Segelschiffe – von Joachim Ringelnatz

Von 3. März 2018 Aktualisiert: 3. März 2018 23:41
Aus der Reihe Epoch Times Poesie - Gedichte und Poesie für Liebhaber

Segelschiffe

Sie haben das mächtige Meer unterm Bauch

Und über sich Wolken und Sterne.

Sie lassen sich fahren vom himmlischen Hauch

mit Herrenblick in die Ferne.

Sie schaukeln kokett in des Schicksals Hand

Wie trunkene Schmetterlinge.

Aber sie tragen von Land zu Land

Fürsorglich wertvolle Dinge.

Wie das im Wind liegt und sich wiegt,

Tauwebüberspannt durch die Wogen,

Da ist eine Kunst, die friedlich siegt,

Und ihr Fleiß ist nicht verlogen.

Es rauscht wie Freiheit. Es riecht wie Welt. –

Natur gewordene Planken

Sind Segelschiffe. – Ihr Anblick erhellt

Und weitet unsre Gedanken.  

Joachim Ringelnatz  (1883 – 1934)

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