Doch kein Picasso: Fund von gestohlenem Picasso-Gemälde entpuppt sich als Scherz

Epoch Times19. November 2018 Aktualisiert: 19. November 2018 11:10
Der angebliche Fund eines vor sechs Jahren gestohlenen Picasso-Gemäldes hat sich als Scherz entpuppt. Die Schriftstellerin Mira Feticu räumte am Sonntagabend im niederländischen Sender NOS ein, auf einen "Werbegag" hereingefallen zu sein.

Für ein paar Stunden galt sie als Finderin eines gestohlenen Picasso-Gemäldes – doch dann erfuhr die niederländische Schriftstellerin Mira Feticu, dass alles nur ein Scherz war. Sie sei auf einen „Werbegag“ hereingefallen, sagte Feticu am Sonntagabend im niederländischen Sender NOS. Sie sei Opfer eines Kunstprojekts von zwei belgischen Regisseuren über den niederländischen Meisterfälscher Geert Jan Jansen geworden.

Sechs Jahre nach dem Diebstahl des Picasso-Werkes „Tête d’Arlequin“ (Harlekin-Kopf) hatte der angebliche Fund des Gemäldes in Rumänien am Wochenende für Schlagzeilen gesorgt. Das Gemälde war 2012 aus der Kunsthalle Rotterdam gestohlen worden. Bei dem nur drei Minuten dauernden „Jahrhundertraub“ entwendete eine rumänische Bande insgesamt sieben Kunstwerke im Wert von 18 Millionen Euro, neben dem Picasso-Werk auch Kunstwerke von Claude Monet, Henri Matisse und Paul Gauguin.

3 Minuten, 7 Gemälde, 18 Millionen Euro

Die Täter konnten später gefasst werden, sie wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Werke aber blieben verschollen. Sie wurden möglicherweise zerstört, nachdem kein Käufer gefunden wurde.

Vor einigen Tagen erhielt Feticu, die ein Buch über den Kunstraub geschrieben hat, dann eine anonyme Botschaft, wie sie der Nachrichtenagentur AFP sagte. Demnach lag das Picasso-Werk, dessen Wert auf 800.000 Euro geschätzt wird, vergraben in einem Wald im Osten Rumäniens. Sie begab sich zu dem in der Botschaft angegebenen Versteck – und entdeckte den vermeintlichen Picasso am Samstagabend.

Die rumänisch-stämmige Schriftstellerin sagte nun dem Sender NOS, sie habe eine E-Mail von den belgischen Regisseuren Yves Degryse und Bart Baele erhalten, in der sie über den Scherz aufgeklärt werde. Demnach handelte es sich um ein Projekt namens „True Copy“ (Echte Kopie), über den berüchtigten niederländischen Kunstfälscher Geert Jan Jansen, der bis zu seiner Festnahme 1994 den europäischen Kunstmarkt zum Narren hielt.

Werbe-Gag statt echter Picasso: Das Werk ist vermutlich eine Fälschung

„Ein Teil dieser Performance wurde in den vergangenen Monaten im Stillen vorbereitet mit der Absicht, Picassos ‚Tête d’Arlequin‘ zurückzuholen“, schrieben die Regisseure auf ihrer Website. Sie wollten erst näher dazu Stellung nehmen, wenn sie mit Feticu gesprochen haben. „Wir werden uns in den kommenden Tagen mit weiteren Einzelheiten melden.“

Die rumänische Staatsanwaltschaft hatte nach dem angeblichen Fund nicht ausgeschlossen, dass es sich um „Tête d’Arlequin“ handelte. Experten sollten die Echtheit überprüfen. Der Kunstexperte Peter van Beveren äußerte sehr schnell Zweifel an der Authentizität des Gemäldes: „Die Linien, die Farben, die Details passen nicht“, sagte er nach Sichtung eines Fotos dem Sender NOS. „Auf Grundlage dessen, was ich sehe, denke ich, dass es eine Fälschung ist.“ (afp/ts)

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