Komm, Trost der Welt – Von Joseph Freiherr von Eichendorff

Von 4. Oktober 2018 Aktualisiert: 4. Oktober 2018 23:20
Aus der Reihe Epoch Times Poesie - Gedichte und Poesie für Liebhaber

Komm, Trost der Welt

Komm, Trost der Welt, du stille Nacht!

Wie steigst du von den Bergen sacht,

Die Lüfte alle schlafen,

Ein Schiffer nur noch, wandermüd,

Singt übers Meer sein Abendlied

Zu Gottes Lob im Hafen.

Die Jahre wie die Wolken gehn

Und lassen mich hier einsam stehn,

Die Welt hat mich vergessen,

Da tratst du wunderbar zu mir,

Wenn ich beim Waldesrauschen hier

Gedankenvoll gesessen.

O Trost der Welt, du stille Nacht!

Der Tag hat mich so müd gemacht,

Das weite Meer schon dunkelt,

Laß ausruhn mich von Lust und Not,

Bis daß das ew’ge Morgenrot

Den stillen Wald durchfunkelt.

Joseph Freiherr von Eichendorff (1788 – 1857)

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