Deutschland-Flagge.Foto: iStock

Kissler im „Cicero“: Grüne im Kern autoritär und „die deutscheste aller Parteien“

Von 5. Juni 2020 Aktualisiert: 5. Juni 2020 13:09
In Kürze wird Alexander Kissler vom „Cicero“ zur „NZZ“ wechseln. In einem Kommentar für seine Noch-Wirkungsstätte hat er sich mit den Grünen auseinandergesetzt und herausgearbeitet, warum der politische Ansatz dieser Partei ein Anlass zur Besorgnis sei.

Wie die „Tagespost“ berichtet, wird der derzeitige Leiter der „Cicero“-Kulturredaktion, Alexander Kissler, in Kürze zur „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) wechseln. Eine seiner letzten Amtshandlungen in Berlin dürfte der am Donnerstag (4.6.) erschienene Beitrag „Die deutscheste aller Parteien – Die Zerstörung der Grünen“ gewesen sein, der Bezug nimmt auf die vor etwa einem Jahr erschienenen Videos „Die Zerstörung der CDU“ und „Die Zerstörung der Presse“ des YouTubers „Rezo“.

Kissler begründet in seinem Beitrag seine Einschätzung, dass die Grünen eine Partei darstellen, die von autoritären Sehnsüchten lebe und deren Markenkern die Beschwörung vermeintlicher Krisen sei, die in der Zukunft lägen und auf die nur sie eine Antwort zu haben vorgebe: „Unter dem Banner der Vielfalt und Offenheit sind die Grünen eine Partei mit autoritärem Unterton. Sie leben von der ständigen Krise.“

Keine Antworten auf Fragen der Gegenwart – nur auf vorgestellte Zukunft

Gleichzeitig würden sie offen den Anspruch erheben, nicht nur zu bestimmen, wie ihre Mitmenschen, sondern auch, wie künftige Generationen ihr Leben zu führen hätten. Von jenem, das die meisten Bürger und ihre Eltern oder Großeltern kannten, wäre jeweils nicht mehr viel übrig. Die Grünen konstruierten ein „Wir“, ohne überhaupt den Anschlusswillen der Vereinnahmten erfragt zu haben, und verkündeten einen dazugehörigen Imperativ: „Wir müssen in Zukunft anders leben, anders wirtschaften und uns anders ernähren.“

Mit ihrem Selbstverständnis als utopistische Partei für das Übermorgen – womit Deutschland in der Vergangenheit nicht unbedingt die besten Erfahrungen gemacht hatte – hätten die Grünen zwar ein Alleinstellungsmerkmal. Die Corona-Krise hat sie jedoch auf dem falschen Fuß erwischt, was auch Parteisprecher Robert Habeck einräumte mit den Worten: „Alles war Gegenwart.“

Er rechne aber mit einem Wiederaufstieg der Grünen, wenn bald wieder „Zukunftsfragen“ diskutiert würden und „Entscheidungen für die Zukunft“ anstünden – und statt der „kurzfristigen Konjunkturkrise“ wieder die „langfristige Klimakrise“ und die „Systemkrise einer nicht-nachhaltigen Wirtschaft“ zum Thema würden.

„Moralisch abgesichertes Behauptungsmanagement“

Obwohl sie in elf Bundesländern mitregieren, sprechen Grüne permanent von „Krisen“ – was allerdings im realen Alltag ihres Milieus kaum spürbar wird. Das ficht sie jedoch nicht an, denn, so Kissler: „Die politische Praxis der Grünen basiert auf einem moralisch abgesicherten Behauptungsmanagement. Dafürhalten wird als Wissen ausgegeben.“

So könne es auch nicht überraschen, dass Renate Künast im Bundestag sich berufen fühlt, die in China ausgebrochene Corona-Krise mit der „falschen Art und Weise, wie wir unsere Nahrungsmittel produzieren, Landwirtschaft betreiben und mit der Umwelt umgehen“, zu begründen – um im nächsten Halbsatz eine radikale „Ernährungswende“ zu fordern.

