Musik am Abend: Die 90. Sinfonie von Haydn wurde zweimal verkauft

Epoch Times19. Juli 2019 Aktualisiert: 19. Juli 2019 12:39
Aus der Reihe Epoch Times Musik – Für Liebhaber.

Franz Joseph Haydn (1732-1809) komponierte unzählige Sinfonien, hier seine 90. Sinfonie in C-Dur (Hob I:90), entstanden im Jahr 1788. Es spielt “ The Orchestra of the 18th Century“ unter Leitung von Frans Brüggen.

  1. Adagio – Allegro assai (0:00)
  2. Andante (10:18)
  3. Menuetto (17:27)
  4. Finale: Allegro assai (23:10)

Vermutlich ist die Sinfonie Nr. 90 eine Nachbestellung für die sehr erfolgreiche Pariser Konzertreihe der „Loge Olympique“. Die 90. bis 92. Sinfonien von Haydn entstanden wahrscheinlich im Auftrag des Grafen von Ogny, das Autograf auf der 90. Sinfonie bietet ein Hinweis auf den Grafen d´Ogny. Allerdings verkaufte Hadyn sie ein zweites Mal im Jahr 1789 an den Fürsten Oettingen-Wallerstein.

Der Fürst verehrte Joseph Haydn und wollte Werke von ihm, die keiner außer ihm besitzen sollte. Haydn antwortete brieflich, dass er zuvor erst seine anderen Aufträge abarbeiten musste und meldete sich gut eineinhalb Jahre später wieder bei ihm. Als der Fürst von Oettingen-Wallerstein dann jedoch nicht das selbst geschriebene Original einer Haydn-Sinfonie, sondern eine Kopie erhielt, gab es Schwierigkeiten.

Der Komponist entschuldigte sich in einem weiteren Brief mit einem Augenleiden, weshalb Kopisten diese für ihn abschreiben mussten. Er verriet nicht, dass er sie an den Grafen von Ogny verkauft hatte. Doch Fürst von Oettingen-Wallerstein fand seine Entschuldigung wohl plausibel, er wusste auch noch nichts von dem Verkauf nach Paris.

Im Schlusssatz der 90. Sinfonie gibt es einen musikalischen Scherz: Durch eine lange Generalpause entsteht der Eindruck, das die Sinfonie bereits beendet sei.

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