WM-Randerscheinungen: „Die Frankfurter haben ihr Herz geöffnet!“

Von 17. Juni 2006 Aktualisiert: 17. Juni 2006 17:29

„Die Frankfurter haben ihr Herz geöffnet!“ fasste eine Frankfurt-Besucherin die WM- Atmosphäre in der Stadt der Banken zusammen. Wie soll man auch als Frankfurter all der Freude und dem Jubel von Zehntausenden internationaler Fußball-Fans widerstehen? Noch dazu, wo das Wetter schlagartig mit Eröffnung der Spiele sein Bestes gibt?

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles!“ In Frankfurt, Goethes Heimatstadt, scheinen die Verse des großen Dichters und Menschenkenners derzeit nicht zu gelten. Was zählt, ist das Miteinander und die Freude am Spiel. Mir stehen noch die Bilder vom vergangenen Dienstag vor Augen. Korea hatte gerade gegen Togo 2:1 gewonnen.

„We are the Champion“ stand, ein wenig kokett, auf Koreanisch auf den hohen Transparenten, mit denen eine koreanische Folklore-Gruppe auf dem Römerberg einzog. Hunderte ihrer Landsleute, die meisten in knallroten T-Shirts, mit roten Tüchern, rotem Kopfschmuck, koreanischen Yin undYang-Fähnchen, brachen in Jubel aus! Im Nu war der ganze Römerberg in ihre Freude einbezogen und es bildete sich schnell ein großer Kreis um die Musikanten und Tänzer aus der koreanischen Provinz Gyeonggi in ihren traditionellen Kleidern. Und dann? Nicht das übliche Gedränge und Gerangel, sondern flugs saßen Kinder und jüngere Zuschauer in den ersten beiden Reihen am Boden, in den hinteren Reihen war man bemüht, niemandem den Blick auf die seltene Darbietung zu nehmen, einen Tanz, der zur Zeit der Ernte in Korea populär ist. Nicht das „ich“, sondern das „wir“ dominierte!

Immer wieder brauste herzlicher Beifall auf, wenn die Tänzer artistisch gekonnt mit den langen, an ihren Hüten befestigten Bändern neue Choreographien in die Luft malten. Und „DAE HAN MIN HOOK!“ der offizielle Name der jungen Republik Südkorea, erschallte immer wieder.  Später wurde auch der Gerechtigkeitsbrunnen „eingemeindet“ und zum Podium für Fahnenschwenker. Das Yin und Yang auf der Fahne, Zeichen für Ausgleich und Harmonie, steht Frankfurt gut, nicht nur in Tagen der Weltmeisterschaft.

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