Manipulation, Steuerung, Mann.Foto: iStock

„Ein schonungsloser Einblick in unsere heutige Welt“ – Eine Rezension zum Buch „Macht“

Von 27. Juli 2021 Aktualisiert: 27. Juli 2021 17:30
Die gegenwärtige Zivilisationskrise muss verarbeitet werden – nicht nur seelisch, sondern auch menschlich. Die Psychoanalytiker Almuth Bruder‐Bezzel und Professor Klaus‐Jürgen Bruder bieten dafür eine Sammlung wohltuender Einblicke in das Problem der Meinungsmache in Machtsystemen. Ihr Buch „Macht“ ist wahrhaft wertvoll in dieser absolut abgründigen Zeit.

Machtbesessenheit, Medienpropaganda und Meinungsmanipulation. Die Psychoanalytiker Almuth Bruder‐Bezzel und Professor Klaus‐Jürgen Bruder mit einer Sammlung wohltuender Einblicke in das Problem der Meinungsmache in Machtsystemen. Was ist in unserer Zeit verstörender: die Gefahr eines Krankheitserregers oder der Umgang mit eben diesem? Seit einem Jahr lebt die Menschheit nicht nur unter massiven Zwangseinschränkungen ihrer bürgerlichen Freiheitsrechte, sondern ebenso unter massiver Medienüberflutung mit einem einzigen Thema. Dabei scheint die Angst vor einem Virus fast genauso groß wie die Angst vor einer zunehmend totalitäreren Welt.

Nicht nur die Kinder‐ und Jugendlichen‐Psychiatrien sind überfüllt – im Gegensatz zu den Intensivbetten –, auch das Leid der Erwachsenen ist in Zeiten der gegenwärtigen Krise enorm gestiegen, und findet ihren Niederschlag nicht nur in einer Ende 2020 bereits etwa vierfach gestiegenen Selbstmordrate in Deutschland, sondern auch in den psychiatrischen Ambulanzen und dem Feld der Psychotherapie.

Woran liegt das? Könnte es sein, dass die gegenwärtige Gesellschaftssituation ein künstlich‐erzeugtes Medienprodukt ist? Oder hat „Corona“ nur noch sichtbarer gemacht, was schon länger nicht gut läuft in unserer Zivilisation?

Dies neue Buch wurde zwar schon vor der „Coronazeit“ geplant; dennoch sind auch Eindrücke der gegenwärtigen Weltlage diesbezüglich eingeflossen. Es ist jedoch kein „Corona‐Buch“, sondern eine minutiöse Analyse verschiedener Aspekte unseres Zusammenlebens aus medientheoretischer und machtsystemischer Sicht anhand von ausgewählten Beispielen:

  • Wo stehen wir heute, und wie konnte es so weit kommen?
  • Was läuft schief in unserem alltäglichen Dasein, und wie können wir dem konstruktiv begegnen?
  • Woher kommt die extreme Anpassung an fragwürdige Staatsmaßnahmen der meisten Menschen weltweit, und warum werden kritische Denker nicht mehr gehört, sondern diffamiert, mundtot gemacht und medial „ausgeschaltet“?

Von dieser Art sind die Fragen, welche das Buch in fünfzehn Kunststücken behandelt, die zwar die aktuelle Situation vor Augen haben – jedoch vielmehr grundlegend die Prinzipien und Mechanismen der Beeinflussung und Manipulation an konkreten Beispielen untersuchen.

Ein Anstoß für Bewusstwerdung und Bewusstseinserweiterung

Die beiden Herausgeber des Bandes mit dem prägnanten Titel „Macht – Wie die Meinung der Herrschenden zur herrschenden Meinung wird“ haben erwähnte Artikelsammlung mit viel Geist, Menschlichkeit und Mitgefühl zusammengestellt.

