„Bread and Butter“: Die führende Modemesse präsentierte die Trends 2011 – mit Fotogalerie

Unwissende verstehen nur Brot und Butter, Insider aber bekommen leuchtende Augen: Weil die Modewelt fantasievoll ist, taufte sie die Mega-Messe ihrer essentiellsten Geschäftssparte schlicht „Bread and Butter“. Ihr Thema: Urban Streetwear, sprich Alltagsbekleidung.

Vom 19.-21.01 fand unter dem Motto „Absolute Bread and Butter“ die führende internationale Fachmesse ihrer Art im Flughafen Tempelhof statt. Rund 700 ausgewählte Labels stellten ihre Kollektionen für den kommenden Herbst/Winter vor. Das Angebot reichte von Denim, Sportswear, Street Fashion und Function Wear bis zu Casual Dressed Up und Kidswear. Zutritt haben exklusiv Fachbesucher, wie Einzel- und Großhändler, Zulieferer und Hersteller.

Mit aufwendigen Präsentationen beeindruckten die großen Marken: Scotch and Soda trat mit einem Glaspalast an, Bei G-Star Raw arbeiteten Industrieroboter in Schaufenstern. Und das Denim-Label Lotus ließ sein Firmenlogo glitzernd aus einer Sprinkleranlage herabregnen.

Tommy Hilfiger lockte die Besucher hinter die graffiti-verzierte Fassade eines New Yorker Undergroundclubs: Auf dem Rollfeld war mit Containern eine riesige Lounge gebaut worden, in der DJs und Snacks die Hauptattraktionen wurden. Die Kollektion interessierte am Rande der Party.

Einen ähnlich beliebten Treffpunkt hatte Puma kreiert, um seine knallbunte Sportswear in Szene zu setzen. Hier schmückten Sneaker, die in einen überdimensionalen künstlichen Eiswürfel eingegossen waren, eine durchsichtige Bar, die selbst langsam dahinzuschmelzen schien. Auch kleinere Labels ließen sich nicht lumpen: Bolongaro Trevor aus London kam mit einem ausgestopften Löwen.

Nicht alles war Jeans, was die Denim Base, die größte Halle der Messe, bevölkerte. Hier fanden sich Namen wie Adidas, Bench, Converse, DEPT, Ben Sherman, Killah und Miss Sixty, um nur einige zu nennen.Vom Zentrum der Messe aus ging es zu beiden Seiten des Areals in verschiedene Trendbereiche:Urban Superiour stellte qualitativ hochwertige Brands vor, die auf diskreten Luxus setzen. Für einen kühlen Hauch von skandinavischem Purismus sorgten die vielen Aussteller aus Schweden und Dänemark.

Zwei große Sektionen befassten sich mit Street und Sportswear. Disco-Looks für Glamour Girls und Diven, dazu jede Menge passende Schuhe und Accessoires, traf man bei „Fashion Now“ und „Style Society“, die feminin, stylish und jung dominiert waren.

Die Halle „L.O.C.K.“ bildete die Plattform der Anbieter, die traditionell höchste Ansprüche an Material und Verarbeitung stellen. Fidelity by Gerald and Stewart sei besonders hervorgehoben. Die amerikansiche Firma stellt seit 1941 Jacken aus extrem schweren Wollstoffen her und beginnt gerade, den deutschen Markt für sich zu entdecken.

Woolrich feierte sein 180jähriges Firmenjubiläum mit einer Fotoserie des Star-Fotografen Douglas Kirkland. Auf 19 schwarzweiß und Farbportraits von Schauspielern und Prominenten tauchte der Woolrich Arctic Parca als Kleidung auf, die Menschen durchs ganze Leben begleiten kann.

Vintage und kein Ende

Der Blick in die Hallen verriet, dass die anhaltende Vintage-Welle 2011 keinesfalls verebben wird:Auffällig viele Anbieter schwelgten in weichen und gedämpften Farbpaletten, die von créme und braun zu dunklen Blau und Rottönen über petrol und rosé gingen. Für die Damen gab es reichlich Rüschenromantik, Spitzen, Gehäkeltes und Perlenstickerei an den Schultern. Aber auch große Prints auf langen Kleidern oder Blusen, egal ob im Retrostil, mit Blumenmotiven (Odd Molly) oder Weltraumfotografie (st-martins) sind voll im Trend.

„Mad Mix“ hatte DEPT seine Kollektion genannt, und deren wilde Mischung aus Rüschen, Jeans und Leopardenmustern könnte als Motto der gesamten Modewelt gelten, denn immer noch mixen die Designer Materialien und Stile nach Herzenslust.

Dem gegenüber steht die Strömung, Ton in Ton zu agieren: Strellson Premium zum Beispiel bietet zum ultramarinblauen oder schwarzgrauen Anzug sämtliche Ergänzungen wie Hemd, Gürtel und Krawatte in passenden Schattierungen an.

Große schwarze Uhren mit mattierter Oberfläche sind das Must-Have für den Herren. Für Leute, die es bunter mögen, empfehlen sich Uhren mit lackierten Metallarmbändern oder aus Plastik in allen erdenklichen Farben.

Used Look ist ein unzureichender Ausdruck für die Denim- und ergänzenden Kollektionen, die nach intensiven Bearbeitungen so aussehen, als hätten sie jahrelanges Tragen oder harte Werkstattarbeit hinter sich: Jeans mit Löchern, Flicken und Verfärbungen sind Standard. Manches Exemplar ist gar mit Farbspritzern übersäht.

Bei Replay war man konsequent und bot dazu eine zweireihige Lederjacke mit Farbabrieben an, deren Zierknöpfe sehr ausgeleiert herabhingen. Vergilbte Karohemden ergänzten das Angebot, dass sich sowohl an Herren wie an Damen richtete.
Bei Lotus Jeans wurde nuancenreich die Palette der ausgewaschenen Blau, Schwarz, Braun und Olivetöne durchexerziert. Es gab Denim-Overolls mit Spritzern, für die Damen sogar aus kuscheligem grauen Samt.

Mit dem Slogan „No blood, no sweat, no tears“ warb Monkee Genes, ein alternatives Label aus England, das 2005 mit dem Vorsatz gegründet wurde, sweatshopfrei und fair zu produzieren. Ihre Jeans in klassischen und retro-bunten Farben, sollen mit gutem Gewissen cool aussehen.

Quelle: https://www.epochtimes.de/feuilleton/panorama/bread-and-butter-die-fuehrende-modemesse-praesentierte-die-trends-2011-mit-fotogalerie-a668946.html