Der volle Sack – Von Wilhelm Busch

Von 2. Oktober 2018 Aktualisiert: 2. Oktober 2018 22:02
Aus der Reihe Epoch Times Poesie - Gedichte und Poesie für Liebhaber

Der volle Sack

Ein dicker Sack – den Bauer Bolte,

Der ihn zur Mühle tragen wollte,

Um auszuruhn mal hingestellt

Dicht an ein reifes Ährenfeld, –

Legt sich in würdevolle Falten

Und fängt ’ne Rede an zu halten.

Ich, sprach er, bin der volle Sack.

Ihr Ähren seid nur dünnes Pack.

Ich bin’s, der Euch auf dieser Welt

In Einigkeit zusammenhält.

Ich bin’s, der hoch vonnöten ist,

Daß Euch das Federvieh nicht frißt,

Ich, dessen hohe Fassungskraft

Euch schließlich in die Mühle schafft.

Verneigt Euch tief, denn ich bin Der!

Was wäret ihr, wenn ich nicht wär?

Sanft rauschen die Ähren:

Du wärst ein leerer Schlauch,

wenn wir nicht wären.

Wilhelm Busch  (1832 – 1908)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN