Das Wegsehen bei Leid und Not macht auch vor Kindern nicht halt!

Epoch Times29. September 2017 Aktualisiert: 29. September 2017 10:14
Während eines Fluges beginnt ein Kind zu schreien – keiner reagiert. Alle sehen und hören beflissentlich weg. Eine junge Frau steht auf und wird zur ganz persönlichen Heldin eines Jungen

Rochel und ihr Mann Bentzion schnallten sich an, und lehnten sich entspannt zurück. Sie wussten, dass ihnen ein langer Flug nach North Carolina bevorstand. Sie ahnten nicht, was noch auf sie zukommen sollte.

Mitten über dem Atlantik begann ein kleiner Junge laut zu schreien und zu weinen. Der Junge schrie und schrie. Seine Eltern schafften es nicht, ihn zu trösten und seine Panik ließ nicht nach. Seine Anspannung begann, sich auf die Mitreisenden zu übertragen, die ebenfalls unruhig wurden.

Niemand sagte etwas, aber alle wurden langsam sichtlich nervöser; ohne baldige Landemöglichkeit löste die Situation bei allen ein ungutes Gefühl.Zudem unter ihnen nur das Wasser. Eine gewisse Panik machte sich breit. Nur, keiner fragte nach, ob er oder sie helfen könnte. Keiner erkundigte sich nach dem Grund, warum dieses Kind dermaßen schrie.

Diese unbehagliche Situation verdeutlichte nur allzu gut, wie Erwachsenen im Laufe ihres Lebens abstumpfen und nicht mehr die Bereitschaft haben oder spüren, zu helfen oder überhaupt zu einer Empathie fähig sind.

Der Junge war autistisch. Und genau diese Situation hatte ihn völlig überfordert. Er saß zum ersten Mal in einem Flugzeug, und wie es bei autistischen Menschen leicht geschehen kann, hatte diese ungewohnte Situation ihn so sehr verängstigt und verwirrt, dass er in seiner Not nicht zu beruhigen war. Er zog sich in seine Welt zurück, und selbst seine Eltern kamen nicht an ihn heran.

Wie hilflos saßen sie neben ihrem eigenen Kind, der sie noch nicht einmal zu erkennen schien. Erstaunlich, auch die Stewardessen reagierten nicht sonderlich, auch sie waren es wohl gewohnt, dass Kinder während des Fluges schrien.

Da ergriff Rochel, die in einer Einrichtung für Jugendliche mit Behinderungen arbeitet, die Initiative. Sie stand auf, ging zu dem Jungen hinüber und hielt ihm schweigend ihre Hand hin.

Der Junge sah sie eine Weile an, fasste Vertrauen zu ihr, nahm dann ihre Hand und folgte ihr stumm in eine Ecke des Flugzeugs. Er hatte sofort aufgehört zu schreien. Alle sahen diesem seltsamen Paar nur nach. Rochel setzte sich mit dem Jungen hin und hielt ihn beschützend im Arm, bis seine Tränen versiegten.

Die nächsten zwei Stunden über, saß Rochel mit dem Jungen in der Ecke, zeichnete mit ihm, spielte mit ihm und ließ ihn auf ihrem Handy tippen. Er entspannte sich schnell und schien sich in ihrer Gegenwart sehr wohl zu fühlen.

Natürlich waren die Eltern des Jungen dankbar, wie auch der Rest der Passagiere. Rochel hatte es mit ihrem menschlichen Einsatz geschafft, dass nicht irgendjemand noch dem Kind gegenüber ausfallen geworden war.

Mit ein wenig Mitgefühl und Empathie hatte Rochel das Schönste geschafft, was einem Menschen gelingen kann: Kontakt zu einem anderen herzustellen und ihm in der Not Geborgenheit und Sicherheit zu schenken.

Letztendlich hat sie etwas gegeben, das einem angeblich christlichem Volk, für das sich insbesondere das amerikanische Volk doch gerne hält, nicht hätte schwer fallen dürfen und sollen: „Nächstenliebe“. Wie schön, dass Rochel dem Jungen diese Aufmerksamkeit geben konnte.

Wenn wir mit dem Leid eines anderen Menschen konfrontiert werden, hilft nur eines, um unsere eigene Hilflosigkeit zu überwinden: Mitgefühl und Sensibilität. Und Nächstenliebe.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN