Eine schöne Rugby WM ist zu Ende

Von 24. Oktober 2007 Aktualisiert: 24. Oktober 2007 0:12
Südafrika gewann im Endspiel gegen England

Es war ein würdiges Finale der 6. Rugby-Weltmeisterschaft am 20. Oktober im Stade de France zu Paris. 80.000 Fans im Stadion und viele hundert Millionen auf der ganzen Welt vor ihren Fernsehgeräten konnten sehen, dass den Spielern beider Teams der Stolz über die erreichte Endspielteilnahme im Gesicht geschrieben stand. So manchem Spieler standen sogar Tränen der Rührung in den Augen als die Nationalhymnen der beiden Finalteilnehmer intoniert wurden.

Südafrika wurde von allen im Finale erwartet und ging auch als Favorit in dieses Match. Noch vor dem Endspiel sandte Nelson Mandela eine Videobotschaft an die südafrikanische Nationalmannschaft: „Wir sind eine siegreiche Nation, bringt den Cup wieder nach Hause.“ Neben den vielen Fans sahen auch die englischen Prinzen William und Harry, die standesgemäß in der Stadionloge das Spiel verfolgten, eine erste Halbzeit, die von viel Kickspiel geprägt wurde. Als anfangs der zweiten Halbzeit beim Stand von 9:3 für Südafrika vom Engländer Mark Cueto ein Versuch gelegt wurde, konnte dieser aber nicht gegeben werden, da sich sein linkes Bein im Aus befand. In der Folgezeit versuchten die Engländer weiterhin nach vorne zu spielen, Druck aufzubauen und Versuche zu legen, aber die Abwehr der Südafrikaner stand sicher und stabil. Bitter für die Engländer, dass ihr Anrennen in der 2. Halbzeit gegen die gut organisierten „Springböcke” nicht belohnt wurde. Mit 15:6 gewann Südafrika dieses Endspiel und wurde letztendlich verdient Weltmeister. Sie waren die konstanteste Mannschaft im ganzen Turnier und haben kein einziges Spiel verloren.

Bereits 1995 konnten das Team schon einmal Weltmeister im eigenen Land werden und ist jetzt neben Australien die einzige Nation, die diesen Titel zweimal gewinnen konnte. Schade nur, dass im Endspiel kein einziger Versuch gelegt werden konnte und alle Punkte nur durch Straftritte erzielt wurden.

Unter einem goldenen Konfettiregen überreichte um 23:05 Uhr der französische Präsident Nicolas Sarkozy den Web-Ellis-Cup an den südafrikanischen Kapitän John Smit. Sein erster Gratulant war der Präsident von Südafrika Thabo Mbeki. Dieser Händedruck des schwarzen Politikers mit dem weißen Sportler ist durchaus als symbolträchtig zu bezeichnen, denn auf politischen Druck soll sich nämlich das Gefüge innerhalb der Nationalmannschaft in Zukunft ändern: standen im Endspiel zwei schwarze Südafrikaner im Team so sollen in naher Zukunft 10 schwarze Spieler eingesetzt werden. Außerdem soll auch ein Schwarz-Afrikaner als Cheftrainer verpflichtet werden um das Etikett des „weißen Sports” in Südafrika abzulegen.

Aber auch das englische Team hat sich bei diesem Turnier wacker geschlagen. Vor der WM noch als der wohl schlechteste Titelverteidiger aller Zeiten verspottet, traute ihnen wirklich niemand zu, zum zweiten Mal in Folge das Endspiel zu erreichen. Hier erwartete das fachkundige Publikum eher Australien oder Neuseeland. Dazu kam die katastrophale Niederlage Englands in der Vorrunde gegen Südafrika mit 0:36 und alle dachten, nach dieser Demütigung könne England noch nicht einmal die Vorrunde überstehen.

Aber die „Red Roses” haben es ihren Kritikern gezeigt, haben sich von Spiel zu Spiel gesteigert. Überzeugend war vor allem auch ihr Auftreten im Halbfinale gegen die Franzosen. In diesem Spiel haben sie exzellent gespielt, sehr gut verteidigt und hatten im Angriff mehr Durchbrüche als Frankreich. Sie konnten den Gastgeber Frankreich – nach seinem kaum für möglich gehaltenen Sieg im Viertelfinale gegen Neuseeland – in seinem Angriffswillen und seiner Euphorie stoppen und gewannen gegen die hoch motivierten Franzosen mit ihren Zuschauern im Rücken mit 14:9. Spätestens jetzt war ganz England im Rugbyfieber und geschätzte 40.000 Briten kamen am Endspieltag ohne jegliche Chance auf ein Ticket über den Kanal, um in Paris ihr Team zu feiern. Ein Fan ersteigerte sogar bei einem Internetanbieter zwei Tickets für über 5.000 Euro. Insgesamt wurden für die 48 Turnierspiele 2,20 Millionen Eintrittskarten verkauft.

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Rugby in Deutschland

Seit der Verbandsgründung am 4. November 1900 kann man im Deutschen Rugby-Verband in den Vereinen und Landesverbänden Rugby spielen. Gegenwärtig hat der DRV 9.736 Mitglieder. In Hamburg gibt es zum Beispiel den Hamburger RC und den Hamburg Exiles RFC. Aber auch der HSV und der FC St.Pauli haben eine Rugbyabteilung. Wer die Deutsche Rugby -Nationalmannschaft einmal live erleben möchte, sollte sich den 24. November 2007 vormerken. Dann spielt Deutschland gegen Moldawien in Heidelberg und im nächsten Jahr findet im Juli die 7er EM in Hannover statt.

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