Der liebende Vater: Die Würde des Menschen ist unantastbar!

Epoch Times1. September 2017 Aktualisiert: 24. November 2017 16:31
Wirklich? - Was der Einzelne als würdig oder unwürdig empfindet, kann sehr unterschiedliche Vorstellungen aufweisen. Zudem unterliegt das Gefühl von Würde, wie übrigens alle Wertvorstellungen, einem ständigen sozialen Wandel.

Ein Großteil der Menschen nimmt es mittlerweile stillschweigend hin, wenn Menschen unter unwürdigen Bedingungen leben und arbeiten müssen. Seien wir doch mal ehrlich, viele von uns scheren sich doch einen Dreck darum, wie es Millionen Menschen auf der Welt geht. Wir wagen überhaupt, nicht daran zu denken.

Ein Vater aus Bangladesch versuchte jahrelang vor seinen vier Töchtern zu verheimlichen, wie er sein Geld verdiente – nicht weil es illegal war, sondern weil er sie schützen wollte. Dieser fleißige Vater verbarg seinen Job als Reinigungskraft, sodass sie sich nicht für ihn schämen würden.

„Jedes Mal, bevor ich nach Hause ging, wusch ich mich in öffentlichen Toiletten, sodass sie nicht erahnen konnten, was mein tatsächlicher Job war. Ich wollte, dass sie mit Würde und Selbstbewusstsein ihren Mitmenschen gegenüberstehen konnten. Sie sollten sich nicht für ihren Vater schämen müssen!“

Alles was er verdiente, steckte er in ihre Ausbildung. Denn Bildung, das hatte er früh erkannt, würde seinen Töchtern vor demselben Schicksal schützen. Eines Tages hatte er keine andere Wahl, als ihnen die Wahrheit mitzuteilen. Was dann als Reaktion kam, konnten knapp 500.000 Facebook-Nutzer von den herzzerreißenden Reaktionen der Töchter miterleben.

Der bescheidene Bangladeshi-Vater namens Idris, der die Härten des Lebens durchgemacht hat, um seinen geliebten Töchtern die Ausbildung zu finanzieren, berührte jeden.

„Ich habe mich nie getraut, meinen Kindern zu erzählen, was mein Job war. Als meine jüngste Tochter mich aber eines Tages fragte, was ich tat, erzählte ich ihr zögernd, dass ich ein Arbeiter war.“ Er begann um den heißen Brei herumzureden, um sicherzustellen, dass sie nicht ahnen würden, was er für den Unterhalt wirklich tat.

„Ich wollte einfach nicht, dass irgendjemand auf sie herabschaut, wie sie es bei mir getan haben“, erklärte Idris. Und er arbeitete weiterhin unermüdlich. „Ich habe nie ein neues T-Shirt für mich selbst gekauft, habe stattdessen das Geld für den Kauf von Büchern für sie verwendet. Respekt, das ist alles, was ich von ihnen wollte“, fügte er noch hinzu.

„Dann kam aber der Tag – es war der letzte Tag für die Aufnahme ins College für meine jüngste Tochter – da hatte ich nicht genug Geld um sie dort anzumelden. Ich konnte an diesem Tag nicht arbeiten. Ich saß neben dem Müll und versuchte, meine Tränen zu verbergen. Alle meine Kollegen sahen mich an, aber niemand kam, um mit mir zu sprechen.

Ich war gescheitert und fühlte mich untröstlich. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das meiner Tochter erzählen sollte. Natürlich wollte sie aufs College, und ich hatte nicht genug Geld. Ich bin arm geboren und ich glaubte, dass nichts Gutes einer armen Person passieren könnte. Ich hatte meine Würde verloren.

Nach der Arbeit kamen alle anderen Reiniger zu mir, setzten sich neben mich und fragten, ob ich sie als Brüder betrachten würde. Bevor ich antworten konnte, reichten sie mir alle ihren Tageslohn. Als ich versuchte, alles zu verweigern, konfrontierten sie mich mit den Worten: „Wir werden heute hungern, wenn’s nötig ist, aber deine Tochter muss aufs College gehen. Ich konnte ihnen nicht antworten. An diesem Tag habe ich nicht geduscht, ich bin wie ich war, in mein Haus zurückgekehrt.“

Foto: Getty Images | Ian Waldie

Das war der Tag, an dem Idris seinen Töchtern endlich erzählte, dass er ein Putzmann war. Er gab auch zu, dass er nicht genug Geld für die Eintrittsgebühren für seine jüngste Tochter aufbringen konnte. Aber seine Kollegen hatten ihren Tageslohn für sie geopfert; und für ihn.

Unnötig zu sagen, seine Töchter waren unglaublich berührt.

Nachdem seine Töchter von ihrem selbstlosen Vater gelernt hatten, was er für eine große Last für sie schulterte, wollten sie nicht, dass er in Zukunft so schuftete. Idris’s jüngste Tochter, die eben noch studiert, hat einen Teilzeitjob angenommen, während seine drei anderen Töchter Nachhilfeunterricht geben.

Es scheint, dass Idris immer noch als Putzmann arbeitet, aber jetzt kommt seine jüngste Tochter häufig an seinen Arbeitsplatz vorbei und bringt Essen für alle Mitarbeiter von Idris.

„Sie lachen und fragen sie, warum sie sie so oft füttert. Meine Tochter sagte ihnen: Alle wart ihr bereit gewesen, für mich zu hungern, damit ich werden kann, was ich heute bin. Betet für mich, dass ich in der Lage bin, euch jeden Tag zu ernähren.“

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Foto: Getty Images | Metrography | Ali Arkady

Idris fährt fort zu sagen: „Jetzt fühle ich nicht so, als wäre ich ein armer Mann. Wer solche Kinder hat, kann nicht arm sein!“

Idris’s Geschichte wurde von GMB Akash, einem Bangladeshi-Fotografen, veröffentlicht, der viele Geschichten auf seiner Facebook-Seite teilt und erklärt: „Das Beste daran, ein Fotograf zu sein, ist, dass ich in der Lage bin, die Erfahrungen der Stimmlosen zu artikulieren und ihnen eine Identität zu schenken. Das gibt meinem eigenen Leben einen Sinn und eine Würde!“

Vielleicht sollten wir alle mehr auf unsere Mitmenschen zu gehen und die Würde des Einzelnen achten.