Ein glückliches Paar. Foto: iStock
Ein glückliches Paar.Foto: iStock

Zeitgeist der Depression oder eine neue Chance?

Von 15. Oktober 2021 Aktualisiert: 7. Oktober 2021 16:51

Die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen haben eine neue Epoche eingeleitet. Nicht nur im Hinblick auf den Umgang mit neuen Maßnahmen und Krankheiten, sondern auch auf unsere persönlichen Beziehungen zu uns selbst und anderen. 

Man kann sagen, wir sprechen jetzt von vor und nach Corona. Vor Corona lebten wir angstfreier, in den Tag hinein, kümmerten uns um unsere Alltagsprobleme und den Freizeitstress der Kinder. In welchen Verein sollten wir den Sohn oder die Tochter schicken, dass sie sich gut entwickelte? Machten wir einen Ausflug am Wochenende und wann bekamen wir eine Gehaltserhöhung, um den nächsten Urlaub zu planen? Die Karriere stand an erster Stelle. 

Um sich ein wenig Luxus zu leisten, arbeitete die Frau gleichermaßen und die Kinder beschäftigten sich mit Schule, Handy und Videospielen. Wir hetzten von einem Termin zum anderen, verschwendeten die Zeit in Staus, verpesteten die Umwelt, übersäuerten den eigenen Körper mit Fast Food und glaubten, wirklich glücklich zu sein. Insgeheim wusste jedoch beinahe jeder, dass er nicht glücklich, sondern lediglich zufrieden mit seinem Leben war.

 Irgendein Problem gab es nämlich immer, dass diese Scheinwelt weiterhin im Nebel halten konnte. Sei es der fremdgehende Partner, das ewige Singledasein oder der Kampf am Arbeitsmarkt. Trotz allem, es ging uns gut! So gut, dass wir die vermeintliche Blase unserer Glückseligkeit nicht aufgeben wollten. Mehr noch, sie verteidigten und wiederhaben wollten, koste es, was es wolle.

Achterbahn statt Geradlinigkeit 

Wir bezeichnen dieses Phänomen als kognitive Dissonanz. Unser Leben dreht sich im Kreis, doch wir glauben an die Geradlinigkeit, weil das das bessere Ergebnis verspricht. Unsere Wahrnehmungen, Gedanken, Einstellungen und Erfahrungen stehen im Widerspruch zueinander. Um sich vor emotionalen Enttäuschungen, Verletzungen und Schmerz zu schützen, versuchen wir, uns in eine Welt zu flüchten, die nicht der Realität entspricht. 

Wir befinden uns zwar in einem unausgeglichenen Gefühlszustand, doch Verdrängen, Leugnen, Schuldzuweisungen und Ignorieren verschaffen einen Aufschub, um sich nicht mit sich selbst, den eigenen Handlungen und Emotionen intensiv auseinandersetzen zu müssen. Nicht zu vergessen, falls wir uns doch entscheiden, den nächsten Schritt zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes zu gehen, kann das schwerwiegende Konsequenzen mit sich tragen. 

Möglicherweise kommt es zur Scheidung, Trennung oder die Weltanschauung bricht wie ein Kartenhaus zusammen. Es gibt demnach nur zwei Möglichkeiten. Entweder, man passt aus vermeintlichem Selbstschutz seine Gedanken an, ganz nach dem Motto, was nicht passt, wird passend gemacht, oder man tritt aus dem dysfunktionalen Zustand heraus, indem man die Dinge anerkennt, objektiver überprüft und andere Blickwinkel berücksichtigt. Die Frage, die man sich stellen darf, ist demnach: Bleibe ich in einem latenten dauerhaften Zustand der Zufriedenheit, aber dafür unbewussten Emotionsschmerz oder wage ich den Sprung ins echte Glück und schaue der Wahrheit ins Gesicht? 

Wenn wir bereit sind, alte Schleier fallen zu lassen, folgt oft zunächst der Fall in ein dunkles Loch. Der Schmerz und die Verletzungen aus der Vergangenheit, auf die wir versucht haben, einen Deckel des Vergessens zu stülpen, werden plötzlich wieder sichtbar. Doch nur die Konfrontation mit den eigenen verborgenen Schatten kann wahrhaftig aus dem Loch hinaus und zu einem glücklicheren Leben führen. Doch das erfordert Mut und Ausdauer! 

Der Wunsch zur alten Normalität

Wenn wir in einer toxischen Beziehung leben und der Partner uns nicht so liebevoll behandelt, uns keine Wertschätzung und Respekt erweist, bleiben viele trotzdem in der Partnerschaft verhaftet. Besonders Frauen verlassen ihren Mann nicht, selbst wenn sie geschlagen werden. Das Alleinsein und die Abhängigkeit stellen das größere Risiko dar, auch wenn man stets unglücklich ist. 

