Er lebte in einer „eigenen Welt“ – wegen einer Immunschwäche verbrachte dieser Junge sein ganzes Leben in einer Plastik-Blase

Epoch Times7. August 2017 Aktualisiert: 7. August 2017 9:23
Dieser Junge lebte sprichwörtlich in seiner eigenen Welt. Aufgrund einer seltenen Immunschwäche durfte er keinerlei Kontakt mit der Außenwelt haben. Zusammen mit der NASA entwickelte das betreuende Krankenhaus eine Plastik-Blase, in der er sich frei bewegen konnte - und später auch einen eigenen "Raum-Anzug" damit er nach draußen konnte.

David Phillip Vetter wurde 1972 als geboren und war nach seiner Schwester Katherine und seinem Bruder David Joseph Vetter das dritte Kind der Familie. Während seine Schwester ein völlig normales und gesundes Leben führte, starb David nach nur sieben Monaten an den Folgen einer schweren Infektion. Die Ärzte fanden heraus, dass diese Krankheit an einem defekten Gen lag, welches nur an die männlichen Nachfahren vererbt wurde.

Genauer gesagt, er litt an einem schweren kombinierten Immundefekt (SCID) und sein Körper war völlig wehrlos gegenüber Keimen aller Art. Um einer möglichen Infektion zu entkommen, musste David Phillip Vetter sein ganzes Leben in einer sterilen Plastik-Blase verbringen. Ein Leben, das unglücklicherweise nicht allzu lang war, doch in dieser Zeit berührte er die Herzen vieler Menschen und ebnete den Weg zur Rettung zukünftiger Generationen.

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Mit der Vermutung, dass David auch an dem seltenen Gendefekt (etwa 1:100.000) leidet, brachten die Ärzte ihn nur Augenblicke nach der Geburt in eine sterile Umgebung. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass er tatsächlich von SCID betroffen war.

Es blieb ihm und seinen Eltern nichts anderes übrig, als dass David die Welt nur durch die schützende Schicht seiner Plastik-Blase erleben könnte. Sein einziger Kontakt mit anderen Menschen kam in der Form vom Gummi-Armen, denn absolut niemand durfte zu ihm.

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Die Plastik-Blase in der David aufwachsen und die er als seine eigene Welt kennen lernen würde, konnte das behandelnde Kinderkrankenhaus in Texas jedoch nicht allein entwickeln. In Zusammenarbeit mit der NASA entwickelten sie nicht nur eine Umgebung in der David sich frei bewegen konnte, sondern auch ein „Raumanzug“, mit dem er nach draußen konnte.

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Obwohl alles mit dem er in Kontakt kam, im Voraus gründlich desinfiziert werden musste, konnte David Fernsehen schauen, Bücher lesen und zur Schule gehen. Beziehungsweise die Schule kam zu ihm, denn mit seiner Plastik-Blase konnte er sich nicht in den Schulbus setzten …

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Als er größer wurde, „wuchs“ auch seine eigene Welt. Neue „Luftblasen“ ermöglichtem es ihm zwischen dem Krankenhaus und dem Haus der Familie in Shenandoah in Texas zu pendeln. Und mithilfe seines „Raumanzuges“ konnte er auch kurze Spaziergänge machen – dann sah er aus, wie ein echter kleiner Astronaut.

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Könnte ihn eine Behandlung aus seiner Plastik-Blase befreien?

Im Laufe der Jahre, machten sich seine Ärzte und Therapeuten Sorgen wie die lebensnotwendige Abschottung seine Lebensqualität in der Zukunft beeinflussen würde. Zugunsten eines normalen Lebens trafen sie die Entscheidung die Krankheit an sich zu behandeln.

Bis heute ist die einzige erfolgreiche Behandlungsmethode die Transplantation von fremden blutbildenden Stammzellen, meist durchgeführt in Form einer Knochenmarktransplantation. Doch was heute erfolgreich erprobt ist, war damals noch lange keine Selbstverständlichkeit.

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1983 wurde ihm erfolgreich Knochenmark seiner Schwester implantiert und sein Körper reagierte positiv auf die fremden Zellen. Unglücklicherweise führten unentdeckte Spuren des Epstein-Barr-Virus im Knochenmark seiner Schwester dazu, dass sich bei ihm aggressiver Blutkrebs entwickelte.

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Im Alter von nur zwölf Jahren starb David Phillip Vetter am 22. Februar 1984 an den Folgen seiner Krankheit. Obwohl sein Leben ziemlich kurz war und er seine Krankheit nicht endgültig besiegen konnte, brachte er die Forschung und Behandlungsmethoden auf diesem Gebiet ein ganzes Stück weiter.

Seine konsequente Isolation und Beobachtung sicherten, dass nachfolgende Generationen effektiver behandelt werden können – und hoffentlich überleben. Davids Fall zeigt wie wertvoll und zugleich empfindlich das menschliche Leben ist. Gleichzeitig gibt er uns einen Eindruck von dem was möglich ist, wenn Menschen zusammenkommen und gemeinsam Anderen helfen.

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Foto: Facebook | Cédric Cauchemar

Davids Geschichte siehst Du noch mal im Video. Die Dokumentation über sein Leben zeigt nicht nur wie er in seiner „eigenen Welt“ lebte, sondern auch welche Herausforderung er und seine Eltern überwinden mussten und wie die Ärzte – leider vergeblich – versuchten ihm zu helfen. (Englisch mit Untertiteln, 47 Minuten)

 

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