„Nazi“-Keule gegen Andreas Gabalier versagt: Weihnachtsshow von Helene Fischer wird Publikumserfolg

Im Schnitt sollen es 5,92 Millionen Zuschauer gewesen sein, die am Mittwoch (25.12.) die weihnachtliche Show mit Erfolgs-Schlagersängerin Helene Fischer im ZDF verfolgt hatten. Dies stellt immerhin einen Publikumszuspruch in einer Größenordnung dar, wie man ihn sonst etwa von Olympischen Spiele oder Länderspielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft außerhalb von Großturnieren kennt.

Dass der Sender auf die Popularität Helene Fischers setzt, zeigte sich auch darin, dass das ZDF bereits vor Weihnachten mit der Sängerin einen Vertrag über die Produktion dreier weiterer Weihnachtsshows unterzeichnet hat. Dies berichtet unter anderem die „Kronen Zeitung“.

Anders als im Vorjahr nahmen einige Zuseher jedoch diesmal Anstoß an der Auswahl der Interpreten, die Fischer als Gäste in ihre Sendung geladen hatte. Vor allem, dass auch der österreichische „Volks-Rock’n’Roller“ Andreas Gabalier bei Helene Fischer auftrat, dort seinen „Mountain Man“ zum Besten gab und mit der Gastgeberin sogar ein Duett sang, erregte die Gemüter von Zuschauern, die auch in Unterhaltungssendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Wert auf „Haltung“ legen.

Bekenntnis gegen Gewalt und Fremdenhass reichte Gesinnungswächtern nicht aus

Auf Twitter äußerten Nutzer, die sich selbst als Helene-Fischer-Fans beschrieben, viele von ihnen mit Europa- und Regenbogenfahnen im Profil, ihren Unmut darüber, dass 2019 auch ein Sänger auftrat, über den deutsche Leitmedien weniger im Zusammenhang mit seinem künstlerischen Schaffen als mit Blick auf politisch unkorrekte Positionen berichten, die Gabalier wiederholt in der Öffentlichkeit vertreten hatte.

Gabalier hatte sich unter anderem zu Traditionsbewusstsein, Heimatliebe, zum katholischen Glauben und zur traditionellen Familie bekannt. Er übte auch mehrfach Kritik an der Gender-Doktrin und linksautoritären Sprachvorgaben unter dem Banner der „Political Correctness“. Als er anlässlich eines Formel-1-Rennens in Spielberg 2014 die österreichische Bundeshymne vortragen sollte, sang er demonstrativ die Originalfassung anstelle der 2012 vom Nationalrat „geschlechtergerecht“ umgetexteten Version, die seither als offizielle Hymne galt. Auch mit Songs wie „A Meinung hab’n“ machte er sich in traditionellen und sozialen Medien nicht nur Freunde.

Helene Fischer hatte sich lange Zeit öffentlicher politischer Statements enthalten, was dazu führte, dass Journalisten, aber auch Künstlerkollegen wie „Campino“ den Bekenntnisdruck auf den Schlagerstar erhöhten. In Anbetracht der Ereignisse von Chemnitz im Spätsommer 2018 äußerte Fischer sich auf Instagram und im Rahmen eines Konzertes zwar gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. Dies ging jedoch ihren Kritikern nicht weit genug – so vermisste etwa Cornelius Oettle in der „taz“ ein explizites Wort gegen die AfD.

Sturm im Wasserglas

In der Weihnachtsshow des Vorjahres sang sie zudem ein Duett mit der für den offensiven Umgang mit ihrer Homosexualität bekannten Sängerin Kerstin Ott. Einen dauerhaften Vertrauensbonus in der „fortschrittlichen“ Gemeinde vermochte sie sich damit jedoch immer noch nicht zu verschaffen. Auf Twitter handelte sie sich Vorwürfe wie jenen ein, durch die Einladung Gabaliers „Homophobie“ salonfähig zu machen. Andere stellten ihren Rundfunkbeitrag infrage, da das ZDF einen „Nazi“ wie Gabalier einlade. Weitere Twitter-Nutzer kündigten an, beim Auftritt Gabaliers demonstrativ den Saal verlassen zu wollen.

Am Ende blieb es jedoch bei vereinzelten Buhrufen in der Halle, während die Mehrheit der Besucher sichtbar Freude an der Darbietung des „Volks-Rock’n’Rollers“ hatte. Das gemeinsame Video von Andreas Gabalier und Helene Fischer schaffte es binnen kurzer Zeit sogar auf Platz 1 der österreichischen YouTube Trend-Charts.

Quelle: https://www.epochtimes.de/feuilleton/nazi-keule-gegen-andreas-gabalier-versagt-weihnachtsshow-von-helene-fischer-wird-publikumserfolg-a3110382.html