Thomas Gottschalk hat mehr Spaß an der Sache als am Legendenstatus – „Wetten, dass..?“ für November geplant

Epoch Times10. Mai 2020 Aktualisiert: 10. Mai 2020 8:08
Finanziell hat Thomas Gottschalk ausgesorgt, einen größeren Ruhm als den aus den besten Jahren von "Wetten, dass..?" wird er wohl auch nicht mehr erreichen. Und dennoch ist Gottschalk, der am Montag in einer Woche 70 Jahre alt wird, noch immer lieber Rampensau als Ruheständler.

„Grundsätzlich ist einfach der Spaß an der Sache größer als die Lust, Legende zu sein“, sagte Gottschalk dem Bayerischen Rundfunk (BR) für eine am diesem Montag laufende Fernsehdokumentation. „Wenn ich die Chance habe, rauszukommen und zu sagen: ‚Guten Abend Deutschland, Österreich und der Schweiz‘, dann tu ich das – wenn einer sagt, mach‘ es, dann mache ich es.“

Gottschalk sieht sich selbst also offenbar als Mann, der nur schwer nein sagen kann. Womöglich hält das auch als Erklärung für eine Karriere her, die viele Höhen kennt – aber auch manche Tiefschläge mit Sendungen, die floppten.

Gerade in der jüngeren Vergangenheit gab es da manches: RTL stellte „Die Quarantäne WG“ zur Corona-Bewältigung vor einigen Wochen schnell wieder ein, sein Literaturformat „Gottschalk liest“ im BR endete im vergangenen Jahr nach nur vier Folgen. 2012 war sein Vorabendtalk „Gottschalk Live“ in der ARD ein teurer Quotenkiller.

Dennoch kann sich der am 18. Mai 1950 im oberfränkischen Bamberg geborene und in Kulmbach aufgewachsene Gottschalk mit Fug und Recht selbst als „lebende Legende“ bezeichnen. Das schaffte das älteste von drei Kindern, obwohl er ein lausiger Schüler war und bis zum Abitur zweimal sitzen blieb.

Mit flotten Sprüchen zum TV-Star

Doch die Werkzeuge für seine Karriere holte er sich als Discjockey in fränkischen Klubs, da konnte er sein loses Mundwerk trainieren. Mit flotten Sprüchen wurde Gottschalk ab 1971 im damals gerade gegründeten Radiosender Bayern 3 schnell zum Star.

Die Leichtigkeit übertrug er scheinbar spielerisch ins Fernsehen, wo er 1982 bei „Na sowas“ seinen Durchbruch hatte. Irgendwann sei dann „Wetten, dass..?“-Erfinder Frank Elstner auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, ob er die Moderation der Sendung übernehmen wolle. Gottschalk sagte zu, ohne größeres Nachdenken: „Ich habe damals mit einer gewissen Wurstigkeit alles gemacht, was sich mir in den Weg gestellt hat.“

Ab 1987 moderierte Gottschalk „Wetten, dass..?“ – und es passte wie die Faust auf Auge, „Thommy“ wurde der Liebling der Massen. Der zwischendurch auch mit überdrehten Kinokomödien wie „Piratensender Powerplay“, „Die Supernasen“ oder „Zärtliche Chaoten“ erfolgreiche Gottschalk sieht als Grund für seine Beliebtheit dabei ein Talent, das sich nicht erlernen ließ.

„Diese Leichtigkeit, mit den Leuten zu korrespondieren, die muss einem gegeben sein – und ich sehe das in der Tat als eine Gabe“, sagte er in der BR-Dokumentation. Doch noch etwas machte er wie kein Anderer: „Ich habe immer versucht, die Kleinen groß zu machen und die Großen klein zu machen.“

Rückschläge und Trennung

Seine Leichtigkeit bewahrte Gottschalk womöglich auch davor, lange mit den Tiefen der vergangenen beiden Jahre zu hadern. 2018 zerstörte zunächst eine Feuersbrunst sein Haus in Malibu, kurz danach wurde die Trennung von seiner Frau Thea, mit der er zwei erwachsene Kinder hat, nach 46 Jahren Ehe bekannt.

Doch mittlerweile ist Gottschalk mit Lebensgefährtin Karina glücklich liiert und lebt zufrieden in Baden-Baden. Im November wird Gottschalk, falls die Corona-Pandemie es nicht verhindert, auch noch einmal mit „Wetten, dass..?“ auf die Bühne gehen, fast genau zehn Jahre nach dem tragischen Unfall des seitdem querschnittsgelähmten Samuel Koch.

Die Neuauflage in Offenburg soll eine „Nostalgieveranstaltung“ werden. Geplant ist sie als einmalige Sache, Fortsetzungen schloss Gottschalk aber auch nie aus. Solange er das Publikum nicht langweilt, will er weitermachen. Frei nach dem Motto, dass sein Leben bis zum Ende Rock ’n‘ Roll sein soll: „Wir fahren mit Deep Purple in die Grube.“ (afp/sua)

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