„Kuschel-Welpe“, wochenlang ohne Essen gefesselt in einem Reifen gefunden, findet liebevolles Zuhause

Epoch Times25. September 2019 Aktualisiert: 25. September 2019 8:53
Am Ende einer schmutzigen Gasse auf der griechischen Insel Kreta wurde ein verängstigter und völlig abgemagerter Hund an eine Schnur gebunden und in einem alten, staubigen Reifen hineingesteckt. Nun hat der Welpe ein neues, liebevolles Zuhause.

Die Wunden an den Beinen und Hüften deuteten darauf hin, dass der Hund schon eine ganze Weile dort war. Seine hervorstehenden Rippen zeigten außerdem, dass der verlassene Welpe schon lange Zeit keine Mahlzeit mehr bekommen hatte.

Nach einem Hinweis im Oktober 2017 näherte sich Theoklitos „Takis“ Proestakis von Takis Shelter dem nervösen Welpen. Sein Schwanz begann zu wedeln, sobald ihm klar wurde, dass Takis ihm keinen Schaden zufügen wollte.

Der Hunderetter streichelte den Welpen, um ihn zu beruhigen, überprüfte sein Zahnfleisch – weiß und blutleer – und seinen Bauch – voll mit Flöhen. Takis hob ihn vorsichtig aus seinem traurigen Gefängnis im Reifen.

Der Hund, den sie kurzerhand Figo nannten, wartete wochenlang auf die Rückkehr seines Besitzers. Doch der sollte niemals zurückkehren. Figo konnte fast nicht mehr stehen. Zurück in „Takis Shelter“ verschlang Figo seine erste Mahlzeit, kroch dann jedoch ängstlich in die Katzentoilette um zu schlafen.

„Du bist jetzt in einem Zuhause.“

„Was machst du da?“, rief ihm Takis sanft zu. „Du bist jetzt in einem Zuhause, nicht draußen.“ Der Welpe musste von Takis überzeugt werden, dass er auf dem weichen Hundebett gegenüber schlafen durfte. Ein Video von Takis zeigt, wie Figo seinen ersten ruhigen Schlaf an einem sicheren Ort genießt.

Kurz darauf entdeckte Takis eine neue, überraschende Seite des zerbrechlichen, ängstlichen und ausgehungerten Hundes. Figo kuschelt gern.

Nachdem Figo in der ersten Woche in Takis Obhut ganze sieben Kilogramm Gewicht zurückgewonnen hatte, kehrte auch seine Lebenskraft und -freude wieder. Mit seinem neuen Vertrauen fand er auch sein Verlangen nach Zuneigung wieder. Takis beschrieb ihn sogar als „Serien-Kuschler“. Glücklicherweise ist Figo eine von vielen Erfolgsgeschichten bei Takis Shelter.

Ein Welpe kommt selten allein – Wie alles begann

Vor über fünf Jahren ist Takis einmal durch eine Müllkippe seiner Heimatstadt auf Kreta gefahren. Dieser Tag veränderte sein Leben. Er fand einen Hund mit einem gebrochenen Bein und beschloss, auf ihn aufzupassen. Dann entdeckte er weitere winzige Welpen in jedem Winkel der Müllhalde. Hunde aller Größen, ganz hungrig und auf seine Hilfe angewiesen.

Vor der Finanzkrise in Griechenland 2008 waren all diese Hunde Haustiere einer Familie berichtete Daily Mail. Aber als die Wirtschaft zusammenbrach und die Familien darum kämpften, über die Runden zu kommen, wurden diese Hunde einfach ausgesetzt, auf den Müllhaufen geworfen und mussten dann dort verhungern.

Nach kurzer Zeit kümmerte sich Takis bereits um 40 Hunde in der Gegend. Einheimische missbilligten dies und begannen ihm zu drohen. „Gebt mir nur 30 Tage“, sagte Takis zu Beginn seines Vorhabens. Er kaufte Land mit Ersparnissen aus seinen früheren Jobs als Zahnarzt und Nachtclubbesitzer und baute 2013 sein „Takis Shelter“.

400 Tiere leben derzeit bei Takis

Als das Geld knapp wurde, startete Takis eine Facebook-Seite um mehr Menschen über seine Arbeit zu informieren und um Spenden zu bitten. Er musste einen Weg finden, den einheimischen Hunden weiterhin die dringend benötigte Hilfe zukommen zu lassen.

Heute wird das Tierheim vollständig durch großzügige Spenden finanziert und beherbergt derzeit 350 Hunde, 50 Katzen, 6 Ziegen und 2 Schafe. Es kostet Takis rund 8.000 Euro pro Monat um seinen Betrieb am Laufen zu halten.

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Zurück zu Figo: Der Welpe hätte möglicherweise nicht überlebt, wenn Takis nicht zur richtigen Zeit zu seiner Rettung gekommen wäre. Der völlig genesene Hund wurde kürzlich von einer Familie adoptiert. Takis machte die glückliche Ankündigung auf Twitter am 25. August 2019 und erklärte, dass „gute Freunde“ dem sanften, gutmütigen Welpen für immer ein Zuhause geben werden.

„Das ist mein Leben“, sagte der Hunderetter. „Ich arbeite hier so hart, aber wenn ich sehe, dass die Hunde glücklich sind und sich amüsieren und wieder lernen den Menschen zu vertrauen, dann lohnt es sich.“ (cs)