Bestsellerautorin Rosamunde Pilcher ist gestorben

Epoch Times7. Februar 2019 Aktualisiert: 7. Februar 2019 17:15
"Muschelsucher" und "Wilder Thymian" – Die Schriftstellerin Rosamunde Pilcher starb in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 94 Jahren.

Die britische Bestsellerautorin Rosamunde Pilcher ist tot. Pilcher sei in der Nacht zum Donnerstag gestorben, teilten ihr deutscher Verlag Rowohlt sowie ihre britische Agentur Felicity Bryan Associates mit. Die Schriftstellerin wurde 94 Jahre alt. In keinem Land war die Autorin von Liebesromanen wie „Muschelsucher“ und „Wilder Thymian“ so bekannt und beliebt wie in Deutschland. Unzählige ihrer Romane und Erzählungen wurden vom ZDF verfilmt.

Pilcher wurde am 22. September 1924 in Lelant in der englischen Grafschaft Cornwall geboren. Ihre ersten Texte schrieb sie schon in der Schulzeit. Später schrieb sie unter dem Pseudonym Jane Fraser Kurzgeschichten und Liebesromane. Sie spielten meist im ländlichen Milieu der britischen „Upper Middle Class“ und wurden von Frauenmagazinen gern veröffentlicht.

Den internationalen Durchbruch schaffte Pilcher, nachdem sie sich auf Anraten ihres Verlags an größeren Romanprojekten versuchte. Ihre Familiensagas „Die Muschelsucher“ (1987) und „September“ (1990) schafften es rasch auf die internationalen Bestsellerlisten und erreichten gigantische Auflagen.

Pilchers Bücher waren die Grundlage von etlichen Filmen, die Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockten. 1993 startete das ZDF seine Rosamunde-Pilcher-Reihe mit dem Film „Stürmische Begegnung“. Inzwischen sind es nach ZDF-Angaben mehr als hundert Verfilmungen.

Die Tochter eines britischen Marineoffiziers und einer als „strenggläubig“ beschriebenen Mutter erlebte das Ende des Zweiten Weltkriegs mit ihrer Familie in Ceylon. Zurück im englischen Cornwell lernte sie den schwer verwundeten Offizier Graham Pilcher kennen. Sie heirateten 1946 und zogen ins schottische Dundee, wo die Familie ihres Mannes ein Textilunternehmen besaß. Sie bekamen insgesamt vier Kinder. In Dundee starb die Autorin nun auch.

Der ungewöhnliche Erfolg ihrer Romane über das beschauliche Leben der britischen Mittelklasse gab der Literaturkritik einige Rätsel auf. Pilcher selbst sagte 1991 der Illustrierten „Quick“, sie glaube, dass die Leute von Kunstfiguren wie in „Dallas“ oder „Denver“ einfach übersättigt seien und wenigstens in Büchern über ganz normale Leute lesen wollten.

Die Autorin, die sich selbst nie als „Literatin“ bezeichnen wollte, wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Order of the British Empire (2001), dem Bambi-Fernsehpreis (1997) und der Goldenen Kamera (1998).

„Die ‚Rosamunde Pilcher‘-Filme im ZDF gehören zu den erfolgreichsten Literaturverfilmungen im deutschen Fernsehen“, erklärte der ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler. „Wir verlieren mit Rosamunde Pilcher eine der großen populären Erzählerinnen unserer Zeit“. Mit ihren „gefühlvoll-heiteren und lebensweisen Geschichten habe sie bald drei Jahrzehnte lang das Bild des „ZDF-‚Herzkino'“ geprägt. (afp)

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