Herausgekommen ist ein ebenso bereicherndes wie durchgängig mitreißendes Buch, das gerade aufgrund der verschiedenen Autoren und ihren unterschiedlichen thematischen Gegenständen den Leser zu greifen weiß, dessen Einsicht in ebenso historische wie globale Zusammenhänge bezüglich unseres gemeinsamen Loses als Menschheit heute vertieft, und einen Bewusstwerdungs‐ oder Bewusstseinserweiterungs‐Prozess anregt.

Dies gelingt insbesondere durch die Themen‐ und Autorenwahl: Professor Bruders Vorwort führt tiefgründig ins Werk ein und könnte gut als eigenes Kapitel gelten. Frau Bruder-Bezzel bietet in ihrer Einleitung über den Zusammenhang von Propaganda und Macht eine gute Grundlage zum Verständnis der Textsammlung, und zwar mittels eines historischen Abrisses zu Medientheorie und Massenmanipulation.

Professor Bruder widmet sich direkt im Anschluss dem Diskurs der Macht in Zeiten von Corona mit der Kernfrage: Wie kommt es, dass die Beherrschten einfach die Meinungen der Herrschenden – oft sogar völlig unkritisch und gutgläubig – übernehmen, und welche Rolle spielen dabei Aspekte wie Sprache, Gehorsam und Werte‐Umcodierung?

Das dritte Kapitel des Psychologen Dr. Anton Perzy handelt davon, wie Meinung entsteht, weitergegeben und verinnerlicht wird – und zwar in enger Abhängigkeit von ihrem sozialen Umfeld – und welche Konsequenzen dieser Umstand hat. Als Nächstes untersucht die Pädagogin und Politologin Magda von Garrell das Schulsystem – mit besonderem Augenmerk auf „Meinungs‐Lernen“, das heißt die offene oder unterschwellige ideologische Beeinflussung in der Lehrfabrik als „Normierungsanstalt“, wie diese stattfindet und was ihr Ziel ist. Der Publizist Dr. Werner Rügemer beleuchtet dann das „Arbeitsunrecht“: das Problem verrechtlichten Unrechts der abhängig Beschäftigten – ihre Unfreiheit auch der Meinungsäußerung im Herrschaftssystem.

Das sechste Kapitel von Burkhard Bierhoff, Professor für Erziehungswissenschaft, beschreibt die Prägung unserer Haltungen, Einstellungen und Lebensweise durch das Konsum‐Modell als Daseinsform, anhand vor allem einer Auseinandersetzung mit Gedanken des Soziologen Jean Baudrillard, und wie unsere Psyche durch Konsum geformt wird. Danach stellt der Lehrer und Lehrerausbilder Wolfgang Romey das Internet und dessen Entstehung dar, durch welche Mechanismen es der Meinungsbeeinflussung, der Überwachung und der Zensur dient, und was wir dagegen tun können.

Der Weg zu einer „Fake‐Reality“

Der Psychologe Georg Rammer erklärt, wie sich massive Propaganda, Manipulation und Kontrolle zu einer „Fake‐Reality“ verdichten, die nicht nur Staatsverbrechen mit immensem Ausmaß zu verdecken versteht, sondern auch die Geisteshaltung einer ganzen Gesellschaft lahmlegen kann, und wie ihr das gelingt. Alsdann erforscht der Soziologe Professor Moshe Zuckermann unterschiedliche Verwendungsformen von Begriffen, und dass es weniger auf den Begriff und mehr dessen Verwendung ankommt.

Er zeigt dabei, wie stark sich Begriffsverwendung auf die Realität und die Lebenspraxis von Menschen auswirkt – am Beispiel des Ausdrucks „Holocaust“ und dem heutigen Israel. Im nächsten Artikel analysiert der Journalist Mathias Bröckers den politischen Kampfbegriff „Verschwörungstheorie“ – dessen Erfindung und vor allem auch missbräuchliche Verwendung in unserer heutigen Zeit.

