Adlerhalter.Foto: Daniel Kordan

Mongolei: Die letzten Adlerhalter

Von 12. Oktober 2021 Aktualisiert: 7. Oktober 2021 16:48

Der russische Fotograf Daniel Kordan begab sich in die Mongolei, um die letzten verbliebenen nomadischen Adlerhalter des Landes zu treffen und verwandelte seine Eindrücke in eine Reihe unglaublicher Fotos.

Kordans Arbeit, eine atemberaubende Mischung aus epischer Landschaftsfotografie und intimen Porträts, veranschaulicht die Verbindung zwischen den Falkenhaltern und ihren Vögeln – eine 1.000 Jahre alte Tradition, die vom Aussterben bedroht ist.

Heute halten weniger als 300 Männer die Falknerei in der westlichen Mongolei in der Region Altai am Leben.

Geschickte Falkner trainieren junge Raubvögel – bevorzugt werden Steinadler, die allerdings schwer zu trainieren sind –, um sie bei der Jagd auf Füchse und Hasen zur Gewinnung von Fleisch und Fellen zu unterstützen.

Diese Praxis ist bei den Nomaden als Berkutschi bekannt. Einst war das Berkutschi eine Domäne des Adels, heute ist es für die jungen mongolischen Männer der Region zu einer Selbstverständlichkeit geworden, berichtet My Modern Met.

„Ich bin von der Nomadenkultur fasziniert“, sagte Kordan, der mit Hilfe von örtlichen Führern Kontakt zu Nomadenfamilien aufnahm, dem Magazin.

„Es ist eine schwer fassbare Kultur, die heutzutage fast ausgestorben ist“, fügte er hinzu. „Aber diese Menschen versuchen, die Tradition zu bewahren und sie über Generationen weiterzugeben. Die Nomadenfamilien stehen miteinander in Kontakt“, so der Fotograf. Nachdem er eine Familie kennengelernt hatte, öffneten sich die Türen; als gebürtiger Russe konnte Kordan problemlos mit den Ältesten sprechen, die noch aus Sowjetzeiten Russisch können.

Adlerhalter gehen eine tiefe Bindung mit ihren geflügelten Gefährten ein, und ihr Leben ist untrennbar miteinander verwoben.

Ein Tag im Leben eines Adlerhalters, so Kordan, beginnt früh mit der Zubereitung von Mahlzeiten, der Pflege von Pferde-, Schaf- und Ziegenherden und der Herstellung von Fellen, um sich gegen die bittere Kälte zu schützen. Im Winter wandern die Nomadengruppen Tausende von Kilometer durch die Wüste Gobi in wärmere Gefilde und bauen unterwegs ihre Zelte ab und wieder auf.

„Das bedeutet eine Menge Arbeit und Durchhaltevermögen“, sagte er dem Magazin.

Am meisten überrascht hat Kordan die Erkenntnis, dass die mongolischen Nomaden trotz aller Entbehrungen ihr Leben genießen. Die Jagd mit einem einzigen Vogel kann über ein Jahrzehnt hinausgehen. Die mächtigen Raubtiere werden wieder in die Freiheit entlassen, wenn sie 10 bis 12 Jahre alt sind, um sich fortzupflanzen. Ein Steinadler kann bis zu 35 Jahre alt werden.

„Die Bindung an den Vogel ist so stark!“ sagte Kordan. „Sogar die Augen und der Blick des Adlers und seines Besitzers ähneln einander.“

Kordan, der in einer wunderschönen Seenregion in der Nähe von Moskau aufgewachsen ist, war von den Möglichkeiten der Fotografie fasziniert, absolvierte eine Kunstschule und studierte Quantenphysik, bevor er als Fotograf tätig wurde.

„Die Natur ist meine Inspiration“, erklärt er auf seiner Website.

Als er sich in die Mongolei begab und seine Motive auf Film festhielt, wuchs Kordans Respekt vor der Adlerhaltung exponentiell.

Der talentierte Fotograf leitet geführte Touren auf dem Kamelrücken und ein jährliches Festival zur Adlerhaltung, eine kleinere Veranstaltung als das Berkutchi-Festival der Nomaden, das inzwischen Tausende von Touristen anzieht.

Kordans Festival ist eine Gelegenheit für Besucher, sich selbst ein Bild von der mongolischen Falknerei zu machen und zu fotografieren.

„Ich bin sehr froh, dass ich die Nomadenkultur auf diese Weise unterstützen kann“, sagte er gegenüber My Modern Met. 

„Wir müssen unsere Vorfahren respektieren und die Bewahrung der traditionellen Kultur macht unser Leben definitiv besser und erfüllter“, ist sich Kordan sicher.



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