Dante und das Virus: Was lernen wir daraus?

Von 3. April 2020 Aktualisiert: 4. April 2020 14:37
James Sale zieht Parallelen zwischen der heutigen Krise und der Vorstellung der Hölle und des Fegefeuers in Dantes „Göttlicher Komödie“. Was sagt uns Dante und welche Schlüsse ziehen wir daraus – für uns und für unsere Mitmenschen?

Wenn wir die Welt von heute betrachten, sehen wir eine Welt voller Ärger, Aufruhr und einem zunehmenden Gefühl von Hysterie und Panik, die außer Kontrolle zu geraten droht. Wir scheinen Opfer von Kräften zu sein, die sich unserer Kontrolle entziehen. Für den Westen ist das Virus der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), allgemein bekannt als Coronavirus, vielleicht ein herausragendes Beispiel dazu. Auch die globale Erwärmung, katastrophale Naturphänomene oder sogar unsere eigenen Kriege, welche nie zu enden scheinen, könnten hier als Beispiele für das Wirken unbekannter Kräfte genannt werden.

Die meisten von uns haben so etwas wie die derzeitige Pandemie noch nie erlebt. Die Generation, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft oder ihn im Erwachsenenalter erlebt hat, ist nicht mehr da. Und die jetzige Generation der Babyboomer – also die Wohlstands-Generation – kannte solche dramatischen Events bislang nicht.

In der Geschichte gab es schon einmal solch eine Situation: Der Schwarze Tod im 14. Jahrhundert war eine besonders schlimme Epidemie, die auch als die „Große Seuche“ bezeichnet wurde. Man schätzt, dass die Pest weit über 30 Prozent der europäischen Bevölkerung getötet hat, und dass es über 200 Jahre gedauert hat, bis sich die Bevölkerungszahlen in Europa wieder erholt hatten.

Außerdem wird angenommen, dass die Pest damals aus China über die Seidenstraße nach Italien gekommen ist, um sich dann in ganz Europa zu verbreiten. Auch das KPCh-Virus hat sich zuerst in Italien als Eingangstor und schließlich in ganz Europa ausgebreitet.

Es wäre vielleicht ein kleiner Trost für diejenigen, die an der Pest gestorben sind, zu erfahren, dass ihr Tod einen ziemlich großen Nutzen hatte: Denn es war der Schwarze Tod, der unerbittlich zum Untergang der feudalen Hierarchien führte, die so lange in Europa herrschten.

Damals gab es nur noch so wenige Arbeiterinnen und Arbeiter, dass sie ihre eigenen Preise bestimmen konnten. Sie konnten auch überall hingehen, um zu arbeiten. Zudem nahmen Mobilität und Kommunikation massiv zu. Und so begann ein neues Modell der Gesellschaft – der Protokapitalismus. Dadurch wurde der Griff der damals Herrschenden nach immer mehr Macht zunehmend geschwächt.

Die Betrüger: Damals und heute

Aber das ist ein Rückblick auf die Geschichte; was wir aktuell wirklich brauchen, ist Hoffnung, echte Hoffnung. Es ist interessant, dass in Dantes „Göttlicher Komödie“ eine der vielen Strafen, welche den Sündern auferlegt werden, eine schreckliche und abscheuliche Krankheit ist, die niemals heilt.

Dante trifft die Opfer dieser Seuche im Gesang 29 in der „Göttlichen Komödie“:

Stillschweigend gingen Schritt vor Schritt wir weiter
und sahn hinab und horchten nach den Kranken,

die ihre Leiber nicht erheben konnten.“

Und ihr Verbrechen? Sie alle sind Fälscher, Alchimisten der einen oder anderen Art. Sie haben ihre Mitmenschen betrogen, indem sie sagten, sie könnten unedle Metalle in Gold verwandeln.

Entspricht das nicht auf seltsame Art und Weise unserer modernen Welt? Sicherlich haben wir jetzt eine schreckliche Krankheit, die unsere Lungen auffrisst, aber ist es nicht auch ein Merkmal unserer Zeit, dass wir auf allen Ebenen versuchen, unedles Metall in Gold zu verwandeln?

Die Regierungen drucken Geld durch „quantitative Lockerung“, Krypto-Währungen versprechen viel kostenloses Geld für diejenigen, die investieren, aber echtes Sparen – was traditionell als gesunder Menschenverstand galt – wird durch absurd niedrige und abnormale Zinssätze aktiv verhindert. Wie der amerikanische Wirtschaftsjournalist Bill Bonner noch im Januar dieses Jahres sagte: „Eine riesige Krise – verursacht durch falsches Geld und falsches Denken – steht bevor.“ Auch falsches Denken? Wie die Alchimisten in Dantes „Göttlicher Komödie“?

Es ist Ihre Entscheidung

Wir befinden uns also an einem Krisenpunkt. Aber wenn Dante die Hölle genau darstellen kann, kann er uns vielleicht auch Hoffnung geben, wie wir über dieses Drama denken und es konzeptionell gestalten sollen. Denn der Ausgangspunkt ist folgender: Die ganze „Göttliche Komödie“ hat als eine ihrer zentralen Lehren ein Schlüsselprinzip des westlichen Denkens, welches sich vielleicht bis zum 20. Jahrhundert gehalten hat: nämlich den freien Willen.

