10.373 Kilometer für die Liebe – Mit dem Fahrrad von Indien nach Schweden

Epoch Times11. Juni 2018 Aktualisiert: 9. Juni 2018 7:56
Es klingt wie ein Bollywood-Film: Junge trifft Mädchen, Junge verliebt sich, Junge muss gehen, aber verspricht zurückzukommen. Tatsächlich, spielt ein Teil dieser Liebesgeschichte in Indien, doch das Happy End fand in Schweden statt.

So kitschig es klingen mag, für die Liebe nimmt man alle Strapazen auf sich – auch wenn das heißt, über 10.000 Kilometer weit zu reisen – und wenn es mit dem Fahrrad ist … Genau das ereignete sich vor nunmehr 43 Jahren und ist immer noch einer der bewegendsten Liebesgeschichten der Welt, im wahrsten Sinne des Wortes!

Dr. P K Mahanandia wurde 1949 als Sohn einer sehr armen Familie in Odisha im Osten Indiens geboren. Von klein auf war er schon immer ein Künstler und auch die Menschen aus den umliegenden Dürfen hatten schon einmal von ihm gehört. Um seine Künste zu verbessern, beschloss er Kunst zu studieren, so gelangte er 1971 nach Neu-Delhi und begann sein Studium an der Kunsthochschule.

Durch seine hervorragenden Fähigkeiten und außergewöhnlichen Portraits wurde er schnell bekannt. Spätestens als er ein Portrait von Indira Ganghi malte, bekam er die Aufmerksamkeit der lokalen Medien und wurde berühmt.

Weil er so ein ausgezeichneter Künstler war, durfte er auch am Connaught Place, dem teuersten Pflaster der Stadt Portraits malen. Das half ihm über die Runden zu kommen.

Charlotte von Schedvin hingegen wurde als Tochter eine reichen schwedischen Familie geboren und war sogar mit der Königsfamilie verwandt. Nie im Leben hätte man geglaubt, dass sich ihr und PKs Weg kreuzen würden, doch es kam, wie es kommen musste.

Die Prophezeiung seiner Mutter

Die Romanze begann im Jahr 1975, als Charlotte es endlich schaffte, ihren lang gehegten Traum einer Reise nach Indien zu realisieren. PK war zu diesem Zeitpunkt noch immer Kunststudent und hielt sich durch das Zeichnen von Porträts der Schönen und Reichen über Wasser. Sie trafen sich und die damals 19-jährige Charlotte wurde eines seiner Models.

PK erinnerte sich augenblicklich an die Prophezeiung seiner Mutter, die einst sagte, er werde einmal eine weiße Frau aus einem fernen Land heiraten die als Sternzeichen Stier ist. PKs Familie glaubte so sehr an diese Prophezeiung, dass sie nicht einmal eine arrangierte Hochzeit plante, was zur damaligen Zeit äußerst ungewöhnlich war.

Liebe kennt keine Grenzen!

Die Prophezeiung seiner Mutter im Hinterkopf fragte PK Charlotte nach ihrem Sternzeichen und, wie konnte es anders sein, sie war ein Stier.

Charlotte verliebte sich in PKs Art und PK fühlte dasselbe. Für den nächsten Monat waren sie unzertrennlich. In dieser Zeit heirateten Charlotte und PK nach Vaidik-Brauch und sie änderte ihren Namen zu Charulata.

Doch nach etwa einem Monat musste Charlotte zurück nach London. PK hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch ein Jahr Studium vor sich und konnte, so gern er auch wollte, nicht mit ihr kommen. Er versprach sein Studium zu beenden und dann aus eigener Tasche nach Schweden zu reisen, ohne einen Penny von ihr zu nehmen.

Als es soweit war, entschied PK sein gesamtes Hab und Gut zu verkaufen und nach Schweden aufzubrechen. Doch auch nachdem er alles verkauft hatte, reichte das Geld nicht für ein Flugticket. Für ein gebrauchtes Fahrrad reichte es schon und so machte er sich auf den Weg zur Liebe seines Lebens. Um seine Charulata wieder zu treffen, würde er alle Schwierigkeiten auf sich nehmen.

Nur mit seinen Farben brach er nach Schweden auf – per Fahrrad

Seine Reise führte ihn von Neu-Delhi nach Amritsar (Indien), Kabul (Afghanistan), Teheran (Iran), Ankara und Istanbul (Türkei), Sofia (Bulgarien), Wien (Österreich), Hamburg (Deutschland), Kopenhagen (Dänemark) nach Göteburg in Schweden.

Während Charlottes Fahrt mit den Van „nur“ 22 Tage dauerte, war PK ganze vier Monate und drei Wochen unterwegs, bevor er am 28. Mai 1977 in Göteburg ankam. Sein Fahrrad musste er mehrmals reparieren und manchmal fuhr er tagelang, ohne etwas zu essen. Aber er war so bestimmt, seine große Liebe wiederzusehen, dass kein Hindernis zu groß schien.

Über 10.000 Kilometer legte er zurück – wann immer es ging, suchte er sich eine Mitfahrgelegenheit …

In Schweden angekommen, fragte ein Grenzbeamter nach dem Anlass seiner Reise und war entsprechend überrascht zu hören, dass er den ganzen Weg von Indien mit dem Fahrrad zurückgelegt hatte, um die Liebe seines Lebens wiederzusehen. Doch was ihn am meisten überraschte war, dass PK aus armen Verhältnissen stammt und Charlotte zur Königsfamilie gehört. Er hielt das alles für einen Scherz.

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Die Beamten konnte es kaum glauben und benachrichtigten die königliche Familie, woraufhin Charlotte sofort nach Göteburg fuhr und ihren Ehemann liebevoll empfing. Er hat tatsächlich über 10.000 Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt, nur um zu ihr zu fahren.

„Ich radelte für die Liebe, liebte aber nie das Radeln“, sagte PK rückblickend

PKs Fahrrad, mit dem er vor 40 Jahren nach Schweden fuhr.

PKs Liebe, seine Reise und die Strapazen, die er auf sich genommen hatte, brachen die starren Traditionen des Königshauses. Bis dahin war es nicht-weißen Menschen verboten bei der königlichen Familie zu wohnen, aber Charlottes Eltern akzeptierten PK als Teil ihrer Familie. Seit über 40 Jahren leben PK und Charlotte in Schweden und haben zwei inzwischen erwachsene Kinder.

Auch als Maler ist PK noch tätig und seine Bilder finden weltweit Anerkennung. Doch all seine Errungenschaften mindern keineswegs die Liebe zu seinem Heimatland Indien und ist als schwedisch-indischer Kulturbotschafter tätig. Mindestens einmal pro Jahr besucht er sein Dorf Kandharpara im Westen Odishas.

Mindestens einmal pro Jahr reist PK nach Indien.

Dr. PK Mahanandia hat ohne Zweifel Großes erreicht und unzählige Menschen inspiriert – sowohl in Indien, als auch weltweit. Seine Geschichte zeigt, dass es für die Liebe tatsächlich keine Grenzen gibt, weder räumlich noch sozial.