Der Tiger und die Frau: Mystisches Heilmittel besänftigt knurrigen und reizbaren Ehemann

Epoch Times9. Januar 2018 Aktualisiert: 10. Januar 2018 10:52
Nachdem ihr geliebter Ehemann aus dem Krieg zurückgekehrt war, war er nicht mehr wiederzuerkennen: gereizt, zornig und mit grobem Verhalten ausgestattet, einfach unberechenbar. Verzweifelt ging seine Ehefrau, ein Heilmittel erhoffend, zu einem mystischen Eremiten. Dieser gab ihr einen gefährlichen Auftrag ...

Yun Ok, war sehr unglücklich über ihre Situation, denn sie erkannte ihren Mann einfach nicht mehr wieder. Der Krieg, aus dem er gerade zurückgekehrt war, hatte ihn völlig verändert. Es gab nur wenige Momente, in denen sie manchmal das Gefühl hatte, er sei wieder der ‚Alte’.

Dann entschloss sie sich dazu, den mystischen Eremiten aufzusuchen, der in ihrer Gegend in einer abgelegenen Hütte wohnte. Sie erhoffte sich ein Heilmittel für ihren Mann zu bekommen, sodass er wieder normal werde. Als sie ankam, erzählte sie ihm ihre ganze Geschichte.

Der Eremit sagte lächelnd zu ihr: „Oh, Yun Ok, da gibt es einen Trank, der deinen Mann wieder gesund machen kann, aber es benötigt eine ungewöhnliche Zutat.“ „Du musst mir ein Schnurrhaar von einem lebenden Tiger bringen.“

„Ohne diese Zutat, kann ich den Trank nicht machen.“ antwortet der Eremit und drehte sich um.

Das bescherte Yun Ok eine schlaflose Nacht. Von vielen Gedanken gequält, konnte sie nicht zur Ruhe kommen. „Wie kann ich ein Schnurrhaar von einem lebenden Tiger bekommen?“, dachte sie.

Am nächsten Tag, bevor es dunkel wurde, schlich sie sich mit einer Schüssel, gefüllt mit Fleisch und soße bedecktem Reis aus dem Haus. Sie brachte die Schüssel zu der Höhle, am Rand eines Berges, wo man den Tiger vermutete. Nachdem sie vorsichtig die Schüssel außerhalb der Höhle platziert hatte, entfernte sich Yun so schnell wie möglich wieder von der Höhle.

Am nächsten Tag, noch vor dem Morgengrauen, ging sie zur Höhle zurück und sah, dass die Schüssel leer war. Sie tauschte die leere Schüssel gegen eine frisch Gefüllte ein, und ging.

Dies geschah mehrere Monate hintereinander, aber sie konnte den Tiger niemals sehen. Sie achtet auf die Fußabdrücke des Tigers und konnte daran erkennen, dass er tatsächlich die Schüssel geleert hatte.

„Eigentlich ist er ein freundliches Lebewesen … „

Eines Tages, als sie sich der Höhle näherte, bemerkte sie, dass der Tiger seinen Kopf aus der Höhle heraussteckte. Dann setzte sie vorsichtig die gefüllte Schüssel an die gleiche Stelle, und nahm die Leere mit. Die ganze Zeit raste ihr Herz vor Angst.

Nach einem weiteren Monat, wartete der Tiger bereits neben der leeren Schüssel, auf sie. Dann dachte sie bei sich, „Eigentlich ist er ein freundliches Lebewesen, wenn man ihn kennt.“

Eine Woche später erlaubte ihr der Tiger sanft den Kopf zu streicheln, und schnurrte dabei wie eine Hauskatze. Sie wusste, dass nun die Zeit gekommen war, und brachte am nächsten Morgen ein Messer mit zur Höhle. Nachdem sie die Schüssel mit dem Futter abgestellt hatte, erlaubte ihr der Tiger, seinen Kopf zu streicheln.

Dann sagte sie mit tiefer Stimme, „Oh, mein lieber Tiger, könnte ich eventuell eins von deinen Schnurrhaaren haben?“ Mit einem flotten Schnitt war eines der Schnurrhaare abgeschnitten. Sie bedankte sich sanft bei dem Tiger und verließ ihn.

Ist ein Mann bösartiger als ein Tiger?

Schnell eilte sie, das wertvolle Schnurrhaar, fest umklammert in ihrer Hand, zur Hütte des Eremiten. Sie rief zum Eremiten: „Ich habe es, ich habe das Schnurrhaar, des Tigers!“ Der Eremit fragte: „Hast du es wirklich von einem lebenden Tiger?“

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„Ja!“ sagte sie. Der Eremit entgegnete: „Erzähl mir, wie du das gemacht hast!“ Dann erzählte Yun Ok, die Geschichte wie sie innerhalb von sechs Monaten das Vertrauen des Tigers gewann, und dann am Ende, erlaubte er ihr eines seiner Schnurrhaare abzuschneiden.

Der Eremit sagte: „Das ist in der Tat ein Schnurrhaar von einem lebenden Tiger!“ Dann schnippte er das Haar ins Feuer, wo es sofort verbrannte. Yun Ok, weinte und schrie: „Was hast du getan?“

Der Eremit sagte mit sanfter Stimme zu ihr: „Yun Ok, du brauchst das Haar des Tigers nicht länger.“ „Sag mir, ist ein Mann bösartiger als ein Tiger?“ „Wenn ein wildes Tier durch deine sanfte Fürsorge gezähmt werden kann, denkst du nicht, dass ein Mann genauso sanftmütig sein wird, wenn du ihn auf die gleiche Weise behandelst?“

Yun Ok, war sprachlos, drehte sich um, und ging gedankenversunken den Weg hinunter. Sie dachte an den Tiger und ihren Mann und schließlich wusste sie, was zu tun war.

In schlimmen Zeiten voller Trauer sind Mitgefühl und Geduld, die Schlüssel für die Heilung gebrochener Seelen!

Quelle: Facebook | NTD Inspired Life – The Tiger’s Whisker