Musik am Abend: Die „Kleine Neunte“ von Beethoven – gespielt von Martha Argerich und Seiji Ozawa

Epoch Times11. April 2019 Aktualisiert: 11. April 2019 15:56
Aus der Reihe Epoch Times Musik – Für Liebhaber.

Ludwig van Beethoven (1770-1827) war ein deutscher Komponist und Pianist. Sein Konzertstück Fantasie für Klavier, Chor und Orchester in c-Moll op. 80 (oder kurz Chorfantasie) wird auch „Kleine Neunte“ genannt.

Es musiziert ein All-Star-Orchester unter Leitung von Seiji Ozawa (83), am Flügel spielt Martha Argerich (75).

Die „Kleine Neunte“ vereint Merkmale einer Klavierfantasie, eines Klavierkonzerts und einer Kantate. Das Stück steht im Schatten seiner ähnlich angelegten 9. Sinfonie und ist vergleichsweise unbekannt. Es wird relativ wenig aufgeführt – vielleicht auch, weil es eine unkonventionelle Besetzung mit Chor, Orchester, Solisten und Klavier erfordert.

Der Text stammt von Christoph Kuffner (1780-1846) und lautet vollständig so:

Schmeichelnd hold und lieblich klingen
unsers Lebens Harmonien,
und dem Schönheitssinn entschwingen
Blumen sich, die ewig blüh’n.

Fried und Freude gleiten freundlich
wie der Wellen Wechselspiel;
was sich drängte rauh und feindlich,
ordnet sich zu Hochgefühl.

Wenn der Töne Zauber walten
und des Wortes Weihe spricht,
muss sich Herrliches gestalten,
Nacht und Stürme werden Licht,

äuß’re Ruhe, inn’re Wonne,
herrschen für den Glücklichen
Doch der Künste Frühlingssonne
lässt aus beiden Licht entsteh’n.

Großes, das ins Herz gedrungen,
blüht dann neu und schön empor,
hat ein Geist sich aufgeschwungen,
hallt ihm stets ein Geisterchor.

Nehmt denn hin, ihr schönen Seelen,
froh die Gaben schöner Kunst.
Wenn sich Lieb und Kraft vermählen,
lohnt dem Menschen Göttergunst.

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