Der Verdrängungsprozess setzt ein. Man redet es sich schöner, als es ist, um die Beziehung nicht aufzugeben und sich selbst nicht annehmen zu müssen. Dieses Muster lässt sich beliebig auf andere Bereiche des Lebens übertragen: einen Job, den man hasst, oder zahlreiche andere Konflikte. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das sich Routine wünscht und somit oft mehr in Kauf nimmt, als es ihm guttut. Und genau deshalb wünscht man sich wieder ein Leben vor Corona zurück. 

Andere Wege zu gehen, veränderte Blickwinkel oder etwas Neues auszuprobieren, bedeutet Ungewissheit. Mehr noch, wir empfinden es als ein schwer einzuschätzendes Risiko, das wir oft nicht eingehen wollen, weil wir nicht sicher sein können, was dann passiert. Selbst wenn es eine Tendenz zum Besseren verspricht, blockiert die Angst den Sprung ins kalte Wasser. Wir halten zwanghaft am Altbekannten fest. Die emotionalen Beeinträchtigungen entstehen jedoch trotzdem und sickern im Unterbewusstsein zu Boden.

Zum Beispiel konnte durch die politische Vorgabe, mit der Impfung die alten Freiheiten zurückzugewinnen, ein Teil der Gesellschaft wieder die Vorzüge ihres alten Lebens genießen. Zumindest oberflächlich betrachtet. Die Erfahrungen wurden bewusst oder unbewusst abgespeichert und lauerten nun auf dem Boden der nicht aufgearbeiteten Traumata. Aber was soll daran schlimm sein? 

Vergessen und Verdrängen erscheinen hilfreich, um entspannter zu leben. Ein fataler Irrtum! Während sich Ungeimpfte, Kinder und Jugendliche täglich mit Masken und Impfdrang auseinandersetzen müssen, um weiterhin irgendwie zum gesellschaftlichen Leben dazugehören zu können, schließt sich die Mehrheit der Masse an, um ihr seelisches Schicksal auf eine andere Art zu besiegeln.

Die Folgen sind häufig Frust, Hilflosigkeit, Ängste, Dauerstress, Burnout bis hin zu Suizidgedanken auf beiden Seiten. Während vor Corona meine Kunden noch ihr Beziehungsleben verbessern wollten, geht es nun vordergründig um emotionale Sorgen und vor allem Depression. Die Freude am Leben war um ein Vielfaches gesunken und bedrohte nun besonders die Zukunft der Kinder.

Zur Aufarbeitung stellt unser System verschiedene Lösungsvarianten zur Verfügung:

  1. Flucht: Man versucht, vor dem Problem davonzulaufen, ohne sich eingehender damit zu beschäftigen. Die Koffer stehen stets fertig gepackt und in Beziehungen erfreut sich das Ghosting immer größerer Beliebtheit. Nur keine Konfrontation. Denn wenn man ein Problem allumfassender betrachten würde, müsste man sich auch mit sich selbst auseinandersetzen. Das kann sehr unangenehm werden, wenn alte Wunden wieder zu Tage treten und die Scheuklappen fallen.
  2. Aufgabe: Man bleibt in der Situation gefangen und versucht, sich alles schön zu reden. Kognitive Dissonanz. Entweder man findet für sich selbst ein passendes Gegenargument der Rationalität oder man greift auf Plan A – die Flucht – zurück. Anpassen und mitmachen, soweit es irgendwie geht. Ansonsten wird man ebenfalls von dem Schmerz der eigenen Vergangenheit eingeholt.
  3. Willenskraft: Man trifft die Entscheidung, für sich selbst einzustehen und scheut auch unangenehme Selbsterkenntnisse nicht mehr. Das kann in stärkeren oder abgeschwächten Varianten passieren. Flucht und Aufgabe können in Wechselwirkung dennoch auftreten. Der Grundstein ist jedoch gelegt, um tatsächlich in die Heilung alter Verletzungen zu gehen und wahrhaftig glücklich zu werden. Bei all dem Leid, das Corona schon angerichtet hat, bleibt die persönliche Entscheidung, wie wir damit umgehen wollen. Nutzen wir es, um über uns selbst hinauszuwachsen oder nicht?

Wenn wir unter einer Depression leiden, hat sich die Seele entschlossen, das körperliche Leben aufzugeben. Deshalb empfindet man auch keine Freude mehr. Um den Weg zurück ins Leben zu finden, können wir uns motivieren, aktiv zu sein, in Dialoge mit unserer inneren Stimme zu gehen, oder uns Hilfe von außen holen. Die erneute Verbindung mit der Seele wiederherzustellen, hat unglaubliche Erfolge erzielt. 

Es liegt also an jedem selbst, welche Entscheidung wir treffen und was wir trotz aller Widrigkeiten als Chance sehen möchten. So sehr wir allem Schmerz aus dem Weg gehen wollen, unsere Aufgabe, die Liebe und das Licht in uns selbst zu finden, wird uns befreien, wenn wir uns trauen und uns dafür entscheiden!



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