Dass es keinerlei realen Zusammenhang zwischen der Seuche und der Landwirtschaft in Mecklenburg oder Baden-Württemberg gibt, schadet dort nicht, wo es nur um eine Inszenierung geht: „Gegen jedes Unheil empfehlen die Grünen eine radikale Wende. Deshalb finden sie stets neues Unheil. Sie sind auf Katastrophen angewiesen, um sich als potenzielle Retter in Szene setzen zu können.“

Kissler: Künasts Denkansatz ist ein vormoderner

Bei allem „fortschrittlichen“ Anspruch sei es im Grunde ein völlig entgegengesetzter Denkansatz, der dem ideologischen Streben der Grünen zugrunde liege:

„Der Mensch der Moderne habe Unordnung in die natürliche Welt gebracht, also sei der Mensch tüchtig an die Kandare zu nehmen. Wer ‚umdrehen‘ will wie Renate Künast, der will zurück zu einem vergangenen Zustand. So sehen wir an den Grünen die Wahrheit bekräftigt, dass jeder Revolutionär gegen die Gegenwart aufbegehrt im Namen einer ideal vorgestellten Vergangenheit. Sein Voraus ist ein Zurück zu einem Gestern auf neuer Stufe. Sein Übermorgen ist das instrumentell verbesserte Vorgestern“, so Kissler.

Um überleben zu können, seien die Grünen darauf angewiesen, Menschen davon zu überzeugen, in einer Krisensituation zu leben: „Die Gegenwart muss der Schauplatz einer unruhig revoltierenden Welt sein. Nicht gemütlich, nicht heiter, nicht entspannt darf es zugehen, nicht gelassen, nicht optimistisch. Es muss das Prinzip sich täglich steigernder Gefahr herrschen. Deshalb kann in jedem Sprachgebrauch, in jeder Tradition, jeder Geste das Falsche lauern, dem es zu wehren gilt.“

Grüne streben Politisierung des Alltags an

Um ihre Inszenierung aufrechterhalten zu können, müssten die Grünen selbst mit dem brechen, was das Liberale an einer liberalen Demokratie ausmacht – nämlich dem Menschen die Möglichkeit politikfreier Zonen zu eröffnen.

Stattdessen setze die Partei auf das, was definitionsgemäß den Kern totalitärer Bewegungen ausmacht, nämlich den Alltag und selbst die private Lebensgestaltung der Menschen zu politisieren und politisch zu steuern: „Der Alltag muss politisiert werden, weil nur im politisierten Alltag die Politik den Menschen ins Gitter gewünschten Verhaltens stupsen kann. Dem Individuum muss misstraut werden, weil im vertrauensvollen Umgang miteinander die Krise Pause hätte – das aber darf nie geschehen“, so Kissler weiter.

Von der überlieferten Sprache bis hin zu bestehenden Verhältnissen oder Begriffen wie jenen von Recht und Unrecht sei alles verdächtig und müsse „umgedreht“ werden, beispielsweise im neuen Berliner „Landesdiskriminierungsgesetz“ die Beweislast für Polizeibeamte, die künftig begründen müssten, dass ein bestimmter Ermittlungsschritt nicht auf „diskriminierenden“ Erwägungen beruhe.

Kategorischer Imperativ als oberstes Prinzip des Autoritären

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Das „Müssen“ stehe im Zentrum grüner Politik – und das mache die Grünen zu einer im Kern autoritären Partei: „Seid nicht zimperlich, sagen die Grünen, übermorgen haben wir noch genug Spaß, jetzt müssen wir durch täglich bitterere Zeiten hindurch. Der Keller, in dem gelacht werden darf, ist aus ökologischen Gründen gerade geschlossen. Wer hätte gedacht, dass die Grünen einmal unter dem Banner der Vielfalt und der Offenheit die deutscheste aller Parteien werden würden. Lustig ist das nicht.“

Unsere Buchempfehlung

Alle Völker der Welt kennen den Teufel aus ihren Geschichten und Legenden, Traditionen und Religionen. Auch in der modernen Zeit führt er – verborgen oder offen – auf jedem erdenklichen Gebiet seinen Kampf gegen die Menschheit: Religion, Familie, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Militär, Bildung, Kunst, Kultur, Medien, Unterhaltung, soziale Angelegenheiten und internationale Beziehungen.

Er verdirbt die Jugend und formt sich eine neue, noch leichter beeinflussbare Generation. Er fördert Massenbewegungen, Aufstände und Revolutionen, destabilisiert Länder und führt sie in Krisen. Er heftet sich - einer zehrenden Krankheit gleich - an die staatlichen Organe und die Gesellschaft und verschwendet ihre Ressourcen für seine Zwecke.

In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen dann zum erstbesten „Retter“, der im Mantel bestimmter Ideologien erscheint, wie Kommunismus und Sozialismus, Liberalismus und Feminismus, bis hin zur Globalisierungsbewegung. Grenzenloses Glück und Freiheit für alle werden versprochen. Der Köder ist allzu verlockend. Doch der Weg führt in die Dunkelheit und die Falle ist bereits aufgestellt. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]