Auf einem historischen Foto ist Hans Posse (l) abgebildet, wie er im Juni 1938 mit Adolf Hitler (M) durch die Dresdner Gemäldegalerie geht. Das Foto befindet sich mit Posses Tagebüchern im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.Foto: Daniel Karmann/dpa/dpa

Neue Erkenntnisse zu NS-Kunstraub: Tagebücher von ehemaligem Dresdener Gemäldegalerie-Chef veröffentlicht

Epoch Times11. Juli 2020 Aktualisiert: 11. Juli 2020 9:59
Auf seinen Dienstreisen bekam Hans Posse einen guten Überblick über all die geraubten Kunstwerke der Nazis. In Tagebüchern schrieb er alles nieder. Heute sind diese eine einmalige Quelle für die Forschung.

Hans Posse war Adolf Hitlers wichtigster Manager für Raubkunst: Er sollte als Sonderbeauftragter die Kunstsammlung für das geplante „Führermuseum“ in Linz zusammenstellen und geraubte Kunst auf die Museen im Deutschen Reich verteilen.

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg hat nun erstmals fünf Tagebücher erforscht und digitalisiert, in denen Posse seine Dienstreisen im Auftrag Hitlers dokumentiert. Dies bringt nach Ansicht von Fachleuten neue Erkenntnisse zum NS-Kunstraub, zur NS-Museumspolitik und für die Provenienzforschung.

Posse war von 1910 bis zu seinem Tod im Dezember 1942 Direktor der Dresdner Gemäldegalerie. Ab Sommer 1939 reiste er im Auftrag Hitlers zu den verschiedenen NS-Depots für geraubte und beschlagnahmte Kunst, traf Kunsthändler, Agenten und Privatsammler in den europäischen Nachbarländern. Seine Reisetagebücher seien daher ein Schlüsseldokument zum NS-Kunstraub, sagt die Wiener Kunsthistorikerin und Posse-Expertin Birgit Schwarz, die an dem Forschungsprojekt beteiligt war. „Die Edition zeigt, dass und wie Posse, der in Hitlers Augen beste Museumsmann Deutschlands, zum zentralen Manager der Museumspolitik Hitlers wurde.“

Die fünf schmalen Kladden gelangten Mitte der 1980er Jahre ins Deutsche Kunstarchiv am Germanischen Nationalmuseum. „Es sind keine Tagebücher im klassischen Sinne. Es sind eher Arbeitsnotizbücher“, sagt Projektmitarbeiterin Frederike Uhl. Posse trug die Hefte stets bei sich und machte darin knappe Notizen zu Kunstwerken, Preisen und Kontaktpersonen – zum Teil sehr unleserlich und mit kryptischen Abkürzungen.

In den vergangenen drei Jahren haben Uhl und ihre Kollegin Juliane Hamisch in den vom Museum und vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Forschungsprojekt die schwer verständlichen Einträge entziffert und für eine Online-Edition digitalisiert. Von den ersten drei Bänden ist inzwischen jede einzelne Seite im Internet abrufbar – versehen mit leserlichem Text und einordnenden Kommentaren. „Die Grundidee war, die Tagebücher für alle zugänglich und so verständlich zu machen, dass weitere Forschung daran möglich ist“, sagt Hamisch.

Der Dresdner Kunsthistoriker Gilbert Lupfer, der auch Vorstand beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste ist, spricht von einer außerordentlichen Leistung. „Es ist eine extrem schwierige, schwer lesbare Quelle“, sagt er. Das Forschungsprojekt bringe viele Erkenntnisse für die Provenienzforschung, zu Posses Netzwerken und auch zu einzelnen Kunstwerken und deren Stationen. (dpa)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Unsere Buchempfehlung

Alle Völker der Welt kennen den Teufel aus ihren Geschichten und Legenden, Traditionen und Religionen. Auch in der modernen Zeit führt er – verborgen oder offen – auf jedem erdenklichen Gebiet seinen Kampf gegen die Menschheit: Religion, Familie, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Militär, Bildung, Kunst, Kultur, Medien, Unterhaltung, soziale Angelegenheiten und internationale Beziehungen.

Er verdirbt die Jugend und formt sich eine neue, noch leichter beeinflussbare Generation. Er fördert Massenbewegungen, Aufstände und Revolutionen, destabilisiert Länder und führt sie in Krisen. Er heftet sich - einer zehrenden Krankheit gleich - an die staatlichen Organe und die Gesellschaft und verschwendet ihre Ressourcen für seine Zwecke.

In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen dann zum erstbesten „Retter“, der im Mantel bestimmter Ideologien erscheint, wie Kommunismus und Sozialismus, Liberalismus und Feminismus, bis hin zur Globalisierungsbewegung. Grenzenloses Glück und Freiheit für alle werden versprochen. Der Köder ist allzu verlockend. Doch der Weg führt in die Dunkelheit und die Falle ist bereits aufgestellt. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]