Der freie Wille (oder die Willensfreiheit) bedeutet, dass Menschen sich ändern können: ihre Überzeugungen, ihre Einstellungen, ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihre Wünsche und damit auch ihre Entscheidungen. Der springende Punkt bei Dantes Hölle ist nicht, dass sie ein Ort ist, an dem Gott – der große Mann im Himmel – Menschen für größere oder kleinere Verstöße gegen einen Kodex bestrafen wird. Die Hölle ist vielmehr der Ort, an dem die Menschen bekommen, was sie wollen.

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Wie die englische Schriftstellerin Dorothy L. Sayers es ausdrückte: „Die Hölle ist das ewige Vergnügen des eigenen Weges.“ Es ist in gewisser Weise die Bedeutung des alten Frank-Sinatra-Liedes „I did it MY way“. Nicht Gottes Weg, nicht der Weg Christi, nicht der achtfache buddhistische Weg und nicht der Weg des Dao – nicht die Wege der alten Meister mit ihrem Fokus auf Liebe, Mitgefühl, Gemeinschaft und Miteinander. Nein, sondern MEIN Weg: der völlig egoistische Weg.

Und das ist die Konsequenz daraus: Was wir in der Hölle finden, ist die Unfähigkeit aller ihrer Bewohner, über den Solipsismus hinauszugehen. Mit anderen Worten, sie können sich nur in scheinbar sich wiederholenden Monologen, in sich selbst, verständigen. Ich zögere, „Dialog“ zu sagen, denn die Seele, mit der man den Dialog führt, haben sie verloren. Im Wesentlichen ist ihre Situation genau analog zu der eines Drogenabhängigen, oder eines anderen Süchtigen: Man kann nicht mit ihnen reden, weil sie ihren Willen, ihren freien Willen verloren haben. Sie haben ihn verschenkt – was damit gleichzusetzen ist, die Seele zu verlieren.

In diesem Sinne sind sie gefangen und isoliert. Isoliert? Dieses Wort gilt auch in der derzeitigen Corona-Krise, da wir alle anfangen, uns selbst zu isolieren, um eine gegenseitige Kontamination zu vermeiden! Klingt wie in der Hölle: Jeder ist mit sich selbst gefangen.

Ein Weg über den Egoismus hinaus

Aber natürlich bietet uns die „Göttliche Komödie“ einen Ausweg aus der Hölle. So wie auch Süchtige ihren freien Willen wiederfinden und wieder in die Welt des Lichts eintreten können. Was ist also der erste Schritt, um zumindest aus der Hölle ins Fegefeuer zu gelangen? – wo es noch Hoffnung gibt.

Zunächst muss man das Problem – das eigentliche Problem – erkennen und akzeptieren. Und das wirkliche Problem bin immer Ich: Ich bin das Problem. Das heißt, nicht andere Menschen oder andere Rassen, nicht Beamte oder Regierungen. Nein, ich verursache auch Probleme, und jetzt erkenne ich es an; ich muss mich weg von meinen gewohnten Daseinsformen zu einem neuen und besseren Weg wenden.

Zweitens, als ich damit aufhörte mich zu rechtfertigen, wandte ich mich schließlich den anderen zu; meine eigene Existenz hängt nicht nur von anderen ab, sondern ist auch für andere da. Wir sind eine Gemeinschaft, und wir müssen aufeinander achten. Das wird in Dantes Fegefeuer sehr deutlich. Während in der Hölle jeder jeden zu beschuldigen und jede persönliche Verantwortung zu ignorieren scheint, bemühen sich im Fegefeuer alle darum, sich gegenseitig Anerkennung zu verschaffen und sich gegenseitig zu ermutigen.

Das Fegefeuer bringt uns nicht direkt ins Paradies, aber es ist ein großartiger Anfang. Wir sind auf der Reise. Auch wenn wir uns in dieser Zeit selbst isolieren, müssen wir unsere eigene Verantwortung bedenken, die Freiheit unseres Willens bekräftigen, Träger positiver Veränderungen zu sein, und die Technologien nutzen, die wir haben, um andere zu erreichen und zu unterstützen. Auf diese Weise können wir die Falle der Hölle durchbrechen – den Ort, an dem wir nicht sein wollen! – und nicht Opfer von Kräften werden, die sich unserer Kontrolle entziehen.

Über den Autor: James Sale ist ein englischer Geschäftsmann und Autor von mehr als 40 Büchern über Management und Bildung. Seine Werke werden von großen internationalen Verlagen wie Macmillan, Pearson und Routledge betreut. Als Dichter gewann er den ersten Preis im Wettbewerb 2017 der Society of Classical Poets.

Der Originalartikel erschien in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von sza)
Originalfassung:
Dante and the CCP Virus: What Do We Learn?

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