Musik am Abend: Meditation von Thais

Epoch Times13. November 2019 Aktualisiert: 13. November 2019 18:50
Aus der Reihe Epoch Times Musik – Für Liebhaber.

Jules Émile Frédéric Massenet (1842-1912) war ein französischer Opernkomponist. Von ihm ist diese Meditation aus der Oper Thaïs in einer Version für Violine und Orchester überliefert, hier in einer Aufnahme mit der Londoner Philharmonie. Die Thaïs ist eine seiner Opern nach einem Libretto von Louis Gallet.

Die leicht orientalisch geprägte Opernhandlung beruht auf dem historischen Roman Thaïs von Anatole France, der auf ein viel älteres Drama (um 962) zurückgeht. Darin geht es um die Legende der ägyptischen Hetäre und späteren Eremitin Thais – und vermutlich um eine Geliebte von Alexanders des Großen.

Jules Massenet bekam als Elfjähriger eine erste musikalische Ausbildung in Paris und lernte dabei auch Franz Liszt kennen. Er hielt sich drei Jahre in Italien in der Villa Medici auf. Später engagierte er sich in der Pariser Opernszene, sein Erfolg kam nur schrittweise. Erst 1884 erlangte er internationalen Ruhm.

Die Pariser Oper hatte strenge Regeln und verlangte zwischen den Musiknummern gesprochene Dialoge. Massenet erfand die Variante, Texte zur Orchesterbegleitung sprechen zu lassen, um die musikalische Spannung aufrechtzuerhalten.

Die Meditation wurde in der Oper als Übergangsmusik zwischen den beiden Bildern des zweiten Aktes vor dem geschlossenen Vorhang gespielt. Das Stück symbolisiert die Entwicklung der Thaïs von der Hure zur Heiligen.

 

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