Taiwan: Ökologisches Wunder – Glühwürmchen kehren in die Städte zurück

Über ein ökologisches Wunder freuen sich Naturschützer in Taiwan: Nach Jahren des Rückgangs hat sich die Population der Glühwürmchen auf der Insel so weit erholt, dass geführte Wanderungen wieder möglich sind. Selbst in städtische Lagen kehren die Leuchtkäfer zurück.
Titelbild
Glühwürmchen in Neu Taipeh, Taiwan.Foto: iStock
Von 4. Mai 2022

Derzeit befinden sich in Taiwan die Glühwürmchen in der Balz. Zwei bis vier Wochen dauert die Phase, in der Männchen potenzielle Partnerinnen anlocken, indem sie ihre Hinterteile grün oder warmrot leuchten lassen. Wie der „Guardian“ berichtet, ist es Naturschützern auf der Insel nicht nur gelungen, den längere Zeit rückläufigen Bestand der Leuchtkäfer auf der Insel wieder zu stabilisieren. Sie haben es sogar geschafft, eine als nicht mehr heimisch geltende Art wieder anzusiedeln. Nun ist die Rede von einem ökologischen Wunder.

Taiwan weltweit auf Platz 3 bei den Leuchtkäfer-Populationen

In diesen Tagen finden sich Hunderttausende Menschen an mehr als 30 Orten Taiwans zu geführten Wanderungen ein in der Hoffnung, das Funkeln der Glühwürmchen beobachten zu können. Naturschützer organisieren die Wanderungen und versuchen, diese in einer für die Insekten nicht störenden Weise durchzuführen. „Wenn wir die Glühwürmchen sehen, haben wir Glück. Wenn nicht, wandern wir“, mahnen die Führer.

Eine beliebte Strecke ist dabei jene entlang des Hemeishan-Pfades durch einen verlassenen Vergnügungspark und in den Dschungel, die 90 Minuten dauert und eine realistische Chance bietet, das Leuchten beobachten zu können – das vor allem dort intensiv wahrgenommen werden kann, wo die Umgebung dunkel bleibt.

„Glühwürmchen nutzen ihre Biolumineszenz, um im Dunkeln zu flirten. Das funktioniert nicht so gut, wenn das Licht an ist“, erläutern Avalon CS Owens und Sara Lewis von der Tufts University in der Zeitschrift „The Conservation“.

Erfolgreiche Wiederansiedlung in Taipehs zentraler Parkanlage

Die Zerstörung von Lebensräumen, Pestizide, Dürren sowie Wasser-, Luft- und Lichtverschmutzung bedrohen die weltweiten Populationen der Insekten, die vorwiegend in feuchten und nassen Gebieten schlüpfen.

Naturschützern von der Stiftung „Freunde des Daan Forest Parks“ ist es jedoch sogar gelungen, erfolgreich Glühwürmchen in besagtem Park im Zentrum von Taipeh wieder anzusiedeln.

Im Zentrum von Taipeh haben Naturschützer der Stiftung Friends of Daan Forest Park nach fast einem Jahrhundert erfolgreich Glühwürmchen wieder angesiedelt. Die 2014 von Dr. Wu Chia-Hsiung von der Nationalen Universität Taiwan hatte es sich zur Aufgabe gemacht, natürliche Lebensräume wiederherzustellen.

Glühwürmchen als weltweiter Tourismus-Faktor

Dabei hat sie es etwa erreicht, dass helle Straßenlaternen durch Glühwürmchen-freundliche Kugeln ersetzt wurden. Nun gibt es auch in Taipehs größtem Park die Möglichkeit für Besucher, an geführten Glühwürmchen-Wanderungen teilzunehmen.

„Für die über 50-Jährigen ist es eine Kindheitserinnerung, und vor 2014 dachten viele von ihnen, es sei unmöglich, sie wiederzusehen“, erklärt Wu. „Wir haben sie zurückgebracht. Das ist ein ökologisches Wunder.“

Eine vor der Corona-Pandemie durchgeführte Studie über den Glühwürmchentourismus gelangte zur Einschätzung, dass jährlich mindestens eine Million Menschen gezielt an Orte in zwölf Ländern reisen, um die Glühwürmchen zu sehen, darunter Hunderttausende in Taiwan.



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