Wenn der Maya-Kalender endet

Starregisseur Roland Emmerich inszeniert Untergang der Zivilisation
Titelbild
(Sony Pictures Releasing GmbH)
Von 3. November 2009

„Jede Zivilisation der Erde hat einen Sintflut-Mythos“, philosophiert Produzent und Drehbuchautor Harald Kloser, über seine ursprüngliche Filmidee und verbindet sie gleichzeitig mit einer Hoffnung: „Manche Menschen erhalten dabei die sprichwörtliche zweite Chance – eine neue Kultur aufzubauen, eine neue Gesellschaft und eine neue Zivilisation.“ Zusammen mit dem deutschen Erfolgsregisseur Roland Emmerich („Independence Day“, „Day After Tomorrow“) schrieb er das Drehbuch. Gemeinsam fanden sie einen unwiderstehlichen Aufhänger für eine zeitgenössische Sintflutgeschichte: Das Ende des Maya-Kalenders am 21. Dezember 2012.

Solarphysik und Mayaprophezeiung

Etliche Forscher haben das Phänomen studiert. In einem sind sich sowohl die historische Maya-Prophezeiung als auch die zeitgenössische Solarphysik einig: sie halten das Jahr 2012 für ausschlaggebend. Obwohl diese Experten sich in wesentlichen Teilen ihrer Studien einig sind, werden viele Teile noch in Frage gestellt oder bleiben kontrovers. Doch seien es der Einfluss der Sonnenaktivität, Magnetpolveränderungen, der Ausbruch eines Supervulkans unter dem Yellowstone National Park oder religiös-philosophische Ansätze, das Ausmaß und die Vielzahl der Theorien waren für Emmerich und Kloser große Inspirationsquellen, als sie ihr Drehbuch verfassten.

Das Drehbuch von Kloser und Emmerich hat in vielen Bereichen das größte Ausmaß, an das sich Emmerich jemals heran gewagt hat. „Über die Hälfte des Films besteht aus visuellen Effekten. Ich glaube, dass Roland einen Weg gefunden hat, wirklich jede Naturkatastrophe unterzubringen, die man sich vorstellen kann. Auf Seite 30 des Drehbuchs wird L.A. von einem Erdbeben zerstört, das 10,5 auf der Richterskala erreicht. Der Yellowstone Park wird durch eine dreißig Meilen Fläche abdeckende Lava-Explosion vernichtet“, erklärt Visual Effects-Spezialist Marc Weigert und verspricht: „Sie mögen denken: „Naja, ich habe schon Filme mit einem Erdbeben gesehen.“ Glauben Sie mir: Haben Sie nicht!“

Wissende und Nichtwissende

Die Geschichte von „2012“ wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus derer, die um die verhängnisvollen Ereignisse wissen und den Ahnungslosen. Da ist auf der einen Seite der Regierungswissenschaftler Adrian Helmsley (Chiwetel Ejiofor), der eine ganze Reihe Veränderungen im Erdkern, der Erdkruste und in der Atmosphäre registriert hat und auf der anderen Seite der erfolglose Romanautor Jackson Curtis (John Cusack), der über die schreckliche Nachricht stolpert, dass die Welt, wie wir sie kennen, vor ihrem Ende steht. Eine kleine, aber zentrale Rolle in den Ereignissen spielt noch der Wissenschaftler und Radiomoderator Charlie Frost (Woody Harrelson). „Charlie betreibt ein privates Radioprogramm, sendet aus dem Yellowstone National Park, lebt in seinem Wohnmobil und sagt das Ende der Welt voraus“, beschreibt Harrelson seine Figur.

Geburt einer neuen Welt?

Als sich dann die Kontinentalplatten der Erde verschieben – und Los Angeles dabei zerstört wird – müssen sich Jackson und seine Familie auf eine gefährliche Reise über Land und in der Luft machen, um zu überleben und vielleicht die Geburt einer neuen Welt zu sehen. In der Zwischenzeit verfolgen die höchsten Ränge der Regierungen der Welt einen Plan. Sie werden nicht in der Lage sein, die komplette menschliche Rasse zu retten, aber ein paar sollen in Sicherheit gebracht werden, und diese Auserwählten bekommen die Chance, eine neue Gesellschaft zu gründen …

Doch wer sind diese von den Regierungen „Auserwählten“, und nach welchen Gesichtspunkten wurden jene auserwählt, die den Ausgangspunkt einer neuen Menschheit bilden sollen? An dieser Stelle mag man doch lieber an eine weise Gottheit glauben wollen, welchen Namen man ihr auch immer gibt, eine himmlische Kraft, die sich nicht von Macht, Geld oder Beziehungen bestechen lässt und andere Maßstäbe an jene zu rettenden Menschen stellt, vielleicht Werte wie Mitgefühl, Ehrlichkeit oder die Gabe zu Vergeben.

Trailer „2012“

Erschienen in The Epoch Times Deutschland Nr. 42/09

(Sony Pictures Releasing GmbH)
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