Drum, o Mensch, steck' deine Gelder in gedruckte Geistbehälter und die Nase möglichst auch!Foto: Getty Images

Die Bibliothek – Von Hans Erich Blaich

Von 25. Oktober 2020 Aktualisiert: 25. Oktober 2020 21:46
Aus der Reihe Epoch Times Poesie - Gedichte und Poesie für Liebhaber

Die Bibliothek

Bücher stehn um dich herum:
große, kleine, dünne, dicke,
alte, neue, pow’re, schicke,
stehn herum und warten stumm,

bis die Leiter du erklimmst
und dann einem dieser Tiere
etwas geistige Wagenschmiere,
jeweils nach Bedarf, entnimmst.

Während aber allgemein,
wo ein Vorrat sich befindet,
dieser durch Konsum verschwindet,
pflegt es hier nicht so zu sein.

Wie der Ranft des Hutzelmanns,
wie der Ölkrug zu Sarepte,
der stets aus dem vollen lebte,
bleibt ein Buch intakt und ganz.

Ist das nicht ein schöner Brauch?
Drum, o Mensch, steck‘ deine Gelder
in gedruckte Geistbehälter
und die Nase möglichst auch!

Hans Erich Blaich – „Dr. Owlglass“ (1873 – 1945)

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