Zum Gedenken an den 60. Jahrestag der berühmten französischen Comic-Charaktere Asterix und Obelix am 9. Oktober 2019 wurden in Paris die Gestaltungen der Metrostation (hier: Station Nation) verändert.Foto: FRANCOIS GUILLOT/AFP über Getty Images

Anne Goscinny: „Das Lachen ist der wahre Zaubertrank“

Epoch Times13. Oktober 2019 Aktualisiert: 13. Oktober 2019 9:43
"Ich glaube, dass Asterix die Eroberer nicht wegen der Kraft des Zaubertranks immer wieder besiegt, sondern wegen seiner Gabe, die Menschen zum Lachen zu bringen", sagt Anne Goscinny, Tochter und Nachlassverwalterin des verstorbenen Asterix-Schöpfers René Goscinny.

Anne Goscinny, Tochter und Nachlassverwalterin des verstorbenen Asterix-Schöpfers René Goscinny, sieht in dem besonderen Humor ihres Vaters den Grund für den seit 60 Jahre anhaltenden weltweiten Erfolg der berühmten Comicreihe.

„Das Lachen ist das wahre Zaubertrank. Ich meine damit die Fähigkeit, die schlimmsten Bedrohungen ins Lächerliche zu ziehen und diese so zu überstehen“, sagte die Französin der „Welt am Sonntag“.

„Ich glaube, dass Asterix die Eroberer nicht wegen der Kraft des Zaubertranks immer wieder besiegt, sondern wegen seiner Gabe, die Menschen zum Lachen zu bringen.“

Das besonders humoristische Talent ihres Vaters, der Asterix 1959 mit dem ursprünglichen Asterix-Zeichner Albert Uderzo erfand, führt sie auf Goscinnys traumatische Erfahrungen während des Zweiten Weltkriegs zurück. Mit seinen Eltern, die jüdischen Familien entstammten, war René Goscinny schon vor Ausbruch des Krieges nach Argentinien übergesiedelt. Andere Familienmitglieder, die in Europa geblieben waren, wurden von den Nazis ermordet.

„Als mein Vater und seine Mutter nach Ende des Krieges nach Europa zurückkamen, mussten sie feststellen, dass niemand aus ihrer Familie mehr da war, sie waren alle deportiert worden“, sagte Goscinny der Zeitung. „Ich glaube, für meinen Vater gab es nur einen Weg, daran nicht zu verzweifeln – indem er die ganze Welt zum Lachen brachte.“

Angesichts des wiedererstarkten Antisemitismus` und der wachsenden Zahl von Anschlägen auf Juden und jüdische Einrichtungen, nicht nur in Deutschland und Frankreich, glaube sie nicht, dass ihr Vater, wenn er noch lebte, heute in Europa geblieben wäre.

„Er war von den Folgen des Krieges tief traumatisiert, daher bezweifle ich sehr, dass er in Europa geblieben wäre. Ich denke, er wäre in die USA gegangen“, so Anne Goscinny. (dts)



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