Ein Schiffer nur noch, wandermüd, singt übers Meer sein Abendlied zu Gottes Lob im Hafen.Foto: iStock

Komm, Trost der Welt – Von Joseph Freiherr von Eichendorff

Von 12. Dezember 2020 Aktualisiert: 12. Dezember 2020 22:49
Aus der Reihe Epoch Times Poesie - Gedichte und Poesie für Liebhaber

Komm, Trost der Welt

Komm, Trost der Welt, du stille Nacht!

Wie steigst du von den Bergen sacht,
Die Lüfte alle schlafen,
Ein Schiffer nur noch, wandermüd,
Singt übers Meer sein Abendlied
Zu Gottes Lob im Hafen.

Die Jahre wie die Wolken gehn
Und lassen mich hier einsam stehn,
Die Welt hat mich vergessen,
Da tratst du wunderbar zu mir,
Wenn ich beim Waldesrauschen hier
Gedankenvoll gesessen.

O Trost der Welt, du stille Nacht!
Der Tag hat mich so müd gemacht,
Das weite Meer schon dunkelt,
Laß ausruhn mich von Lust und Not,
Bis daß das ew’ge Morgenrot
Den stillen Wald durchfunkelt.

Joseph Freiherr von Eichendorff (1788 – 1857)



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