Anschließend prüft die Medienkritikerin Daniela Lobmueh, wie und wodurch Bildmanipulationen auch durch Kontextänderung regelrecht zu visuellen Propagandaschlachten ausufern können, die das Politische weithin als Propagandaprodukt von Inszenierung demaskieren.

Wie sich Manipulation mittels manipulierter Bilder durch die Medien erkennen und durchschauen lässt und in welchem Zusammenhang solches Verhalten zu den herrschenden Machtkreisen steht, zeigt sie an den Beispielen der „Bericht‐Bestattung“ zur Ukraine und zu Syrien. Bei dem Historiker Dr. Kurt Gritsch geht es um Deutschlands ersten Angriffskrieg nach 1945 und dessen Rechtfertigung.

Totalitäre Gleichschaltung des öffentlichen Narrativs in der Praxis

In der nächsten Arbeit durchdenkt der Journalist Stefan Korinth die Praxis totalitärer Gleichschaltung des öffentlichen Narrativs am Beispiel von Auslandskonflikten wie dem in der Ukraine: Wie kommt es, dass ein Mainstream‐Meinungs‐Monoblock entsteht, der nur noch Regierungs‐ oder Machtpositionen vertritt und die Deutung von Ereignissen nicht nur vorstrukturiert, sondern regelrecht vorgibt, und wie lässt sich dagegen vorgehen?

Weiterhin stellt der Autor Wolf Wetzel Überlegungen an zum Mord an Walter Lübcke 2019, wie dieser dargestellt und medial verwertet wurde und welche Verstrickungen mit Macht es dabei gegeben haben könnte. Möglicherweise ist der Gewaltapparat, in welchem wir leben, bereits viel mächtiger als manche wahrhaben mögen, und äußert sich in Handlungen,  die tatsächlich an Verschwörungen von oben oder von unten denken lassen.

Der fünfzehnte und letzte Aufsatz schließt das Buch würdig ab mit einigen grundlegenden Einsichten des Autors Hannes Sies zum Menschheitsverbrechen an Julian Assange und dem medialen, ebenso kriminellen Umgang damit. Die Behandlung von Menschen, die Verbrechen – auch und vor allem: Staatsverbrechen – aufdecken, sagt mehr über den inneren Zustand einer Gesellschaft und auch einer ganzen Kultur aus als vieles andere. Dabei gerät zum Abschluss des Buches auch nochmals neben dem Neoliberalismus der sogenannte „Tiefenstaat“ ins Blickfeld – zwei wesentliche Begriffe dieses Werkes, die ebenso Metaphern für unsere Zeit sind.

Das ist natürlich kein sanfter, angenehmer Ein‐ und Ausblick, den diese Zusammenstellung bietet, sondern ein schonungsloser Einblick in unsere heutige Welt, wie wir sie geschaffen haben: Es ist ein bewusstseinsförderndes Buch, das durch seine Wahrhaftigkeit gewinnt und eine hoffentlich heilsame Medizin gegen das herrschende Unbewusstsein sein kann.

Und obwohl es gerade das nicht sein möchte, ist dieses Buch doch auch eines zur Aufarbeitung des Corona‐Vergehens geworden. Als solche wird diese Sammlung vermutlich eines Tages in die Deutsche Geschichte eingehen – als Fundament einer neuen Aufklärung im Zeitalter einer düster‐dystopischen Mittelalter‐Renaissance.

Dieses beeindruckende Werk lässt daher hoffen, dass uns die hier dargestellten Gedanken dabei helfen werden, die gegenwärtige Weltkulturkrise zu verarbeiten und nicht nur seelisch, sondern auch menschlich aufzuarbeiten. Daher: Ein absolut wertvolles Buch in einer absolut abgründigen Zeit, das trotz seiner Offenheit doch Mut zum Wandel macht.

erschienen im Westend-Verlag
256 Seiten
Buch 22 Euro
eBook 16,99 Euro



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