„Und täglich grüßt das Murmeltier“

Von 2. Februar 2008 Aktualisiert: 2. Februar 2008 19:19
Am 2. Februar ist wieder Murmeltiertag! Punxsutawney / USA feiert einen der beliebtesten Jahrestage

„Und täglich grüßt das Murmeltier“, die Filmkomödie der neunziger Jahre wird anlässlich des alljährlichen Murmeltiertages am 2. Februar in den USA immer wieder aufgeführt. Dieser Tag gehört zu den beliebtesten Jahrestagen in den USA. An diesem Tag strömen bis zu 30.000 Besucher in den 7000 Einwohner zählenden Ort mit dem kaum aussprechbaren Namen Punxsutawney. Dort wird auf dem Hügel Gobbler´s Knob jedes Jahr eine ganz besondere Art der Wettervorhersage gemacht. Anhand des Verhaltens eines Murmeltieres, das aus seinem Winterschlaf erweckt wird, soll das Wetter in den folgenden 6 Wochen abgeschätzt werden: Bleibt es winterlich kalt oder naht der Frühling? Nach Aufzeichnungen wurde dieser Brauch 1887 erstmals vollzogen und wird auf deutsche Einwanderer zurückgeführt. Nach anderen Quellen geht dieser Tag auf einen schottischen Vers zurück: „If Candlemas Day is bright and clear, there’ll be two winters in the year.“

PUNXSUTAWNEY

Wer hat ihn nicht gesehen, Bill Murray in der Rolle des Phil Connors, wie er jeden Morgen erneut aufwacht und den Wecker ausstellt. „Und Täglich grüßt das Murmeltier“ ist eine unauffällige Komödie, die jedoch in seinem Humor zeitlosen Wert gefunden hat. Welch seltsame Wetterregel, dass der Winter für eine ganze Region durch ein einzelnes Murmeltier in Punxsutawney, Pennsylvania, vorhergesagt wird, indem das pussierliche Tierchen seinen Schatten sieht oder eben nicht. Aber dieses Murmeltier lehrte dem arroganten TV Wetteransager Phil Connors zunächst das Fürchten und später gutes Benehmen.

Mag es auch weit hergeholt sein, dass sich der Ablauf des einen Tages im Leben des Phil Connors täglich wiederholt, auf der anderen Seite hebt der Film auch die beneidenswerten Vorteile dieser seltsamen Besonderheit hervor. Der Film serviert es dem Zuschauer auf der Leinwand (oder dem Bildschirm), und man lacht unweigerlich über das Varieté des Lebens, welches einem vorgeführt wird. Phil denkt, egoistisch wie er eben von Beginn des Filmes an war, dabei zunächst nur an sich und versteht rasch die Vorteile dieser eigentümlichen Fügung für sich zu nutzen. Er frönt seinem Appetit, als gäbe es kein „morgen“ und verstößt gegen jede Diätregel. Er mausert sich zum Spezialisten für Affären, verschafft sich durch Diebstahl das nötige Kleingeld für seine 24 Stunden, die er jeden Tag hat, und – verzweifelt letztendlich an seinem Leben. Kein Entrinnen, kein Fortkommen! Immer wieder von vorne, ohne Hoffnung auf ein besseres Leben. Er verliert jede Hoffnung und sucht durch Selbstmord diesem Kreislauf zu entrinnen. – Doch auch das scheitert! Auf wunderliche Art und Weise erwacht er an jedem nächsten Tag erneut zum Leben, um dieselben 24 Stunden des einen Murmeltiertages zu erleben. Man entwickelt als Zuschauer irgendwie Mitleid mit Phil.

„Heute ist Morgen.“

Aber der Zuschauer macht noch eine andere Entdeckung. Phil lernt dazu!

Nachdem der Wetteransager erkannt hat, dass es kein Entrinnen aus diesem Kreislauf gibt, dass sich jeder Zyklus mathematisch genau wiederholt und er sich in einer Art Zeitschleife befindet, ändert er seine Einstellung zum Leben. Er beginnt zunächst an andere zu denken! Wenn er diesem Teufelskreis schon nicht entrinnen kann, so entscheidet er sich dafür, an seine Mitmenschen zu denken und ihnen das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Er schließt dutzende Versicherungen ab und macht auf diese Weise einen Versicherungsmakler zum glücklichsten Mann auf Erden, er hilft zwei alten Damen, die eine Autopanne haben, durch unverzüglichen Reifenwechsel, fängt einen Jungen auf, der gerade von einem Baum fällt (und sich für diese Rettung bisher noch nie bei Phil bedankt hat), gibt einem Obdachlosen, der am Ende des Tages normalerweise verstirbt, warme Unterkunft und Nahrung, und – findet daran gefallen. Er lernt Klavier und erfreut andere Menschen durch seine musikalische Unterhaltung.

Sein Tagesablauf und sein Zeitplan wird auf diese Weise „von Tag zu Tag“ immer reichhaltiger, und er hat alle Hände voll zu tun. Darüberhinaus lernt er, dass man wahre Liebe nicht erzwingen oder durch Tricks erschleichen kann. Erst nachdem er lernt, keinen Zwang mehr auf die von ihm verehrte Produzentin, gespielt von Andie McDowell, zu legen, entwickelt die von ihm Verehrte aufrichtiges Mitgefühl, was ihn dann zum Schluß wie in einem Märchen erlöst. So ertönt dann der auch für die Zuschauer erlösende Ausruf: „Heute ist Morgen.“

Aber wer bis zu diesem Zeitpunkt gedacht hatte, das ist alles frei erfunden und entbehrt jedem Realitätsbezug, der möge eines besseren belehrt sein. Im Internet gibt es zahlreiche Webseiten über den Groundhog Day (z.B. http://www.groundhog.org/) und erst vor kurzem gab es eine politische Diskussion über die Kosten dieses alljährlichen Festes. Und wenn man spirituelle Lehren über Wiedergeburt, Karma und Vergeltung liest, dann stellt man eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen einem Tag im Leben des Phil Connors und einem üblichen Lebenszyklus fest. Danach hat der Zuschauer in knapp 100 Minuten Zeit, sich das anzuschauen, was nach spirituellen Lehren, Jahrtausende dauert und zahlreiche Reinkarnationen beinhaltet. So kann man denn auch schmunzelnd feststellen, dass das pussierliche Murmeltier seinen Schüler Phil Connors erst dann entlässt, nachdem dieser seine Lektion gelernt hat und von jedem persönlichen Vorteilsstreben losgelassen hat. – Am 2. Februar ist wieder Murmeltiertag!

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