900.000 beim zweitgrößten Segelevent der Welt

1.800 Segler aus 19 Nationen fanden zur Austragung der über 250 Regatten in der Lübecker Bucht ideale Segelbedingungen vor. 530 Boote verschiedener Klassen gingen an den Start und fast eine Million Besucher feierten an Land ein großes Volksfest. Die Travemünder Woche findet jährlich statt und endete nach zehn Tagen am 27.07.2008.

„Die Stadt lässt uns hängen“

Viele der Organisatoren des Segelwettbewebes auf der Lübecker Bucht erhofften sich jedoch bereits in letzten Jahr eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und mehr Unterstützung durch die Verantwortlichen der Stadt Lübeck. 330 ehrenamtliche Helfer aus dem Ort sorgen traditionell zum 119. Mal dafür, dass das Segelevent auf dem Wasser gelingt. Gespräche mit der Stadt Lübeck, um die Segelinfrastruktur zu verbessern, blieben bis Heute ohne Erfolg. Nach den Klagen der Helfer, „Die Stadt lässt uns hängen“, wurde auf Initiative des Lübecker Bürgermeisters Bernd Saxe im letzten Jahr gar eine Arbeitsgruppe „Travemünder Woche“ gegründet, um nach Lösungen zu suchen. –Bis heute jedoch ohne messbare Ergebnisse. Bereits in diesem Jahr gingen 200 Boote weniger als im Jahr 2007 an den Start.

„Es ist nichts passiert“

„Es ist nichts passiert“ klagt Karin Böge, ehrenamtliche Geschäftsführerin der Travemünder Woche. In der Stadt Lübeck vermag die Politik auch dieses Jahr nicht den Nachhaltigkeitseffekt des Weltevents für Touristik und Wirtschaft erkannt zu haben. Die Weltkulturstadt Lübeck, zu dem die idyllische 12.000 Einwohner zählende Ortschaft Travemünde gehört, bezuschusst zwar die Travemünder Woche mit 33.000 Euro, stellt den Veranstaltern jedoch gleichzeitig hohe Rechnungen für Genehmigungen, Parkplatzgebühren städtische Mitarbeiter und Nutzung einer Trafostation aus. Die Stadtoberen erhoffen sich so, ein vielfaches ihres „Einsatzes“ einzunehmen, um auf diese Weise den hoch verschuldeten städtischen Haushalt zu sanieren.

Politik muß handeln für den Erhalt des Weltevents

„Wer „Sportstadt“ sagt, muss auch „Investitionen sagen“, meint Andreas Meyer von den Lübecker Nachrichten. Die Politik ist nun einmal mehr aufgefordert zu Handeln, soll die Travemünder Woche ein Aushängeschild für die „Sportstadt“ Lübeck bleiben und nicht zu einem profitorientierten und gesichtslosem „Volksfest“ an Land verkommen.

 

Thilo Gehrke (41) ist Journalist für Wirtschafts-, Sozial- und Sicherheitspolitik, Autor und Fotograf in Hamburg und Mitglied im Wissenschaftlichen Forum für Internationale Sicherheit an der Führungsakademie der Bundeswehr.

Quelle: https://www.epochtimes.de/feuilleton/panorama/900000-beim-zweitgroessten-segelevent-der-welt-a320541.html