Internationale Kunstausstellung „Die Kunst von Zhen Shan Ren“ in Weimar

Von 1. Oktober 2012 Aktualisiert: 1. Oktober 2012 19:53

 

Die Internationale Kunstausstellung „Die Kunst von Zhen Shan Ren“ (Wahrhaftigkeit Barmherzigkeit Nachsicht) ist derzeit in Weimar zu sehen. Eine Ausstellung, die ungewöhnliche Bilder in einer traditionellen Kunstform präsentiert, wie man sie heute kaum noch findet. Seit 2004 war diese Ausstellung bereits in 200 Städten weltweit unterwegs, denn was hier gezeigt wird, ist ein durchaus universelles Thema. Menschen werden für ihren Glauben an eine spirituelle, gutherzige Welt, die gleichzeitig neben der materiellen Welt existiert, oft bis zum Tode verfolgt.

In dieser Kunstausstellung geht es um die gewaltsame Unterdrückung der Falun Gong-Praktizierenden in China. Falun Gong, auch Falun Dafa genannt, ist eine alte chinesische Kultivierungsmethode, die von Li Hongzhi 1992 erstmals an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Neben den fünf sich positiv auf den Körper auswirkenden Qigong-Übungen beinhaltet diese Praxis eine Anleitung, wie man sich im täglichen Leben nach den drei kosmischen Eigenschaften Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht richtet. In China ist diese Form der Charakterveredelung und geistigen Erhöhung ab 1999 durch die Kommunistische Partei und ihren damaligen Anführer Jiang Zemin verboten worden.

Robert Rook, einer drei Gastgeber der Ausstellung in Weimar sagt: „Ich bin selbst Falun Dafa Praktizierender und ich freue mich, dass wir die Kunstausstellung gerade nach Weimar, die ja 1999 Kulturstadt Europas war, holen konnten. Weimar ist auch ein ganz besonderer Ort für die Ausstellung, nicht nur als Kunststadt sondern auch wegen dem nahen Konzentrationslager Buchenwald. Wir denken damit auch zeigen zu können, dass Themen, die wir glauben in Deutschland überwunden zu haben, in anderen Teilen der Welt immer noch ganz aktuell sind.“

Künstler aus China, die zum Teil selbst die Erfahrung brutalster Foltermethoden in Gefängnissen, Arbeits- und Umerziehungslagern gemacht haben, stellen hier ihre Erfahrungen in Form ausgereifter, höchst brillanter Ölmalerei dar. Es sind Bilder, die immer wieder den Kampf zwischen Gut und Böse widerspiegeln, zum Teil aber auch Trauer und Verzweiflung über die Ungerechtigkeit, der so manche Angehörige und Kinder der getöteten Praktizierenden hilflos gegenüberstehen.

Thomas Strieber, BWL-Student aus Erfurt besuchte die Ausstellung im Weimarischen Kulturzentrum mon ami am Sonntag und fand es „eine sehr informative und beeindruckende Ausstellung, die gleichwohl sehr beängstigend ist. Beängstigend, denn man hat durch die Bilder von der Verfolgung von Falun Gong in China erfahren und der grausamen Folter, der die Praktizierenden dort ausgesetzt sind.“

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Aber es gibt auch Bilder der Hoffnung die ausdrücken, dass am Ende Gutes mit Gutem und Böses mit Bösem vergolten wird. Bilder die zeigen, dass wenn man mit Mut und Standhaftigkeit seinen Glauben und das Gute vertritt, dann die Gottheiten zur Unterstützung da sind.

„Es ist unheimlich mutig, so etwas auszustellen“, sagte Brigitte Bachhaus, Diplomingeneurin für Medizintechnik aus Weimar. „Ich meine hier ist es nicht mutig, hier kann man das machen. Hier sind wir in einem, naja, auch nicht ganz freien Land, wir sind auch von politischen Zielen beeinflusst. Aber die Ausstellung macht aufmerksam und das ist gut.“

Professor Zhang Kunlun, selbst Falun Gong-Praktizierender und mehrmals Opfer der Verfolgung in China, gelang die Freilassung 2001 und seitdem lebt er in Kanada. Hier hat er sich mit anderen Künstlern zusammengeschlossen, um diese traditionelle Kunstform wieder aufleben zu lassen und damit gleichzeitig die Grundlage der menschlichen Moral in der Welt zu verbreiten.

„Ich habe die Ausstellung das erste Mal 2005 in Stockholm gesehen, war sehr beeindruckt von den Bildern und habe seitdem mich mit dem Gedanken getragen, die Ausstellung einmal in meinem Wohnort zu präsentieren“, erzählt Chris Gannot, einer der drei Gastgeber und Organisatoren in Weimar. Dieses Jahr haben wir nun die Gelegenheit bekommen im Rahmen der interkulturellen Wochen in Weimar. Der Verein Ars Honesta – Verein für Kunst und Menschenrechte e.V. ist meiner Einladung gefolgt und die Stadt hat uns dabei sehr stark unterstützt.“

Weimar, die Stadt der Dichter und Denker, ist auch immer wieder Anziehungspunkt für Intellektuelle, Schüler und Studenten. Chris Hunt, Jura-Student aus Jena war zutiefst beeindruckt von der Ausstellung im Kulturzentrum: „Ich fand das insgesamt sehr beeindruckend, nicht nur vom Künstlerischen her, das mir sehr gut gefallen hat, sondern auch wegen den Botschaften, die da übermittelt werden. Ich hatte vorher nur einen sehr groben Überblick über Falun Dafa und die Verfolgung, die da passiert. Durch die Bilder ist das für mich noch einmal sehr eindrucksvoll dargestellt worden. Unter anderem fand ich die Schlichtheit von den Gemälden sehr beeindruckend, zum Beispiel das mit dem jungen Mädchen, das die Schachtel mit den sterblichen Überresten seiner Eltern in der Hand hält, fand ich recht bezeichnend. Es hat einen auch zum Nachdenken angeregt, was da in einigen Ländern der Welt passiert, was bei uns gar nicht so gesellschaftliches Thema ist. Eine Ausstellung, die darauf aufmerksam macht, ist schon sehr beeindruckend.“

Die Internationale Kunstausstellung „Die Kunst von Shen Shan Ren“ ist in Weimar noch bis zum 5. Oktober 2012 zu sehen.

 

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