Nach 63 Jahren: Mutter und Sohn sprechen zum ersten Mal in ihrem Leben miteinander

Epoch Times29. April 2018 Aktualisiert: 29. April 2018 10:15
Oft hoffen adoptierte Menschen, dass sie eines Tages ihre biologischen Eltern finden werden. Einer von ihnen ist ein Mann aus New York, der fast 65 Jahre brauchte, um seine biologische Mutter zu finden. Als sie sich schließlich zum ersten Mal in ihrem Leben hörten, brach seine Mutter das Schweigen mit drei Worten.

Wayne Grow aus Oneida hatte jahrzehntelang versucht, seine biologische Familie ausfindig zu machen. Aber das war nicht so einfach, da seine leibliche Mutter sich nicht in das Adoptionsregister des Staates New York hatte eintragen lassen, als sie ihr Kind zur Adoption freigegeben hatte.

Um seine Mutter zu finden, wollte Wayne vor Jahrzehnten sogar einen Privatdetektiv engagieren, was ihn jedoch schon damals 3.000 Dollar gekostet hätte. Das war also leider keine Option.

Aber auch Dorothy Thompson, Waynes leibliche Mutter, war auf der Suche nach ihrem Sohn. Sie hatte ihn Gregory genannt, als sie ihn 1954 zur Adoption freigab. Zu diesem Zeitpunkt ging sie noch zur Highschool.

„Ich hätte ihn nicht ernähren können, also musste ich ihn zur Adoption freigeben“, sagte Dorothy zu WSYR-TV. „Ich habe mich immer gefragt, wo er wohl ist, ob er ein gutes Zuhause hat, was er macht – die normalen Dinge, an die man denkt. Und ich habe immer daran gedacht. Ich habe mir gewünscht, ihn eines Tages wiederzusehen.“

In den späteren Jahren zog Dorothy um und ließ sich mit ihren beiden Töchtern Deborah Fox und Laura Shelter wieder in New York nieder.

Deborah, eine der Töchter sagte: „Als wir jung waren, wurde uns sehr wenig gesagt. All die Jahre wurde nie darüber gesprochen, das Thema wurde nie erwähnt.“

Laura versuchte später, ihren Bruder zu finden, aber ohne Erfolg.

„Eines Tages sagte mir jemand, dass ein Klempner meinen Bruder adoptiert habe. Also wollte ich jeden Klempner in Georgetown anrufen, kam aber nicht weiter. Es war wie eine Sackgasse“, erinnerte sich Laura.

Über Ancenstry.com kaufte sich Wayne einen DNA-Test für 79 Dollar. Als die Ergebnisse vorlagen, erhielt er eine Liste mit DNA-Übereinstimmungen, die seine Cousins und Cousinen ersten und zweiten Grades enthielten. Damit hatte er nicht gerechnet.

Wayne konnte endlich wieder hoffen seine Mutter zu finden.

Per E-Mail hatte Wayne Kontakt mit einem seiner Cousins. Von ihm erhielt er letztendlich die Telefonnummer seiner Mutter.

„Ich habe die Nummer, ich habe den Namen. Ich werde es einfach tun. Ich muss es einfach tun. Ich werde nicht darüber nachdenken“, das hatte er damals zu seiner Frau gesagt, erinnerte sich Wayne. „Es klingelte und zwischen jedem Klingeln schienen etwa zwei Jahre zu liegen.“

Leider verpasste Dorothy den Anruf. Als sie seine Nachricht hörte, war sie absolut überwältigt und hoffte, dass er noch einmal anrufen würde. Am nächsten Morgen klingelte es erneut.

„Da war diese lange Pause am anderen Ende. Dann sagte sie ‚Du bist er‘“, erinnerte sich Wayne. „Und als sie dann sagte: ‚Du bist mein Sohn‘, war es um uns beide geschehen.“

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Dorothy, die in Canastota wohnte, und ihrem Sohn fiel schnell auf, dass sie sehr dicht beieinander wohnten. An diesem Abend trafen sie sich zum gemeinsamen Abendessen.

„Sie öffnete die Tür und schlang ihre Arme um mich. Und ich umarmte sie. Wir sagten nichts, wir weinten nur“, berichtete Wayne von ihrem Wiedersehen.

Nachdem sich ihr älterer Bruder nun gemeldet hatte, sagte Laura: „Das Loch in meinem Herzen wurde geschlossen. Es ist so, als wäre Frieden über mich gekommen. Über Nacht wurde ich ein ganz anderer Mensch.“

„Sie erzählte mir, sie habe einen Sohn, der sie nun gefunden und sich bei ihr gemeldet habe. Ich hatte das Gefühl … Ich musste auflegen, ich konnte nicht mit ihr sprechen. Ich konnte sie nicht hören. Ich weinte nur, weil ich mich so sehr für sie freute“, sagte Deborah. „Ich kann mir das gar nicht vorstellen: all die Jahre – und er war nur die Straße runter.“

Wayne sagte: „Ich bin glücklich. Ich fühle mich lebendiger. Meine Familie ist nun vollzählig.“

Quelle: Mom and 64-year-old son talk for the first time ever. She breaks the silence—they ‘both lost it’