Typisch ungarisch: Scharfe Paprika trocknet an der Hauswand.Foto: iStock

Klassik des Tages: Ein feuriger Csárdás

Epoch Times5. Oktober 2020 Aktualisiert: 5. Oktober 2020 18:14
Aus der Reihe Epoch Times Musik – Für Liebhaber.

Das bekannteste Werk von Vittorio Monti (1868-1922) ist der Csárdás, der als Rhapsodie für Violine, Mandoline oder Klavier um 1904 komponiert wurde. Hier in einer Fassung mit Hauser (Cello) und Caroline Campbell (Violine) sowie dem Zagreb Philharmonic Orchestra unter Leitung von Ivo Lipanovic.

Monti war ein italienischer Geiger und Komponist, er schrieb einige Ballette und Operetten. Er komponierte meist für Violine mit Klavier- oder Orchesterbegleitung. In späteren Jahren widmete er sich mehr der Mandoline und verfasste auch ein Lehrbuch für diese.

Viele Zigeunermusik-Kapellen spielen den Csárdás von Monti. Der Csárdás ist eine traditionelle Tanzform der Ungarn, die auch in Siebenbürgen verbreitet ist. Diese Tanzform hat spezielle Grundfiguren, die von Paaren am Platz oder in Drehungen gezeigt werden. Selbst einige Plattler (wie in Bayern) gehören zum Csárdás. Auch Franz Liszt komponierte mehrere Csárdás.

Der Ursprung des Tanzes ist umstritten. Möglicherweise basiert er auf einem Heiduckentanz (türk. Haydut, Gesetzloser, Räuber), einem Tanz von bandenmäßig organisierten Wegelagerern, als sich Südosteuropa unter türkischer Herrschaft befand. Auch ungarische Viehhirten (ungarisch hajtó für Ochsentreiber) sowie später die Söldner, die für das Osmanische Reich die Grenzkontrolle übernahmen, wurden so bezeichnet.

Andere Musikforscher verweisen für den Csárdás auf Verbunkos, einen weiteren ungarischen Tanz- und Musikstil. Mit Verbunkos warben im 18. Jahrhundert Zigeunerkapellen Soldaten für die habsburgische Armee an.

 

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