Weihnachtspost – Von Richard Zoozmann

Von 13. Dezember 2018 Aktualisiert: 13. Dezember 2018 23:05
Aus der Reihe Epoch Times Poesie - Gedichte und Poesie für Liebhaber

Weihnachtspost

Im Himmelreich gibt’s viel zu tun
Kurz vor den Weihnachtstagen;
Da dürfen Hand und Fuß nicht ruhn,
Christkindlein muss sich plagen.
Die Englein fliegen
Die Himmelsstiegen
Rauschend herauf und hernieder;
Sie bringen schnelle
Die Wünsche zur Stelle.
Und husch! fort sind sie wieder. –

»Ich hab‘ dir, liebes Christkind mein,
Hier einen Brief geschrieben;
Drin steht, was Fritz und Peterlein
Als Weihnachtsgaben lieben.
Bringst du ein Pferdchen,
Ein kleines Kochherdchen,
Wie froh doch wär‘ uns zumute:
Ein Puppenpärchen,
Ein Büchlein mit Märchen –
Doch keine Weihnachtsrute.

Ich lege den Brief ganz leis, ganz sacht
Hier auf das Fensterbrettchen;
Und holst du, Christkind, ihn zur Nacht,
Dann lieg ich schon im Bettchen.
Und grüß‘ mir alle
In himmlischer Halle,
Die Englein, die großen und kleinen,
Lass, was wir begehren,
Uns gnädig bescheren,
Das Fritzchen und Gretel nicht weinen.«

So fleht zum guten Christkindlein
Das kleinste Herz hienieden.
Und allen will’s gefällig sein,
Uns alle stellt’s zufrieden.
Die Art’gen bedenkt es,
Gewünschtes schenkt es,
Und selten nur bringt es die Rute.
Drum wird sich ein Leben,
Ein Jubel erheben,
Und froh ist den Kindern zumute.

Richard Zoozmann   (1863 – 1934)

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