Emir Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum von Dubai.Foto: Francois Nel/Getty Images

Prinzessin Haja: „Moderne muslimische Frau“ sucht Schutz beim Londoner Gericht

Epoch Times31. Juli 2019 Aktualisiert: 31. Juli 2019 12:55

Der westlichen Öffentlichkeit war sie bis vor Kurzem noch weitgehend unbekannt – doch durch ihren juristischen Streit mit ihrem Ehemann, dem Emir Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum von Dubai, macht Prinzessin Haja von Jordanien nun Schlagzeilen.

In einem ungewöhnlichen Schritt beantragte die Halbschwester des jordanischen Königs Abdullah II. am Dienstag vor einem Londoner Gericht für ihre beiden Kinder Schutz vor Zwangsehe sowie für sich selbst Schutz vor körperlichen Übergriffen.

Auch das Sorgerecht für die elf Jahre alte Tochter und den sieben Jahre alten Sohn beantragte die 45-Jährige. Ihr 25 Jahre älterer Ehemann, der Ministerpräsident der Vereinigten Arabischen Emirate ist, fordert dagegen die Rückkehr der beiden gemeinsamen Kinder nach Dubai.

Dem Vernehmen nach ist Haja eine von sechs Ehefrauen des Emirs, der 70-Jährige soll mehr als 20 Kinder haben. Haja und er heirateten 2004. Ihre Liebe zu Pferden und zum Reiten habe sie zusammengebracht, sagte Haja ein Jahr später in einem AFP-Interview.

Zudem teilten sie die Begeisterung für Poesie und fürs Schreiben sowie für muslimische und arabische Geschichte und Kultur. Auch interessiert sich Haja nach eigenem Bekunden für die Beizjagd mit Falken, für Schießsport und schnelle Autos.

Prinzessin führte die jordanische Reit-Olympiamannschaft an

Vor ihrer Hochzeit führte die Prinzessin die jordanische Reit-Olympiamannschaft an. Als eine der ersten weiblichen Sportlerinnen vertrat sie Jordanien bei internationalen Wettbewerben, 1992 gewann sie bei den panarabischen Spielen im Reiten eine Bronzemedaille.

Auch nach dem Rücktritt vom professionellen Reitsport ist die Prinzessin weiterhin eine begeisterte Reiterin – das verbindet sie mit der britischen Königsfamilie, mit der wohl freundschaftliche Beziehungen unterhält.

Dass Haja nun ausgerechnet in London Schutz und juristische Hilfe sucht, kommt nicht von ungefähr – nach ihrer Kindheit in Amman besuchte die Tochter des jordanischen Königs Hussein britische Privatschulen und machte an der Universität von Oxford einen Abschluss in Politik, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften.

Die heute 45-Jährige engagierte sich in den vergangenen Jahren für Bildungs- und Jugendprojekte. 2007 wurde sie von den Vereinten Nationen zur Friedensbotschafterin ernannt, von 2005 bis 2007 war sie die erste Frau und erste Vertreterin der arabischen Welt als Goodwill-Botschafterin des Welternährungsprogramms WFP.

Moderne muslimische Frau im Konflikt

Im AFP-Interview sagte Haja 2005, für sie seien die Frauen der Vereinigten Arabischen Emirate „ein Beispiel für moderne muslimische Frauen“:

Sie vereinten „Modernität mit arabischen und muslimischen Traditionen“ und seien ein Beweis dafür, dass arabische Frauen mit der Zeit gehen könnten, ohne deshalb zu „verwestlichen“.

Gegenüber der Zeitschrift „Emirates Woman“ zeigte sie sich 2016 dann als Kämpferin für die Rechte der Frauen: „Frauen müssen sich ihrer Stärke bewusst werden“, sagte sie.

„So viele großartige Frauen unter uns und vor unserer Zeit haben schwer gelitten, um für uns einen Platz in der modernen Gesellschaft zu schaffen.“ Frauen müsse es ermöglicht werden, „ihr Potenzial auszuschöpfen“.

Im vergangenen Jahr gab es bereits einmal Schlagzeilen um die Familie von Scheich Mohammed von Dubai: Im März 2018 wurde seine Tochter Prinzessin Latifa, die er mit einer anderen Ehefrau hat, bei einem Fluchtversuch per Schiff gefasst und nach Dubai zurückgebracht. In einem YouTube-Video hatte Latifa angegeben, sie fliehe vor Misshandlung und Unterdrückung durch ihre Familie.

Prinzessin Haja lud dann im Dezember die frühere UN-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson zu einem Treffen mit der 32-jährigen Latifa ein.

Damals sagte Haja, es handele sich um eine Familienangelegenheit. Jetzt hat sie selbst wichtige Familienangelegenheiten zu klären und kämpft um ihre Kinder. (afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion