Über das Aufatmen der Seele

Epoch Times18. Mai 2012 Aktualisiert: 18. Mai 2012 11:44
Aus der Reihe Epoch Times Poesie - Gedichte und Poesie für Liebhaber

 

 

Süße Gottes-Trunkenheit

 

Vorüber ist der Graus der Nacht,

Gebrochen ist des Sturmes Macht.

Wie weht die Morgenluft so lau!

Wie glitzert licht die grüne Au!

Ein jeder Bach, ein jeder Rain

Lockt weiter in die Welt hinein.

Ich bette mich in’s weiche Moos,

Ich träume in des Waldes Schoß.

Rings duftet der Wachholderdorn,

Vor meinen Augen wogt das Korn,

Die Lerche jubilirt im Blau –

Nur sonniges Glück, wohin ich schau‘.

In süßer Gottes-Trunkenheit

Dehnt sich die Seele frei und weit,

Sie möchte untertauchen ganz

In all‘ dem Duft, in all‘ dem Glanz.

 

Wilhelm Arent  (Erstdruck 1883)

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