches Konzert. Zu sehr ähnelt sich altes und neues Material, zu auffällig ist die Mischung aus Drum’n’Bass, Trip Hop, Easy Listening, Reggae, … irgendwann ist man einfach wieder am Anfang. Willkommen im Mainstream. Den Leuten gefällt’s trotzdem. Und das soll auch so sein, die Musik verbreitet gute Vibes, regt gleichermaßen zum Tanzen, Feiern und Flirten an.

Nur, am Ende des Abends kann man sich an keinen einzigen Song mehr erinnern (außer vielleicht den „Titicaca Lake“, aber das ist ja nicht der wirkliche Songtitel). Auch das ist nicht so schlimm: Was damals neu und gewagt, hip und cool, findet sich heute in jeder mäßig sortierten Plattensammlung, wird von Cocktailbar über Lounge bis Otis und Doppelmayr wahrlich auf und ab gespielt. Aber es hat seinen Charme …

Wozu das Rad neu erfinden, wenn man es doch schon selbst miterfunden hat?

 

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN